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Zum Tod von Angus Fairhurst



Angus Fairhurst, An Effortless Patch 1, 1998
Sammlung Deutsche Bank


Angus Fairhurst ist im Alter von nur 41 Jahren freiwillig aus dem Leben geschieden. Am 29. März 2008 wurde der britische Künstler in einem abgelegenen Waldstück in der Nähe von Argyll, Schottland, erhängt aufgefunden. Anlässlich seines Todes sagte Sir Nicholas Serota, Direktor der Londoner Tate: "Angus Fairhurst war in Bezug auf sein eigenes Talent stets bescheiden, aber er schuf einige der fesselndsten, intelligentesten und scharfsinnigsten Werke seiner Generation. Als Freund vieler britischer Künstler, die in den frühen Neunzigern prominent wurden, übte er enormen Einfluss aus. Wir werden ihn sehr vermissen."



Der 1966 in Penbury, Kent, geborene Fairhurst machte 1989 seinen Abschluss am Londoner Goldsmiths College. Zu seinen Studienkollegen gehörten Damien Hirst, Gary Hume und Sarah Lucas, die gemeinsam mit Tracey Emin und Dinos und Jake Chapman als Vertreter der "Young British Artists" Weltruhm erlangten.




Angus Fairhurst, An Effortless Patch 2, 1998
Sammlung Deutsche Bank


Bereits 1988 bestritt Angus Fairhurst gemeinsam mit Damien Hirst und 14 Absolventen des Goldsmith College die Ausstellung Freeze, die die Aufmerksamkeit des Sammlers Charles Saatchi erregte und den Boom der jungen britischen Kunst einläutete. Auch wenn er selbst nicht so prominent werden sollte wie einige seiner Mitstreiter, war sein von absurdem Humor geprägtes Werk wegweisend für die Szene.





Angus Fairhurst, An Effortless Patch 3, 1998
Sammlung Deutsche Bank


Fairhurst verweigerte sich einem festgelegten Stil. In seinen Collagen, Skulpturen, Gemälden, Installationen und Performances setzte er sich mit Einflüssen der Pop-Kultur, dem Wechselspiel zwischen Schaffen und Zerstörung, Abstraktion und figurativer Repräsentation auseinander.


Für seine 1991 entstandene Audio-Arbeit Gallery Connections schaltete er die Mitarbeiter von Londoner Galerien ohne ihr Wissen am Telefon zusammen, um die Selbstbezogenheit des Kunstbetriebs zu demonstrieren. Zu seinen bekanntesten Werken zählt eine Serie von großformatigen bronzenen Skulpturen, die Gorillas in metaphorischen Situationen zeigen, wie etwa The Birth of Consistency (2004), die einen Gorilla als Narziss präsentiert, der sich in einer Pfütze betrachtet. Fairhurst ist mit zahlreichen Arbeiten in der Sammlung Deutsche Bank vertreten: etwa mit einer unbetitelten Fotoserie von 1996, in der sich der Künstler zwischen einem Meer aus Blüten selbst porträtiert, oder mit Collagen, in denen er Motive aus Anzeigen und Magazinen zu surrealen Szenarien transformiert.



Angus Fairhurst, An Effortless Patch 4, 1998
Sammlung Deutsche Bank


Seit den frühen Neunzigern war Fairhurst in zahlreichen internationalen Gruppenausstellungen vertreten, etwa 1995 in 'Brilliant!' New Art From London im Walker Art Center in Minneapolis, oder 2004 in der Tate Britain, wo er gemeinsam mit Damien Hirst und Sarah Lucas In-A-Gadda-Da-Vida zeigte. Seine letzte Einzelausstellung in der Londoner Galerie Sadie Coles HQ schloss am 29. März - eben jenem Tag, an dem Angus Fairhurst tot aufgefunden wurde.

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