„Superposition“
Deutsche Bank ist Major Partner der Sydney Biennale

Die aktuelle Ausgabe der Sydney Biennale zeigt erneut, warum die Ausstellung als wichtigste Plattform für Gegenwartskunst im asiatisch-pazifischen Raum gilt. Kuratorin Mami Kataoka hat 70 Künstler und Kollektive aus 35 Ländern eingeladen, sich unter dem Motto „Superposition“ Gedanken über die Gegenwart zu machen. Das Resultat: Ein ebenso diskursive wie sinnliche Schau über die Welt, in der wir leben. Den Begriff „Superposition“ hat Kataoka, die seit 2003 Chefkuratorin am Mori Art Museum in Tokyo ist, der Quantenphysik entlehnt. Er verweist auf die Überlagerung von Kräften und Schwingungen. Kataoka geht es um die Überlagerung verschiedener Kulturen, aber auch um unterschiedliche Sichtweisen auf die Natur, die Welt oder den Kosmos, die gleichberechtigt nebeneinander existieren können. Ihre Ausstellung ist an sieben Orten im gesamten Stadtgebiet zu sehen – bei freiem Eintritt. Die Deutsche Bank engagiert sich bereits seit 2008 für die Sydney Biennale und unterstützt sie dieses Jahr als Major Partner. Mit Haegue Yang, Miriam Cahn, Wong Hoy Cheong und Michaël Borremans sind auch bedeutende Positionen aus der Sammlung Deutsche Bank in der Schau vertreten.

Das Spektrum der Biennale-Beiträge reicht von Eija-Liisa Ahtilas interaktiver Videoinstallation Potentiality for Love, in der die finnische Künstlerin mehr Liebe und Empathie einfordert, bis zu einer Druckwerkstatt, die Ciara Phillips im Museum of Contemporary Art Australia eingerichtet hat. Hier arbeitet die kanadische Künstlerin gemeinsam mit ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen – von Schulklassen bis zu traumatisierten afghanischen Frauen oder Mitarbeiterinnen der Jessie Street National Women’s Library. Dabei geht es Phillips nicht allein um den sozialen Aspekt dieses Projekts, sondern auch um Fragen nach der Autorenschaft und der Rolle des Künstlers. Als Hommage an das multikulturelle Sydney präsentiert sich der Beitrag des japanischen Künstlers Akira Takayama. Er filmte Einwohner von Sydney dabei, wie sie ein Lied in der Sprache ihrer Vorfahren singen – von Gadigal, einer Sprache der australischen Ureinwohner, bis zu Jiddisch, Arabisch oder Holländisch. Die Lieder verdichten sich zu einem bewegenden Panorama der Kulturen und Gefühle.

Der Höhepunkt der Sydney Biennale ist allerdings Ai Weiweis Law of the Journey, ein rund 70 Meter langes schwarzes Schlauchboot, in dem über 250 überlebensgroße schwarze Figuren sitzen. Es sind Menschen auf der Flucht, auf der Suche nach einem sicheren Ort für sich und ihre Familien. Bevor es seine Reise nach Sydney antrat, war das Boot in der tschechischen Nationalgalerie in Prag zu sehen, in der Hauptstadt eines Landes, dass sich weigert, Flüchtlinge aufzunehmen. Law of the Journey ist ein Mahnmal für die Menschlichkeit, die gerade immer wieder auf dem Spiel steht – sei es in Europa oder Australien, das sich ebenfalls immer stärker gegen Flüchtlinge abschottet.  

Biennale of Sydney
bis 11.06.2018

A.D.