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Immigrant Artists in der 60 Wall Street Gallery

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Making it in New York
Immigrant Artists in der 60 Wall Street Gallery


Zwanzig Künstler aus elf Nationen. "Making it", die aktuelle Ausstellung in der 60 Wall Street Gallery der Deutschen Bank, zeigt Arbeiten der Teilnehmer des NYFA Mentoring Programs for Immigrant Artists 2008 – und demonstriert gleichzeitig die nach wie vor immense Anziehungskraft New Yorks für die internationale Kunst-Community.




"If I can make it there, I’ll make it anywhere." Was für Frank Sinatra galt, gilt auch heute noch – auch für die vielen Künstler, die jedes Jahr versuchen, in New York Fuß zu fassen. Doch das ist gar nicht so einfach. "Für Künstler bietet New York mit seiner unglaublichen Energie und dem vielfältigen kulturellen Angebot zwar fantastische Möglichkeiten. Doch gleichzeitig wirkt die Stadt auf Neuankömmlinge sehr einschüchternd", erklärt etwa Anna Pasztor. "Es kann ganz schön schwer sein, sich hier zu etablieren, wenn du nicht durch die Kunsthochschule oder gute Freunde in die Stadt eingebunden wirst." Oder durch einen Mentor. Pastor, eine studierte Tänzerin und Choreografin, die jetzt als Multi-Media-Künstlerin arbeitet, profitierte von einem innovativen Programm der New York Foundation for the Arts (NYFA). Als Mentoren unterstützen NYFA Stipendiaten ihre ausländischen Kollegen dabei, sich mit der New Yorker Kunstszene zu vernetzen. Und sie helfen ihnen auch ganz konkret – etwa bei der Bewerbung für Stipendien, der Konzeption von Mappen und Selbstdarstellungen oder mit Tipps für die Beschaffung von Arbeitsmaterialien. Gemeinsam mit der NYFA hat die Deutsche Bank Americas Foundation das Mentoring Program for Immigrant Artists initiiert und von Beginn an gefördert.

Für Making it hat Kuratorin Liz Christensen von der Kunstabteilung der Deutschen Bank New York alle Teilnehmer des vergangenen Jahres eingeladen. Die Arbeiten der Künstler aus elf Nationen demonstrieren die enorme Vitalität und Bandbreite der Szene in New York. Seit langem zieht die Metropole Künsttler aus aller Welt an, durch deren Einflüsse ihr kulturelles Leben immer wieder bereichert wird.

Die Brasilianerin Priscila de Carvalho thematisiert urbane Landschaften einer globalisierten Welt. Unkontrolliert wuchernde Shanty Towns und Favelas inspirieren sie zu hybriden Collagen, in denen sich abstrakte Passagen, Bilder von Straßenzügen oder Architekturdetails, eigene und appropriierte Fotografien überlagern. In der Ausstellung ist ihre großformatige Collage 482 Approaching Mermaid Parade (2008) zu sehen, die die aktuellen Konflikte um Coney Island thematisiert. Zwischen den stilisierten Silhouetten von Achterbahn und Karussell begegnen sich Passanten und fantasievoll kostümierte Teilnehmer der alljährlichen Mermaid Parade, mit der auf Coney Island alljährlich der Beginn des Sommers gefeiert wird. Doch über der heiteren Szenerie lässt die Künstlerin einen Militärhubschrauber kreisen – als Symbol für die Bedrohung der traditionsreichen Vergnügungsparks durch Immobilienspekulation. Auch im Werk von Carvalhos Mentorin Carleen Sheehan spielen Stadtlandschaften und architektonische Strukturen eine zentrale Rolle. Ein Blick auf Bungalow (2006) zeigt, dass es zwischen den beiden Künstlerinnen nicht nur thematische Gemeinsamkeiten gibt. Auch die Methode des Sampling von unterschiedlichem Bildmaterial verbindet Carvalho und Sheehan.

In den Positionen der Japanerin Hanae Sasaoka und ihre Mentorin Eleanor White lassen sich ebenfalls gemeinsame Ansätze entdecken. Die Arbeiten beider Künstlerinnen basieren auf Mustern und Ornamenten. Mit einer Rasierklinge eliminiert White die Bilder auf Spielkarten: von Karokönig oder Herzdame bleiben nur noch Fragmente stehen, die geometrische Muster bilden. Diese Karten fügt sie zu gitter- oder mandalaartigen Strukturen zusammen – und plötzlich erinnern die industriell produzierten Vorlagen an Folk Art oder afrikanische Stoffe. In Hanae Sasaokas von der traditionellen japanischen Ästhetik geprägten Bildern und fragilen Wandarbeiten formieren sich schillernde Käfer, Schmetterlinge oder Fliegen zu organischen Clustern oder "Urban Groups", um sich, so die Künstlerin, in der Großstadt besser behaupten zu können. "Die imaginäre Welt, die ich schaffe, reflektiert meine Erfahrungen in New York. Meine Arbeit wird geprägt von der unglaublichen Vielfalt und den unterschiedlichen Kulturen dieser Stadt."

Transkulturelle Erfahrungen vermitteln auch die Arbeiten von Regula Ruegg. Die Schweizer Künstlerin fotografiert aus dem fahrenden Auto heraus. Dabei entstehen poetische, geheimnisvolle Impressionen einer Landschaft in Bewegung. Diese Momentaufnahmen fixieren einen Zustand des "Dazwischenseins" – zwischen, wie es Ruegg formuliert, zwei Welten, Kulturen, Lebensstilen. "Verweise auf Entfremdung oder das Gefühl der Zerrissenheit sind in den Arbeiten vieler Gastkünstler zu finden", erklärt Kuratorin Liz Christensen. Während Yoon Jeong Han Pizza-Kartons mit sehnsuchtsvollen Bildern seiner koreanischen Lieblingsfrüchte schmückt, überzieht der Taiwanese Lishan Chang Lieferscheine oder Routenpläne der Umzugsfirma, für die er arbeitet, mit abstrakten Zeichnungen, die an chinesische Kalligrafien erinnern. Co-existence (2007), ein Video des dominikanischen Künstlers Hatuey Ramos-Fermin zeigt welch seltsame Phänomene Globalisierung und Migration hervorbringen: Seit 2000 teilen sich in Amsterdam eine lateinamerikanische Pfingstkirche und ein Tischtennisclub einen Raum. Wo unter der Woche die weißen Ping-Pong-Bälle fliegen, finden am Wochenende ekstatische Gottesdienste statt. Das Video vermittelt ein ebenso absurdes wie hoffnungsvolles Bild davon, dass völlig unterschiedliche Kulturen friedlich nebeneinander existieren können.
Achim Drucks

Making It
Selections from the 2008 NYFA Mentorship Program for Immigrant Artists
60 Wall Street Gallery, New York
2. April – 31. Juli, 2009






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