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Yto Barrada „Künstlerin des Jahres“ 2011 der Deutschen Bank

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Yto Barrada
Künstlerin des Jahres 2011


Yto Barrada ist "Künstlerin des Jahres" 2011 der Deutschen Bank. Mit dieser Auszeichnung ehrt die Bank junge Künstlerinnen und Künstler, die bereits ein außergewöhnliches Werk geschaffen haben, in dem Arbeiten auf Papier oder Fotografie eine wichtige Rolle spielen. Vergeben wird die Auszeichnung auf Empfehlung des Deutsche Bank Global Art Advisory Council, dem die renommierten Kuratoren Okwui Enwezor, Hou Hanru, Udo Kittelmann und Nancy Spector angehören und das unter dem Vorsitz von Pierre de Weck, Mitglied der Konzernleitung der Deutschen Bank, tagte.


Als "Künstlerin des Jahres" wird Yto Barrada vom 15. April bis zum 19. Juni 2011 mit einer umfassenden Einzelausstellung im Deutsche Guggenheim in Berlin gewürdigt, die im Anschluss in weiteren internationalen Institutionen präsentiert wird. Im Unterschied zu anderen Auszeichnungen ist die Wahl zum "Künstler des Jahres" nicht mit einem Geldpreis dotiert, sondern fest in das Kunstprogramm der Deutschen Bank eingebettet, mit dem sie seit 30 Jahren weltweit Zugang zur zeitgenössischen Kunst schafft. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog und eine exklusiv von Barrada realisierte Künstler-Edition. Zudem erwirbt die Bank für ihre Sammlung eine Auswahl von Arbeiten auf Papier. Yto Barrada ist nach Wangechi Mutu die zweite Künstlerin, die von der Deutschen Bank als "Künstlerin des Jahres" ausgezeichnet wird. Ihren Werken ist ab Ende 2010 eine Etage in der modernisierten Konzernzentrale in Frankfurt gewidmet.

Barradas Fotografien, Publikationen und Filme kreisen um die spezifische Situation ihrer Heimatstadt Tanger im Spiegel lokaler und globaler Entwicklungen. An der Nordspitze Marokkos gelegen ist Tanger eine Stadt mit vielen Grenzen. Eine von ihnen bildet die Straße von Gibraltar, eine 13 km breite Meerenge mit gefährlichen Strömungen, die Afrika von Europa trennt. Sie wurde zum Symbol für die Odyssee der Immigranten und die existenziellen Probleme einer Gesellschaft, die von der Sehnsucht beherrscht wird, das Land zu verlassen.

Eine weitere Grenze dieser schnell wachsenden Millionenstadt verläuft an ihren expandierenden Außenbezirken, wo die Baustellen und Neubauten immer weiter in die nordmarokkanische Landschaft hineinwuchern. Fast unbemerkt vollzieht sich hier eine dramatische Entwicklung: Während die Vielfalt der Bevölkerung abnimmt und die unberührte Natur den Baggern und Betonmischern weicht, vollendet sich die monokulturelle Vision der verantwortlichen Planer und Stadtentwickler.

Barradas Werk widersetzt sich jeder Simplifizierung der Einwanderungsproblematik – jenem großen europäischen "Problem" angesichts der globalisierten Welt. In der Fotoserie A Life Full of Holes: The Strait Project, mit der sie 1998 begann, porträtierte Barrada die Stadt und ihre Einwohner als wären sie in einem permanenten Wartezustand gefangen. Die nicht erfüllten und aufgeschobenen Erwartungen der Menschen verknüpfen sich gleichermaßen mit ihrer persönlichen Vorstellungswelt oder uralten Mythen von Vergebung und Tod wie auch mit der gegenwärtigen geografischen und politischen Situation. In ihrem jüngsten Projekt Iris Tingitana erweitert Barrada ihre Nachforschungen auf die Landschaft um Tanger herum. Diese Arbeiten halten die fließenden Grenzen zwischen Stadt und Natur fest und untersuchen, wie der gleichgeschaltete urbane Raum auch die Pflanzenwelt immer mehr homogenisiert.

Barrada wuchs zwischen Tanger und Paris auf, wo sie an der Sorbonne Geschichtswissenschaften und Politologie studierte. Im Anschluss ging sie ans International Center of Photography in New York. In Ihrer künstlerischen Praxis verbindet sie dokumentarische Strategien mit einer eher meditativen Annäherung an jene Bilder, die sie dazu veranlassten, nach 16 Jahren Auslandsaufenthalt nach Marokko zurückzukehren. Hier untersucht sie weiterhin die vielfältigen Ebenen einer komplexen Realität, wobei sie Bezüge zu erstarrten politischen Diskursen und dramatischen Ereignissen meidet. Barradas Werk zeigt Tanger als einen Ort, an dem die postkoloniale Geschichte in eine Sackgasse führt. Als Reaktion auf die Entwicklung dieser Region gründete die Künstlerin die Cinémathèque de Tanger mit, das erste Film- und Kulturzentrum in Nordafrika, das heute von ihr geleitet wird. Die Cinemathek eröffnet ihr einen weiteren Weg, sich mit der Bedeutung von Bildern und Repräsentation, besonders in der arabischen Welt, auseinanderzusetzen.

Pierre de Weck sagte in London, wo die Auszeichnung von Yto Barrada im Rahmen der Frieze Art Fair bekannt gegeben wurde: "Ein zentrales Anliegen unseres globalen Kunstengagements besteht darin, sich mit unterschiedlichen Kulturen und gesellschaftlichen Realitäten auseinanderzusetzen. Yto Barrada ist deshalb eine hervorragende Wahl als 'Künstlerin des Jahres' 2011."




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