Deutsche Bank Gruppe  |  Gesellschaftliche Verantwortung  |  Sammlung Deutsche Bank  |  Deutsche Guggenheim  |  English  
Home Feature On View News Presse Archiv Service
Diese Kategorie enthält folgende Artikel
Coming Soon: Roman Ondák im Deutsche Guggenheim
VIP-Lounge der Deutschen Bank auf der TEFAF
Roman Ondák im Düsseldorfer K21
Being Singular Plural: Deutsche Bank Series im New Yorker Guggenheim
Renaissance Society zeigt Yto Barrada: Riffs
Städel App: Alles zu den Highlights aus der Sammlung Deutsche Bank im neuen Städel Museum
Die Kunstprojekte auf der ersten Frieze New York
Panorama Schweizer Gegenwartskunst: Sammlung Deutsche Bank in Zürich

drucken

weiterempfehlen
Exkursionen in die dunkle Seite Amerikas
Ein Nachruf auf Mike Kelley



Wenn er seine Karriere heute beginnen würde, dann auf keinen Fall als bildender Künstler, soll Mike Kelley vor wenigen Tagen gesagt haben. Kelley, so seine Freundin und Vertraute, die Galeristin Emi Fontana, gegenüber der L.A. Times, war die Kunstwelt schon lange zu stromlinienförmig und kommerziell geworden. In der Nacht zum letzten Mittwoch wurde er tot in seiner Wohnung in South Pasadena aufgefunden. Vermutlich hat sich der 57-jährige aufgrund schwerer Depressionen das Leben genommen.
Kelley zählt zu den berühmtesten US-Künstlern seiner Generation. Sein Beitrag für die Anfang März eröffnende New Yorker Whitney Biennale wurde bereits mit Spannung erwartet. Die Nachricht von seinem Tod traf Viele völlig unerwartet. Doch waren es stets die Abgründe der menschlichen Existenz und die dunkle Seite der amerikanischen Gesellschaft, die ihn in seinem Werk beschäftigten: Traumata, Verlustängste, die Bewusstmachung von unterschwelligen kulturellen Sinnbildern, die unser Unbewusstes prägen.

Destroy all Monsters hieß die "Anti-Rock" Band, die er Anfang der 1970er Jahre als Kunststudent an der University of Michigan gründete. Für den 1954 als Kind einer katholischen Arbeiterfamilie geborenen Kelley, der Iggy Pop liebte und später mit der Band Sonic Youth arbeiten sollte, führte der Weg zur bildenden Kunst über die Musik. 1976 ging er mit seinem Bandkollegen Jim Shaw nach Los Angeles, um am California Institute of the Arts zu studieren. Zu seinen Kommilitonen gehörten John Baldessari und der Video-Künstler Tony Oursler, mit dem er ein weiteres Band-Projekt startete. Aus den Auftritten entwickelte Kelley allmählich Performances, wobei die Requisiten und Ausstattungen mehr und mehr den Charakter von Installationen und eigenständigen Kunstobjekten erhielten.

Den Durchbruch markierten in den frühen 1980er Jahren Performance-installationen wie Monkey Island (1982) oder Confusion (1983), bei denen Kelley Banner, Poster, Zeichnungen und Kulissenelemente einsetzte, um psychologisch aufgeladene Aktionsräume zu entwickeln. In seiner Arbeit verbanden sich konzeptuelles, philosophisches oder kunsthistorisches Denken mit Exkursionen in familiäre Erinnerungen und die Dramen der Kindheit. Der Künstler, der auch mit einer Reihe von Arbeiten auf Papier in der Sammlung Deutsche Bank vertreten ist, bezog hierbei Elemente ein, die von der etablierten bildenden Kunst eher verächtlich behandelt wurden: etwa autodidaktische Kunst oder Outsider-Art. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählt etwa More Love Hours Than Ever Be Repaid (1987), eine Installation aus Flokati-Stücken und unzähligen gebrauchten Stofftieren.

Kelleys Weltsicht war alles andere als rosig: In seiner berühmten Installation Pay for your Pleasure (1988) durchläuft man eine Galerie mit Porträts berühmter Dichter, Denker und Künstler, um schließlich bei einem naiven Clownsbild zu landen, das tatsächlich vom Serienmörder John Wayne Gacy stammt. Auch die Ergebnisse seiner Zusammenarbeit mit Paul McCarthy, mit dem er eine Reihe von Videoarbeiten realisierte, waren eher schonungslos. So verwandelten die beiden mit Heidi (1992) das Kinderbuch in einen veritablen Alptraum. Doch zugleich wurde Kelleys komplexe Auseinandersetzung mit Sexualität, Religion, Gewalt, und Massen- und Subkultur zum Inbegriff einer erneuerten US-Kunst, die gerade jüngere Generationen an die West Coast zog.




Newsletter
Bleiben Sie immer Up to Date in Sachen Gegenwartskunst – mit ArtMag. Abonnieren Sie hier unseren Newsletter.
 

Alternative content

Get Adobe Flash player

Feature
Ein Rundgang durch die neuen Gartenhallen des Städel Museums / Ein Interview mit Städel-Direktor Max Hollein / Elegante Lösungen: Gerhard Richter in Berlin und Frankfurt / Erwiderte Blicke: Der Fotograf Pieter Hugo / Den Klang auffalten: Christian Marclays akustisch-visuelle Welten / "Die Kunstwelt ist kein utopischer Freiraum..." Glenn Ligons AMERICA / Arturo Herrera: Fragmente einer Sprache der Bilder / Roman Ondak: "Künstler des Jahres" 2012 der Deutschen Bank / 12 Harmonics: Keith Tysons spektakuläre Arbeit für das Winchester House
On View
Zwischen den Kulturen: Found in Translation im Deutsche Guggenheim / Hannah Collins in der 60 Wall Gallery der Deutschen Bank New York / Pawel Althamers "Almech" im Deutsche Guggenheim / Glamour und Geschichte: Douglas Gordon in Frankfurt
Presse
„Frankfurter Museumswunder“ - Pressestimmen zum neuen Städel Museum / Die Presse über Pawel Althamers Projekt Almech im Deutsche Guggenheim
Impressum  |  Rechtliche Hinweise  |  Zugänglichkeit
Copyright © 2012 Deutsche Bank AG, Frankfurt am Main


+  ++  +++