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Roman Ondak: "Künstler des Jahres" 2012 der Deutschen Bank
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Roman Ondak
"Künstler des Jahres" 2012 der Deutschen Bank


Im Rahmen der Londoner Frieze Art Fair hat die Deutsche Bank jetzt ihren "Künstler des Jahres" 2012 vorgestellt. Die Wahl des Global Art Advisory Council fiel auf Roman Ondak, einen der international profiliertesten Konzeptkünstler. Mit der Auszeichnung ehrt die Bank junge Künstlerinnen und Künstler, die bereits ein außergewöhnliches Werk geschaffen haben, in dem Arbeiten auf Papier oder Fotografie eine wichtige Rolle spielen.


Wenn man über einen Künstler heute sagt, er arbeite "mit Alltagsmaterialien", dann bedeutet das meist, dass sich jemand demonstrativ vom "Hehren und Heiligen" in der Kunst lossagt. Es soll zeigen: Man braucht keine besonderen Utensilien, um Kunst zu machen, und keine makellosen, weiß getünchten Räume, um sie auszustellen. Es kann aber auch heißen, dass es keine verfügbaren weißen Räume gibt und die Materialien schlichtweg nicht auf dem Markt erhältlich sind. Genau so fing es für Roman Ondak, geboren 1966 in Žilina, an. Heute zählt er zu den spannendsten Vertretern einer jüngeren Generation von Konzeptkünstlern.

Jetzt wurde Roman Ondak als "Künstler des Jahres 2012" ausgezeichnet - auf Empfehlung des Deutsche Bank Global Art Advisory Council, dem die renommierten Kuratoren Okwui Enwezor, Hou Hanru, Udo Kittelmann und Nancy Spector angehören und das unter dem Vorsitz von Pierre de Weck, Mitglied der Konzernleitung der Deutschen Bank, tagte. Die Entscheidung wurde im Rahmen der Frieze Art Fair verkündet, die von der Deutschen Bank als Hauptsponsor gefördert wird.

2012 wird Ondák im Kunstprogramm der Bank eine zentrale Rolle spielen. Das Deutsche Guggenheim stellt den Künstler in einer umfassenden Einzelausstellung vor, die im Anschluss in weiteren internationalen Institutionen präsentiert wird. Zur Ausstellung erscheinen ein umfangreicher Katalog und eine exklusive Künstler-Edition. Zudem erwirbt die Bank für ihre Sammlung eine Auswahl von Arbeiten auf Papier. Nach Wangechi Mutu 2010 und Yto Barrada 2011 fällt mit Roman Ondak die Wahl auf eine Position, die vor allem den Entwurfscharakter und den konzeptionellen Ansatz dieser Medien betont. "Man darf gespannt darauf sein, zu welchen Grenzerweiterungen er das Medium der Zeichnung und das Material Papier in Zukunft herausfordern wird", sagt Udo Kittelmann, Direktor der Berliner Nationalgalerie, der Ondak für die Auszeichnung vorschlug.

Tatsächlich erzeugt Ondak mit einfachsten Mitteln eine Kunst, die alltäglichen Erfahrungen und Wahrnehmungen eine philosophische, politische oder gesellschaftskritische Dimension verleiht. Dabei hinterfragen seine Interventionen auch die Strukturen des Kunstbetriebs. Wie etwa 2009, als er auf der Biennale in Venedig den Pavillon der Slowakei bespielte: Ondak führte die Bepflanzung des Ausstellungsparks, der Giardini, ins Innere des Pavillons weiter. Büsche und Sträucher, Wegführung setzten sich einfach durch das Ausstellungsgebäude fort, so als wäre es nicht vorhanden. Er löste die Grenze zwischen Innen- und Außenraum auf und damit auch das Repräsentationsgebäude und seine Funktion.

Für seine Installation Catch (2010), die er auch in der Deutsche Bank-Lounge auf der diesjährigen Fieze Art Fair realisiert, lässt er einen im Fenster eingeklemmten Vorhang im Wind wehen und deutet so ein imaginäres Drama oder Missgeschick an. Bei seiner Performance Good Feelings in Good Times (2003) lässt er Statisten vor dem Kölnischen Kunstverein ohne sichtlichen Grund Schlange stehen. Immer wieder spielen Ondaks Eingriffe mit unseren Maßstäben, Erwartungen und Perspektiven. Die Menschenschlangen, die er auch 2004 vor Ständen auf der Londoner Kunstmesse Frieze inszenierte, führen das Verhältnis von Angebot und Nachfrage ad absurdum. Sie verweisen auf die Schlangen vor den Geschäften im ehemaligen Ostblock und beziehen sich damit auch auf Ondaks Werdegang, der von der Auflösung der ehemaligen Tschechoslowakei geprägt ist. Während die Einflüsse von Concept und Minimal Art in seinem Werk unübersehbar sind, knüpft es zugleich an die subversiven Taktiken von Künstlern aus dem ehemaligen Ostblock an. Die systemkritische Kunstszene war auch in der Slowakei in gezwungen, im Verborgenen zu arbeiten und reagierte mit subtilen Eingriffen und öffentlichen Aktionen auf die sanktionierte Staatskunst.

Auch wenn Ondaks zurückhaltende Arbeiten häufig erst auf den zweiten Blick als Kunstwerke erkennbar sind, ist seine Bedeutung im Kunstbetrieb unverkennbar: 2011 hat er mehr internationale Ausstellungen denn je, darunter Einzelschauen im Kunsthaus Zürich und in Oxford, die Beteiligung an der Biennale in Venedig. Früher wurde er oft auf seine scharfsichtige Institutionskritik angesprochen. Das, so Ondak, habe er anfangs überhaupt nicht verstanden: "Welche Institution denn?" In der Tat ist seine Kunst auf den ersten Blick mit der von Konzeptkünstlern der sechziger und siebziger Jahre vergleichen. Nur, dass die ihren Ausbruch aus dem White Cube probten, während Ondák solche Strukturen überhaupt nicht kannte. Ihm standen immer nur Alltagsmaterialien zur Verfügung - und sein Verstand.

Silke Hohmann




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