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Furioser Auftritt: Künstler aus der Sammlung Deutsche Bank auf der documenta 13
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Furioser Auftritt:
Künstler aus der Sammlung Deutsche Bank auf der documenta 13



Es ist wohl die komplexeste documenta aller Zeiten, bei der an allen nur erdenklichen Orten gedacht, gezeigt und agiert wird. „Die documenta 13 wird von einer ganzheitlichen und nicht logozentrischen Vision getrieben“ verkündete Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev und spricht von einer „offenkundigen Gleichzeitigkeit von Orten und Zeiten“. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass dieses Vorhaben ein Erfolg wird. War die Presse angesichts von Christov-Bakargievs Statements zum Wahlrecht für Hunde oder der Kultur von Tomaten irritiert, eröffnet sich jetzt ein Labyrinth der Ideen – ein imaginärer Garten, der zugleich intellektuell herausfordernd und sinnlich ist. Wer die gesamte documenta erkunden will, sollte festes Schuhwerk und drei Tage Zeit mitbringen, so überbordend und weitläufig ist die Schau. Auf den Exkursionen hat man zugleich Gelegenheit, neue Werke von Künstlern zu entdecken, die in der Sammlung Deutsche Bank vertreten oder dem Kunstprogramm der Bank verbunden sind. Wir gratulieren zu diesen herausragenden Beiträgen!

Einer der Höhepunkte und eines der größten Werke ist Thomas Bayrles Flugzeug in der documenta Halle: ein riesiges, aus tausenden von Flugzeugen zusammengesetztes Wandbild, dazu ein stählernes Wandrelief und surrende Propeller- und Maschinenskulpturen. Es ist erstaunlich mit welcher Verve der inzwischen über 70-jährige die Halle bespielt. Ebenfalls in der documenta Halle: Die hauchzarten, messerscharfen Architekturzeichnungen von Julie Mehretu, die bereits 2009 eine Auftragsarbeit für das Deutsche Guggenheim realisiert hat.

Im Keller der Neuen Galerie begegnet man dem Beitrag des „Künstlers des Jahres der Deutschen Bank“ 2012: Roman Ondák lässt hunderte von untertitelten Fotos in immer wieder neuen Konstellationen über graue Wände schweben – und entwickelt so eine subtile Grammatik von Beziehungen und Wahrnehmungen. Gleich nebenan in der Rotunde des Fridericianums hat sich Altmeister Lawrence Weiner mit einer Schriftarbeit in das „Brain“ eintätowiert, in die Sammlung von Kunstwerken und Artefakten, die documenta-Leiterin Christov-Bakargiev als assoziativen Raum angelegt hat.

2006 schuf William Kentridge mit Black Box/Chambre Noire eine bedeutende Auftragsarbeit für das Deutsche Guggenheim. In Kassel wird seine Videoinstallation Refusal of Time im Hauptbahnhof von vielen Kritikern als einer der stärksten Beiträge der Ausstellung gefeiert. Fünf Projektionsflächen mit Animationsfilmen, eine Atemmaschine, eine fantastische Soundcollage: Kentridge macht große Oper. Gleich um die Ecke das dreiaktige Filmdrama Muster von Clemens von Wedemeyer, der als Villa Romana-Stipendiat im Deutsche Guggenheim ausstellte. Sein Film über das Kloster Breitenau bei Kassel, das Gefängnis, Konzentrations- und Arbeitslager, schließlich Heim für schwer erziehbare Mädchen war, geht unter die Haut. Ebenfalls im Hauptbahnhof: die Werke von Rabih Mroué und The Otholith Group, die beide 2011 zur Eröffnung der Frankfurter Deutsche Bank Türme im Globe gastierten. Mroués Videos thematisieren die syrische Revolution. Das Material ist erschütternd. Mit ihren Mobiltelefonen haben die Opfer die Schüsse gefilmt, die sie selber treffen. Gleich hinter dem Hauptbahnhof findet sich der Beitrag von Lara Favaretto, die 2007 für den Hauptsitz der Deutschen Bank in Mailand eine große Fotoarbeit schuf. Für die documenta hat sie ein riesiges Endzeitszenario aus 40 Tonnen Altmetall gebaut – ein Verweis auf die Kriegszerstörungen in Kassel und Kabul, wo ein weiterer Teil der documenta stattfindet. Hier wird auch Francis Alys sein in Afghanistan produziertes Video REEL-UNREEL zeigen.

In der Karlsaue trifft man nicht nur auf Anri Salas Zeitmeditation Clocked Perspective und Rosemarie Trockels Tea Party Pavillon sondern auch auf die „tierischen Stars“ der documenta 13: Pierre Huyghe, dessen Antarktis-Projekt A Journey That Wasn’t für die New Yorker Whitney Biennale 2006 von der Deutschen Bank gesponsert wurde, lässt in einem eigens angelegten Garten ein ungleiches Paar herumtollen: die dürre spanische Windhündin Human und der Welpe Señor. Donna Haraway und Tue Greenfort, der eine spezielle Edition für die Sammlung Deutsche Bank entwarf, schufen mit The Wordly House ein Projekt, in dem es um das Zusammenleben von Menschen und Tieren geht.

Bei so viel Utopie und Dystopie darf es, last but not least, auch etwas zum Lachen geben. Der bulgarische Künstler Nedko Solakov, der in den Frankfurter Türmen mit einer Auftragsarbeit vertreten ist, macht sich mit seiner Installation Knights (and other dreams) auf die Spur der Ritter – und zwar in allen möglichen Varianten. Er filmt Live-Rollenspieler, Mitglieder des Malteserkreuz-Ordens, teutonische Neonazis und tritt schließlich auch selbst in Aktion und spielt in einer scheppernden Rüstung mit einer Hard Rock Band – ein märchenhaftes Vergnügen im Grimm Museum.




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