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„Das sind keine Wohnzimmer-Maler“
Sophie von Olfers über MACHT KUNST


Sophie von Olfers ist Kuratorin am renommierten Frankfurter Portikus. Bei der Aktion MACHT KUNST gehört sie zur Fachjury. Gemeinsam mit dem Galeristen und Kurator René Block und Friedhelm Hütte, Global Head of Art, Deutsche Bank, hat sie die besten Arbeiten aus der 24-Stunden Ausstellung in der Deutsche Bank KunstHalle gekürt.


ArtMag: Wie verlief das Auswahlverfahren für die Gewinnerarbeiten?

Sophie von Olfers: Friedhelm Hütte, René Block und ich haben beschlossen, dass jeder von uns eine Tour durch die Ausstellung macht und ein Werk vorschlägt, dass wir uns dann noch einmal alle gemeinsam anschauen. Bereits gestern Abend zeichnete sich langsam der Publikumspreis ab – ein großes zweiteiliges Gemälde des kroatischen Künstlers Lovro Artukovic. Vorgeschlagen wurden dann die Arbeiten von Sonja Rentsch und Rebecca Michaelis, ein besticktes Tuch und eine Zeichnung, die sehr subtil an Planeten, Orbit, Kosmos erinnert. Ich entdeckte eine Fotografie von Nicolas Balcazar, die ich ziemlich interessant finde. Sie zeigt die doppelt belichtete Silhouette eines Teenagers mit einem Baseball-Cap, durch die hindurch Gebäude- und Hochhausstrukturen mit Bauzäunen zu sehen sind. Das Bild lässt an Vororte von Berlin denken. Ich fand es sehr schön, dass wir, ohne uns vorher auf bestimmte Medien festzulegen, Malerei, Zeichnung, Fotografie und ein Objekt ausgewählt haben. Das spiegelt die Vielfalt der Ausstellung wunderbar wieder.
 
Wie haben Sie die Aktion MACHT KUNST wahrgenommen? Denken Sie, dass wirklich jeder Mensch ein Künstler ist?

Nein, nicht jeder ist ein Künstler. Man muss aber auch etwas korrigieren: Die Menschen, die ihre Arbeiten eingeliefert haben, sind keine Laien. Es wurde in der Presse teilweise kolportiert, es würde sich hier ausschließlich um Amateure handeln. Natürlich sind auch einige Teilnehmer dabei, die ihre Kunst nebenher machen. Aber trotzdem ist das kein Dilettantismus. Die allermeisten sind ausgebildete Künstler. Manche sind Professoren, andere studieren Kunst. Das sind keine Wohnzimmer-Maler oder irgendwelche Omis, die ihre Aquarelle abgegeben haben. Die Realität sieht einfach so aus, dass wahnsinnig viele Leute diesen Beruf „Künstler“ wählen.

Und diese Ausstellung zeigt auch eine Realität abseits der Institutionen, der großen Galerien und des Marktes.

Natürlich. Es passiert wahnsinnig schnell, dass man nur von diesem einen Prozent da oben spricht – den Leuten, die es geschafft haben und die man als „Kunstwelt“ bezeichnet. Aber diese Welt reicht viel weiter.

Man merkt, dass diese Ausstellung auch ein anderes, weniger „insidermäßiges“ Publikum anzieht. Sie sind Kuratorin am Portikus. Hat Sie diese Ausstellung nachdenklich gemacht, was die elitäre Haltung des Kunstbetriebs angeht?

6.000 Besucher in 24 Stunden – jedes Ausstellungshaus würde sich um solche Besucherzahlen reißen. Wer ein Museum oder eine Institution leitet, bekommt so etwas, wenn es hochkommt, in einem Monat hin. Mir ist gestern Abend aufgefallen, wie die Leute in der Ausstellung standen und über die Kunst gesprochen haben – und zwar stundenlang. Manche Leute waren den ganzen Abend da und haben über die Arbeiten philosophiert. Das passiert in der Kunstwelt, die ich kenne, selten. Man muss dazu allerdings sagen, dass man in dieser Kunstszene auch sehr viel professionalisierter ist. Man geht auf Ausstellungseröffnungen und Veranstaltungen und arbeitet dort. Dabei fehlt häufig die Zeit, über die ausgestellte Kunst zu sprechen. Das vermissen wir alle, glaube ich. Trotzdem ist es eine Frage der Entscheidung – eigentlich sollte man immer Zeit finden, um sich über die Kunstauszutauschen . Das sollte jeder tun, der inhaltlich damit zu tun hat. Ich fand es sehr schön, die Leute zu beobachten, ihnen zuzuhören und mich neben sie zu stellen. Ich fand es toll, wie klar sie ihre Meinung äußern, was sie gut finden und was nicht so gut. Uns als „Kunst-Profis“ fällt es scheinbar oft schwerer ehrlich zu urteilen, uns zu trauen, deutlich Stellung zu beziehen.
              
Hat diese Ausstellung Ihnen etwas gegeben? Hat sie den Besuchern etwas gebracht?

Ich glaube schon. Ich finde es unglaublich, dass an einem ganz normalen Wochenende 2.500 Arbeiten abgegeben wurden. Man muss sich mal überlegen, was das bedeutet, sein Kunstwerk hier hinzubringen, weil es eben diese Ausstellungsmöglichkeit gibt. Den Stolz zu haben und sich in dieser Schlange anzustellen und die langen Wartezeiten in Kauf zu nehmen, um dann das eigene Werk hier neben hunderten von anderen Bildern ausgestellt zu sehen.. Das erfordert Mut. Und es manifestiert auf eine sehr coole Art Berlin..

Die zweite Ausstellung von MACHT KUNST am 28./29 April von 12 bis 12 Uhr in der Alten Münze Berlin statt.




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