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Stadt in Sicht – Künstler aus der Sammlung Deutsche Bank blicken auf urbane Lebenswelten

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Stadt in Sicht
Wie Künstler das Jahrhundert der Städte sehen


Mit rund 70 internationalen Künstlern und 280 hochkarätigen Werken aus der Sammlung Deutsche Bank macht die Ausstellung „Stadt in Sicht“ im Museum am Ostwall im Dortmunder U erlebbar, wie Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts die Städte der Welt sehen.


Die Meister des deutschen Expressionismus, die Fotografen der Düsseldorfer Schule oder junge Künstler aus Indien, der Slowakei, dem Iran: Sie alle zeigen uns urbane Räume aus neuen, ungewohnten Perspektiven. Die Stadt ist gerade für jüngere Künstlergenerationen ein Experimentierfeld, auf dem kritisiert, archiviert, interveniert, weitergedacht wird. Diese Vielfalt von künstlerischen Sichtweisen und Strategien soll die Besucher der Ausstellung Stadt in Sicht im Dortmunder Museum am Ostwall dazu anregen, sich selbst mit der Zukunft der Städte auseinanderzusetzten. Der erste Schritt dazu ist die bewusstere Wahrnehmung von städtischem Raum, der Architektur, den Menschen.

Bereits der Ausstellungsort zeigt, wie sehr sich unsere Vorstellung von urbanem Leben verändert hat. Die ehemalige Union-Brauerei im Zentrum Dortmunds das Dortmunder U – ist seit 2010 ein Kunst- und Kulturzentrum, in dem neben dem Museum am Ostwall zahlreiche andere Institutionen untergebracht sind. Der imposante Bau ist schnell zum neuen Wahrzeichen der Stadt avanciert und steht für den Strukturwandel des Ruhrgebiets, bei dem nach neuen Lösungen für Wohnen, Arbeiten, Lebensqualität und Kultur gesucht wird.

Die älteste Arbeit in der Schau führt hierbei quasi gleich zurück vor Ort: Der in Bottrop geborene Josef Albers wurde mit seinen abstrakten Quadratbildern weltberühmt. Doch in seiner Lithographieserie von 1917 zeigt er ganz realistisch die für das Ruhrgebiet so typischen Arbeitersiedlungen. Das aktuellste Werk in der Ausstellung hingegen zeigt eine fast bedrohlich anmutende Zukunftsvision: Rob Voermans Thistlegarden # 2 (2011) zeigt eine Szenerie, die an New York erinnert. Inmitten der kantigen Hochhäuser wuchert eine organische, parasitäre Anti-Architektur. Wie ein gigantischer Fremdkörper hat sie sich im verbliebenen Grün der Stadt eingenistet, läutet ihren Niedergang und eine neue Ära ein.

Zwischen diesen beiden Werken liegt ein Jahrhundert, in dem das Leben in den Metropolen eines der zentralen Themen der Kunst ist. Die Ausstellung aus der Sammlung Deutsche Bank leitet allerdings nicht chronologisch, sondern thematisch geordnet durch das Jahrhundert der Städte. Die Exkursion führt mit Otto Dix oder George Grosz ebenso in die Nachtclubs und Cafés des Berlins der 1920er Jahre, wie auch mit der iranischen Fotografin Shirin Aliabadi in die Straßen Teherans, wo junge Frauen in ihren Autos Parties feiern. Ob nun Imi Knoebel in den 1970er Jahren Lichtkreuze auf Hauswände projiziert, die Marokkanerin Yto Barrada Neubauten in Tanger wie Skulpturen abfotografiert oder die indische Künstlerin Dayanita Singh die Mega City Mumbai wie einen von Nerven und Adern durchzogenen Organismus erscheinen lässt: Die Ausstellung zeigt, wie Künstler die Stadt verfremden, ästhetisieren oder in sie eingreifen.

Am Ende der Schau stehen Visionen und Utopien, „mit denen die Ausstellung dann das Publikum nach Hause schickt“, wie es Prof. Dr. Kurt Wettengl, der Direktor des Museums am Ostwall, erklärt. Das sind etwa die futuristischen Entwürfe Buckminster Fullers, der in Zeiten des kalten Krieges von einer sozialeren Welt träumte, oder die Collagen des jungen Dänen Jakob Kolding, der uns wie Alice im Wunderland hinter modernistischen Trabantenstädten in eine andere Wirklichkeit blicken lässt.

„Stadt in Sicht“, das heißt nicht nur, dass wir die Stadt mit anderen Augen sehen müssen. Der Titel der Ausstellung im Dortmunder U deutet an, dass wir auf einer Reise sind, was die Zukunft der Städte anbelangt. Wohin diese Reise führt, auch das zeigt die Schau, hängt nicht zuletzt davon ab, ob jeder Einzelne die Möglichkeiten ergreift, die Stadt von Morgen selbst mitzugestalten.

Stadt in Sicht - Von Feininger bis Gursky
Werke aus der Sammlung der Deutschen Bank

20.04. – 04.08.2013
Museum Ostwall im Dortmunder U




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