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Auf der Suche nach der unmöglichen Kunst - Die Zacheta präsentiert die "Views" - Nominierten 2013
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Auf der Suche nach der unmöglichen Kunst
Die Zachęta präsentiert die “Views“-Nominierten 2013


Er gilt als renommierteste Auszeichnung für junge polnische Kunst: Als gemeinsames Projekt der Zachęta Nationalgalerie, der Deutschen Bank Polska und der Deutsche Bank Stiftung wird seit 2003 in Warschau alle zwei Jahre der „Views“-Preis vergeben. Jetzt stellen sich die aktuellen “Views“-Nominierten in der Zachęta vor – erstmals ausschließlich mit neuen Werken.


Ein prominent besetztes Treffen im „Künstlerhimmel“: In ihrer Videoarbeit Future Days lässt Agnieszka Polska verstorbene Künstler wie Lee Lozano, Charlotte Posenenske und Bas Jan Ader gemeinsam nach der „unmöglichen Kunst“ suchen. Begleitet werden die Kunstlegenden der 1960er Jahre von Włodzimierz Borowski und Jerzy Ludwiński, zwei einflussreichen Vertretern der polnischen Avantgarde. Auf ihrer Suche durchqueren Polskas Darsteller, die Masken mit den Gesichtszügen der jeweiligen Künstler tragen, die Wiesen und Wälder der schwedischen Ostseeinsel Gotland. Alle Protagonisten von Future Days  verbindet, dass sie als Künstler vor allem von anderen Künstlern geschätzt werden. Zudem arbeiteten sie an radikalen Alternativen zu gängigen Vorstellungen von Kunst, um schlussendlich daran zu scheitern. Auch im Jenseits werden sie nicht fündig, selbst hier lassen sich ihre Vorstellungen nicht verwirklichen. Am Ende des Videos beobachtet die Gruppe begleitet von einem wehmütigen Song eine Sonnenfinsternis. Statt der „unmöglichen Kunst“ haben sie zumindest ein Gemeinschaftsgefühl gefunden.

Das gleichermaßen ironische wie melancholische Video ist typisch für das Werk der 1985 geborenen Künstlerin, die sich immer wieder mit Kunstströmungen des 20. Jahrhunderts beschäftigt. Zu sehen ist Future Days in der Ausstellung der Nominierten für den „Views“-Preis, die jetzt in der Warschauer Zachęta Nationalgalerie auf dem Programm steht. Alle zwei Jahre zeigen hier von einer Fachjury ausgewählte Künstler, was die junge polnische Szene momentan beschäftigt.

Dieses Jahr nutzen alle fünf Nominierten ganz unterschiedliche Medien, doch ein Schwerpunkt liegt auf filmischen Arbeiten. Wie bei Agnieszka Polska geht es auch in dem in Florenz entstandenen Film von Łukasz Jastrubczak um die Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte. Im Zentrum der Renaissance-Hauptstadt lässt er einen bohemienartigen Künstlertyp auftreten, der unter der Last der Kunstgeschichte zusammenzubrechen scheint.

Auf satirische Weise thematisiert dagegen Karolina Bregułas Video Offence aktuelle Ängste vor gesellschaftlichem Wandel. Hauptfigur ist ein Beamter in einer fiktiven Provinzstadt, der sich als Vorkämpfer für Modernität und Fortschritt versteht.Breguła machte ihren Abschluss an der Nationalen Filmschule in Łódź, wo schon Roman Polanski studierte. Und tatsächlich erinnert der absurde Humor ihrer Dokumentarfilmparodie an die frühen Filme des Regisseurs.

Piotr Bosackis Beitrag zu “Views” besteht aus einem Video und einer Serie von Objektcollagen. Für seinen Film hat er einige dieser Objekte animiert und mit poetischen Texten kombiniert. Während Bosacki bevorzugt mit einfachen Materialien wie Pappe oder Draht arbeitet, sind Tymek Borowskis Poster von der knalligen Ästhetik des Internets und der Werbung geprägt. In der Zachęta präsentiert er BECAUSE IT IS, HOW IT IS – eine wandfüllende, am Computer entstandene Collage aus Gemäldefragmenten, Comics und Slogans wie „Do something stupid every day“. Die Arbeit reflektiert den Overkill an Bildern in der virtuellen Welt und ist folgerichtig auch mit TYMEKBOROWSKI.COM signiert.

Immer wieder beschäftigt sich Borowski auf ironische Weise mit der Produktion und Rezeption von Kunst. So sieht man in einem seiner Videos ein buntgestreiftes Zirkuszelt, auf dem „Art World“ zu lesen ist. Eine Sprechblase verspricht einem jungen Künstler, der mit seiner Mappe vor dem Zelt wartet, dass er in der Kunstszene „geliebt, bewundert und beachtet wird“. Ob Borowski zumindest den diesjährigen „Views“-Preis gewinnt, stellt sich am 24. Oktober heraus. Dann wird im Rahmen einer festlichen Gala verkündet, wer die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung dieses Jahr gewonnen hat.


VIEWS
bis 17.11.2013
Zachęta Nationalgalerie, Warschau




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