Let’s talk:
Kulturelle Identität und wirtschaftliche Chancen

Ein innovativer Bereich der Deutschen Bank arbeitet spartenübergreifend und ermöglicht so neue Erfahrungen – für Kunden und ein breites Publikum. Ein Gespräch mit Josephine Ackerman, Friedhelm Hütte, Franziska Kunz, Michael Münch und Thorsten Strauß über Synergien zwischen Kunst, Kultur und Sport.
ArtMag: Herr Strauß, warum engagiert sich die Deutsche Bank in Zeiten wie diesen für Kunst, Kultur und Sport? Ist das nicht reiner Luxus?

Thorsten Strauß: Nein, im Gegenteil. Gerade in wirtschaftlich, politisch und sozial herausfordernden Zeiten zeigt sich, ob ein solches Engagement nur als ein „Nice to have“ oder als ein unverzichtbarer Teil des Selbstverständnisses eines Unternehmens gesehen wird. Aufsichtsrat und Vorstand der Bank haben hier ein deutliches Signal gegeben und den eigenständigen Bereich "Kunst, Kultur & Sport" geschaffen, in dem jetzt alle entsprechenden Aktivitäten gebündelt sind. So können wir noch fokussierter und effizienter bewährte Projekte fortführen und neue Konzepte entwickeln. Mit diesem Engagement wirken wir – nachhaltig und glaubhaft – positiv in der Öffentlichkeit und stärken die kulturelle Vielfalt unseres globalen Unternehmens.


Eine globale Plattform für Kunst, Kultur und Sport
Im April 2016 hat eine neue Einheit unter der Leitung von Thorsten Strauß ihre Arbeit aufgenommen. Der eigenständige Bereich KKS, der die Kunst-, Kultur- und Sportengagements der Deutschen Bank zusammenführt, bündelt vorhandenes Know-how, um Kunden und Mitarbeitern, aber auch einer breiten Öffentlichkeit maßgeschneiderte Programme zu bieten.


ArtMag: Attraktive Programme für die Öffentlichkeit, ebenso für Mitarbeiter – das ist nachvollziehbar, aber welche Vorteile bieten sich für Ihre Kunden?

Josephine Ackerman: Künftig wollen wir noch näher an unsere Kunden rücken – ihnen aus einer Hand nicht nur ein vielgestaltiges Angebot aus den Bereichen Kunst, Kultur und Sport bieten, sondern ihnen auch unser Know-how und unsere internationalen Netzwerke zur Verfügung stellen.

ArtMag: Können Sie hier konkrete Beispiele nennen?

Josephine Ackerman: Für unsere Veranstaltungen während der CHIO in Aachen, dem großen internationalen Reitturnier, konnten wir zuletzt mehr als 1.700 Kunden begeistern und mit unserer ArtCard können die Kunden von den vielen Partnerschaften mit Museen weltweit direkt profitieren.

ArtMag: Gerade Banken und Versicherungen haben oft eigene Kunstsammlungen aufgebaut. Was unterscheidet hier Ihr Haus von anderen Unternehmen?

Franziska Kunz: Die Deutsche Bank engagiert sich seit über 30 Jahren für die Kunst. In dieser Zeit haben wir eine der wichtigsten Corporate Collections der Welt aufgebaut. Die enge Verbindung zur Bank war von Anfang an Teil des Konzepts. Unsere Kunstwerke bereichern die Arbeitswelt des Unternehmens in vielfältiger Weise. Die Bank unterstützt bewusst, dass sich Mitarbeiter und Kunden an ihren Standorten direkt mit Kunst auseinandersetzen. Auch wirtschaftlich muss sich die Sammlung nicht verstecken. So hat sich der Wert zahlreicher Positionen innerhalb der letzten Jahrzehnte deutlich erhöht. Die Förderung neuer Talente lohnt sich eben häufig auch finanziell.

Friedhelm Hütte: Diesen Talenten bieten wir dann mit unserer KunstHalle in Berlin – die man auch als ein Schaufenster unseres Kunstprogramms bezeichnen könnte – eine Plattform. Wir kooperieren zudem mit Häusern wie der Tate Modern in London oder dem Jewish Museum in New York. 2004 haben wir das Potenzial der damals noch jungen Londoner Kunstmesse Frieze erkannt, die wir seit ihrem zweiten Jahr als Förderer begleiten. Inzwischen ist die Frieze weit mehr als eine Messe. Die Museen und Galerien zeigen in der "Frieze Week" ihre besten Ausstellungen. Das zieht ein breites Publikum an. Zugleich erreichen wir in diesem Umfeld unsere Kunden und potenziellen Kunden, die sich für Kunst begeistern und sie sammeln.

ArtMag: Der zweite Buchstabe in ihrem neuen Bereich steht für Kultur. Was können wir hier künftig erwarten?

Michael Münch: Wir sind seit mehr als 25 Jahren Partner der Berliner Philharmoniker und schaffen für unsere Kunden – ob in Berlin, Tokio oder New York – immer wieder unvergessliche Konzerterlebnisse. Auch diese einzigartige Kooperation entwickelt sich weiter. Seit diesem Sommer und künftig alle zwei Jahre laden Bank und Orchester zu einer Open-Air-Veranstaltung in Berlin ein. Damit tragen wir Kunst und Kultur in die Breite. Wir schaffen Zugang zu kulturellen Erfahrungen und eröffnen vielerlei Möglichkeiten teilzunehmen: mit den Berliner Philharmonikern ebenso wie mit der Metropolitan Opera, der Jungen Deutschen Philharmonie und vielen weiteren Kulturprojekten, für die wir uns einsetzen.

ArtMag: Welche Pläne verfolgen Sie im Sportbereich?

Thorsten Strauß: Auch hier sind wir gut aufgestellt – in der Breite wie in der Spitze. Seit 2001 unterstützen wir über die Sporthilfe talentierte Nachwuchs- und Spitzenathleten dabei, Leistungssport besser mit der beruflichen Karriere zu vereinen. Mit der Deutsche Bank Reitsport-Akademie fördern wir ebenfalls junge Talente. Seit 1955 sind wir Hauptsponsor beim CHIO Aachen, übrigens das älteste Engagement im Sportbereich der Bank. Diese und neue Sportprojekte wollen wir künftig stärker und noch internationaler nutzen, um sie für unsere Kunden und Mitarbeiter zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen.

ArtMag: Herr Strauß, wo steht der Bereich in fünf Jahren? Was sind die Ziele?

Thorsten Strauß: Wir wollen uns auf allen drei Feldern fortentwickeln – und zwar mit einem Programm, das gleichermaßen der Öffentlichkeit, dem Unternehmen und auch seinen Mitarbeitern zu Gute kommt. Unser erster Anspruch bleibt, ein breites gesellschaftliches Spektrum zu erreichen und unserer unternehmerischen Verantwortung nachzukommen. Unseren Kunden und Partnern wollen wir zusätzlich mehr maßgeschneiderte Angebote aus allen drei Bereichen bieten – zusammengestellt von unseren Experten. Diese gemeinsamen Erlebnisse vermitteln das Gefühl von Zugehörigkeit, kultureller Identität und eröffnen der Bank auch wirtschaftliche Chancen. Da sind wir als Team uns sicher und dafür stellen wir die bestmögliche Plattform bereit.