MACHT KUNST! city video future
Drei Gewinner stehen fest

Wenn die Maschinen die Macht übernehmen, sieht es für die Menschheit düster aus – auf jeden Fall, wenn man Hollywood-Blockbustern wie den Terminator-Filmen glaubt. Solchen apokalyptischen Zukunftsvisionen setzt Danielle Küchler Flores ihren Kurzfilm The Individual Revolution entgegen. In nur drei Minuten entwirft sie das Bild einer utopischen Stadt. Hier gelingt es den Menschen, harmonisch miteinander zusammenzuleben – dank Fortschritten der Technologie, Maschinen und Robotern. Ihr optimistischer Beitrag mit seinen psychedelischen, von elektronischen Klängen untermalten Bildern überzeugte auch die Jury von MACHT KUNST city video future, die ihn mit dem ersten Preis auszeichnete. Danielle Küchler Flores, die die an der Baseler Hochschule für Gestaltung und Kunst ein Master-Studium in Fine Arts absolviert, erhält 7.000 Euro in Verbindung mit einer einjährigen Mentorenschaft durch die UFA, die den Wettbewerb gemeinsam mit der Deutschen Bank präsentierte.

Die zweit- und drittplatzierten Filme des Wettbewerbs, die mit einem Preisgeld von 5.000 bzw. 3.000 Euro ausgezeichnet wurden, vermitteln auf ganz unterschiedliche Weise dystopische Bilder der Zukunft. Die in Chicago lebende Videofilmerin Meredith Leich schildert in Scaling Quelccaya, wie ihre Heimatstadt als Folge des Klimawandels langsam im Schnee versinkt. Ihr Film mischt dokumentarische Aufnahmen mit animierten Passagen in einer reduzierten Schwarz-Weiß-Ästhetik. In Sara Tirellis Cassandra bewegt sich die mythische Seherin durch ein verfallenes Venedig. Tirelli, die schon diverse Musikvideos und Werbefilme, aber auch freie, experimentelle Arbeiten realisiert hat, drehte ihren poetischen Film mit einer 16-mm-Kamera.

„city video future“ lautete der Titel der dritten Ausgabe des Wettbewerbs MACHT KUNST!, den die Deutsche Bank 2013 initiierte. Anlass für die diesjährige Kooperation mit der UFA war das 100-jährige Jubiläum von Deutschlands bedeutendster Filmproduktion. Beide Partner blicken auf eine lange gemeinsame Geschichte zurück. So half die Deutsche Bank 1925 auch bei der Finanzierung von Fritz Langs Metropolis. Ausgehend von diesem Klassiker des Science-Fiction-Kinos suchte „city video future“ nach einem künstlerischen Kurzfilm zum Thema „Meine Stadt in 100 Jahren“.

Aus zahlreichen nationalen und internationalen Beiträgen wurden 20 Filme für eine Shortlist ausgewählt – von einer prominent besetzten Fachjury. Dazu gehörten neben Josephine Ackerman, Stellvertretende Leiterin von Art, Culture & Sports der Deutschen Bank, und Wolf Bauer, Co-CEO der UFA, auch die Filmemacherin Maike Mia Höhne, der „Künstler des Jahres" 2016, Basim Magdy, und die Schauspielerin Franziska Weisz. Die drei Gewinnerinnen wurden am Samstag den 19. August 2017 im Rahmen einer Preisverleihung im Atrium der Deutschen Bank in Berlin ausgezeichnet.

Wer mit dem Publikumspreis, einer Digitalkamera, ausgezeichnet wird, steht noch nicht fest, denn bis zum 27. August kann jeder online unter www.machtkunst-berlin.de noch für seinen Favoriten stimmen. Der Publikumsliebling wird dann einen Tag später auf der Website verkündet. Die Top 20 ist außerdem noch bis Anfang Oktober im „Quartier Zukunft“ der Deutschen Bank in Berlin-Mitte, Friedrichstraße 181, zu sehen.