GERMAN ENCOUNTERS
Die Sammlung Deutsche Bank in der Fire Station in Doha

Im Rahmen des Deutsch-Katarischen Kulturjahres 2017 präsentiert sich die Sammlung Deutsche Bank vom 03. Oktober 2017 bis zum 21. Januar 2018 in Katar. Hier zeigt sie in der Fire Station, einer der bedeutendsten Kunstinstitutionen des Landes, Meisterwerke der deutschen Gegenwartskunst.
Was ist eigentlich das Deutsche an deutscher Kunst? Dieser Frage geht German Encounters nach, eine Ausstellung, die speziell für das Publikum in Katar konzipiert wurde. Mit 115 exemplarischen Werken auf Papier, Fotografien und Gemälden von 27 Künstlern richtet die Schau den Blick auf die deutsche Gegenwartskunst von den 1960er-Jahren bis in die jüngste Gegenwart. Zugleich erzählt sie ein Stück Geschichte – der Sammlung Deutsche Bank. Seit ihrer Gründung in den späten 1970ern reflektiert sie immer auch die deutsche Geschichte und Gegenwart.

In fünf Sektionen werden unterschiedliche Aspekte thematisiert, die die Entwicklung der deutschen Gegenwartskunst kennzeichnen. Den Ausgangspunkt der Ausstellung bilden dabei Positionen, die den Konstruktivismus, die Utopien der Moderne und das Erbe des Bauhauses weiterentwickeln: die Werke von Josef Albers, die ZERO-Künstler, die farbenfrohen geometrischen Abstraktionen von Imi Knoebel oder die Architekturfotografien von Bernd und Hilla Becher. Mit ihren Typologien verlassener Industriearchitekturen in Deutschland dokumentierte das Fotografenpaar den allmählichen Verfall einstiger Utopien und zugleich die Realität der jungen Bundesrepublik. 

Die Ausstellung präsentiert viele Künstler, die die Sammlung Deutsche Bank seit ihrer Gründung entscheidend geprägt haben, wie etwa die neo-expressiven Maler Georg Baselitz und Markus Lüpertz oder Jörg Immendorf mit seiner erneuerten Historienmalerei. Prominent vertreten sind auch Gerhard Richter und Sigmar Polke, die einstigen Vertreter des „Kapitalistischen Realismus“, die in ihrer Malerei nicht nur den Muff des deutschen Wirtschaftswunders, sondern auch die Realität einer neuen Konsum- und Medienkultur kommentierten. Neben Joseph Beuys werden Künstler präsentiert, die seit den frühen 1980er-Jahren völlig eigenwillige Positionen definieren und auf ganz unterschiedliche Weise für einen sozial engagierten oder kritisch erweiterten Kunstbegriff stehen: Isa Genzken, Martin Kippenberger und Rosemarie Trockel.

Ein ganzer Raum ist den Fotografen der Düsseldorfer Schule gewidmet. Die Arbeiten von Andreas Gursky, Candida Höfer oder Thomas Ruff wurden lange vor ihrem internationalen Durchbruch für die Sammlung angekauft. Den Abschluss der Ausstellung bilden Werke von Neo Rauch, der seit Anfang der 1990er als erster deutsch-deutscher Maler-Star für eine erneuerte Figuration steht. Künstler wie Marc Brandenburg, Katharina Grosse, Anette Kelm, Daniel Richter oder Karin Sander repräsentieren das „Kunstlabor Berlin“, in das sich die Hauptstadt seit dem Mauerfall verwandelt hat. Dabei umreißen sie eine Vielfalt von Mitteln und Medien, von konzeptioneller Fotografie, abstrakter Malerei bis hin zu autobiografisch geprägter Zeichnung.

GERMAN ENCOUNTERS
2.10.2017 – 20.1.2018
Fire Station, Doha