„Improvisation wie im Jazz“
Die Presse über Kemang Wa Lehulere in der Deutsche Bank KunstHalle

Mit Bird Song stellte die Deutsche Bank KunstHalle Kemang Wa Lehulere erstmals in Deutschland mit einer umfassenden Ausstellung vor. Die Presse reagiert begeistert auf die ebenso poetischen wie politischen Arbeiten des südafrikanischen Künstlers.
„South Africa’s Rising Art Star”, so charakterisiert die New York Times Kemang Wa Lehulere und das Magazin Art Afrika befragte ihn anlässlich seiner Auszeichnung als „Künstler des Jahres” 2017 der Deutschen Bank ausführlich zu seinem Werk und den Plänen für seine Ausstellung in Berlin. Seine Schau in der Deutsche Bank KunstHalle stieß auf großes Interesse: Für die Art zählte sie zu den „aufregendsten Ausstellungen der Woche”, der Informationsdienst Kunst spricht von einer „wirklich empfehlenswerten Ausstellung”, Kunstmarkt.com von einer „sehenswerten und vielschichtigen Schau“ und betont „die poetische Kraft im gleichzeitig politisch aufgeladenen Werk von Kemang Wa Lehulere“. „Bird Song zeigt“, so Angela Hohmann in der Berliner Morgenpost, „einen vielfältigen Künstler, der mit allen Medien zu spielen weiß. Nicht umsonst wird er international als einer der bedeutendsten Vertreter einer jungen Generation südafrikanischer Künstler gefeiert.“ Und auch für Harper’s Bazaar zählt er zu den „wichtigsten, jungen, kritischen Künstlerstimmen Südafrikas.“

Wa Lehuleres „Arbeiten - Installationen, Zeichnungen, Malerei und Performances - erzählen von Zerrissenheit und Unterdrückung, sie thematisieren die Apartheid und die Folgen des Kolonialismus in Südafrika“, konstatiert Olga Potschernina von Art in Berlin. Auf Deutschlandfunk Kultur beschreibt Jochen Stöckmann die Schau in der KunstHalle als „assoziatives Gespinst aus Bilderfindungen, historischen Anspielungen und kritischen Zeitkommentaren“. Auf die schwierige Situation der südafrikanischen Gesellschaft reagiere der Künstler nicht mit „kleinen Fluchten oder großen Utopien. Kemang Wa Lehulere zeichnet Widersprüche nach, macht Risse sichtbar, lässt Hoffnungen anklingen.“ Auf Radio1 bemerkt Marie Kaiser, die Schau verschaffe einen „ganz anderen, assoziativen und unmittelbaren Zugang zu einem Land, dessen Geschichte ich nur aus der Ferne kenne”. Im Tip schreibt Johannes Wendland: „Die Arbeiten von Kemang Wa Lehulere besitzen eine biografische, politische und historische Tiefe. Doch sie sind vor allem sehr poetisch. Und das macht sie so überzeugend, je mehr man sich mit ihnen beschäftigt.“ „‚Bird Song‘“, so Will Furtado in Contemporary &, „zeigt einen Künstler, der unterschiedliche Ansätze verwendet, um die Gegenwart ins rechte Licht zu rücken, jedoch ohne die Vergangenheit zum Fetisch zu machen.“ Das Magazin Contemporary And (C&), das die zeitgenössische Kunstpraxis aus afrikanischer Perspektive reflektiert, brachte zudem ein ausführliches Interview mit Wa Lehulere zu seiner Schau in der KunstHalle.

Besonders die skulpturalen Arbeiten überzeugen die Kritiker: So schreibt Sophie Aschenbrenner in Monopol: „Wa Lehuleres Installation aus alten Schulpulten, ein Symbol für die Macht von Bildung, sind eindrucksvoll: Broken Wing (2016) schwebt über dem Besucher und erinnert an die Kolonialisierung.“ Und Ingeborg Ruthe (Berliner Zeitung/Frankfurter Rundschau) bemerkt zu dieser aus Krücken gefertigten Skulptur: „Riesige Schraubzwingen pressen pro Krücke je eine Xhosa-Bibel und jeweils zwei Gebissabformungen (...) zusammen. Was für eine Metapher für Zwang und Unfreiheit.“ Nur Brigitte Werneburg von der taz ist weniger überzeugt. Sie lobt zwar die „lebendige Präsentation“, stört sich aber an der „seltsam didaktischen, narrativen Anmutung“ der Installationen.

Wa Lehuleres „ganze Leidenschaft, der Schmerz der Apartheid-Generation und seine persönliche Überzeugung spiegeln sich in seinen Kunstwerken wider“, schreibt Jana Hansen in LoNam. Das Afrika-Magazin. In der Zitty bemerkt Claudia Wahjudi, dass er die KunstHalle „in einen Gedenkraum für das Subjekt in der Geschichte“ verwandelt. „In der mäandernden Erzählung seiner schwarz-weißen Ausstellung in der Deutsche Bank KunstHalle verwebt Kemang Wa Lehulere individuelle und kollektive Geschichte, Vergangenheit und Gegenwart“, schreibt Simone Reber im Tagesspiegel. „Man kann Bird Song (…) als Klangstruktur erleben, als Improvisation wie im Jazz. (…) Oder man kann dem Gespräch zwischen Jung und Alt, Lebenden und Toten lauschen. Und man sieht den weißen Fleck, den das Schweigen über die dunkle Vergangenheit hinterlässt.“