In dieser Ausgabe:
>> Sugimoto Portraits
>> Sugimotos Porträts in Singapur
>> Kara Walker im MuseumsQuartier in Wien

>> zum Archiv

 

Kara Walker im MuseumsQuartier in Wien




Aus: The Emancipation Approximation, 1999-2000
© Brent Sikkema


Mit Kara Walker - Sammlung Deutsche Bank zeigt das Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien (MUMOK) vom 6. Dezember 2002 bis 16. Februar 2003 in der MUMOK Factory eine größere Werkschau der 1969 in Kalifornien geborenen Künstlerin. Der aus 55 Arbeiten bestehende Sammlungsbestand der Deutschen Bank – deren Mittelpunkt die mehrteilige Arbeit The Emancipation Approximation von 1999/2000 bildet – wird durch einige Leihgaben aus anderen Sammlungen, wie der Dakis Collection, ergänzt. Die Wanderausstellung wurde durch die Kunstabteilung der Deutschen Bank und die Deutschen Bank, Filiale Wien ermöglicht. Nach den Stationen Mannheim, Berlin und Arnheim bildet Wien nun den Abschluss dieser Ausstellungsreihe.



Aus: The Emancipation
Approximation, 1999-2000
© Brent Sikkema
  

Ohne Titel, 1994 - 1995
© Brent Sikkema



Kara Walker, die in nur wenigen Jahren internationale Bekanntheit erreicht hat, beschäftigt sich mit den immer wieder reproduzierten Rahmenbedingungen von Rassismus und Sexismus, die sie in großen Scherenschnitten, aber auch in kleineren Collagen, Fotografien und Zeichnungen kritisch beleuchtet. In Wien wurde Kara Walker mit dem für die Spielzeit 1998/99 geschaffenen Eisernen Vorhang der Wiener Staatsoper bekannt, zu dem in der Ausstellung Vorstudien und Skizzen zu sehen sind.

In diesem Scherenschnittbild brachte sie in den einzelnen, an Märchen erinnernden Figuren ungewollte und unheimliche Aspekte deutschsprachiger Kultur zu Tage, die sie als Afroamerikanerin in Wien vorfand und einer kritischen Untersuchung unterwarf.

Das Werk Kara Walkers prangert soziale Missstände an, besonders die der amerikanischen Südstaaten-Geschichte der Schwarzen. Die Künstlerin nützt das Medium des Scherenschnitts für knappe Narrationen, um Klischees und Stereotypik aufzuzeigen und für latent vorhandene Rassismen wach zu sein, wie sie selbst sagt: "Ich warte gespannt auf den unabsichtlichen Affront, die rassistische Bemerkung."

Kara Walker studierte am Atlanta College of Art (Atlanta, Georgia) und an der Rhode Island School of Design (Providence, Rhode Island). 1999 wurde sie mit dem renommierten Stipendium der MacArthur Foundation ausgezeichnet und vertrat die USA 2002 auf der 25. Biennale in São Paulo. Kara Walker lebt und arbeitet in New York, wo sie auch als Professorin an der Columbia University lehrt. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog der Sammlung Deutsche Bank in Deutsch und Englisch (EUR 20).



Aus: The Emancipation Approximation, 1999-2000
© Brent Sikkema


Zu der Ausstellung von Kara Walker finden Sie im Archiv von db-art.info ein Interview zwischen der Künstlerin und dem afroamerikanischen Autor Darius James sowie Karsten Kredels Essay: "Blasphemous Blackness! Die ironischen Maskierungen der Kara Walker"