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Kunst in hoher Auflage

Immer häufiger erscheinen Kunstwerke aus der Sammlung Deutsche Bank auf Buchtiteln in der ganzen Welt.

"Leben ist nur ein wandelnd Schattenbild / Ein armer Komödiant, der spreizt und knirscht / Sein Stündchen auf der Bühn und dann nicht mehr / Vernommen wird." Sprechen solche Verse, wie hier aus Macbeth, nicht für sich selbst? Sollte man statt über Shakespeare nicht wieder einmal etwas von ihm lesen? Wer sich von Ulrich Suerbaums Shakespeare-Führer unterweisen lässt, dürfte sehr bald selbst auf Erkundungstour im dramatischen Kosmos des Elisabethaners gehen. Es erscheint kein Zufall, dass auf dem Cover dieses im Reclam Verlag erschienen Bandes ein Kunstwerk aus der Sammlung Deutsche Bank zu sehen ist.

Wandelnde Schattenbilder, Ruhm und Sterblichkeit - Hintersinnig handelt es sich bei dieser Illustration nicht um ein historisches Gemälde, sondern um das wächserne Abbild William Shakespeares, das der japanische Fotograf Hiroshi Sugimoto für seine Porträts-Serie aufgenommen hat. Zur Zeit sind Sugimotos Arbeiten im Singapore Art Museum zu sehen. Mit fast halluzinogener Präzision lässt der Künstler in seiner Porträt-Galerie die wächsernen Identitäten von berühmten Persönlichkeiten wie Heinrich VIII, William Shakespeare oder Fidel Castro in neuem Licht erscheinen.

Die Verbindungen zwischen Kunst und Literatur liegen im Falle der Sammlung Deutsche Bank nahe: Immer häufiger erscheinen Arbeiten auf Papier aus der Sammlung auf Buchumschlägen und verbreiten sich in hohen Auflagen durch die ganze Welt.

Besonders auf dem spanischen Buchmarkt sind Künstler aus der Sammlung beliebt: So zieren Variationen von Helmut Middendorfs Umarmung der Nacht Emile Ajars Roman La vida ante si und Marguerite Duras' Los Ojos Azules Pelo Negro, während Peter Chevaliers Picasso Kopf Juan Goytisolos Roman Coto Vedado verschönert.