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Anya Gallaccio für den Turner Preis nominiert

Am 29. Mai wurden in London die Nominierungen für den Turner Prize bekannt gegeben. Neben Jake und Dinos Chapman, Willie Doherty, und Grayson Perry wurde mit Anya Gallaccio auch in diesem Jahr wieder eine Künstlerin vorgeschlagen, deren Arbeiten in der Sammlung Deutsche Bank vertreten sind. Gallaccio wurde 1963 im schottischen Paisley geboren und Ende der achtziger Jahre durch ihre Teilnahme an der von Damien Hirst kuratierten Ausstellung Freeze bekannt. Zahlreiche internationale Einzel- und Gruppenausstellungen folgten.



Anya Gallaccio, Ohne Titel, 2000

Für ihre ortspezifischen Arbeiten verwendet Anya Gallaccio natürliche Materialien, Früchte, Blumen, Wasser oder Gras, um sie in Installationen einzusetzen. Häufig haben Gallaccios Interventionen zugleich einen Ereignischarakter, da sie nicht nur Geruchs- und Hörsinn der Betrachter ansprechen, sondern auch von den unvorhersehbaren Reaktionen und Veränderungen der verwendeten Materialien abhängen. So füllte sie 2002 für eine Auftragsarbeit in Anspielung auf Motive klassischer britischer Landschaftsmalerei einen Flügel der Tate Britain mit den gigantischen Stämmen gefällter Eichen und überzog den Boden mit einer Schicht geschmolzenen Zuckers.


Nominiert wurde Gallaccio für eben diese Ausstellung sowie für ihre Einzelausstellung in der Ikon Gallery Birmingham, mit der sie ihre "innovativen Untersuchungen der Spannung zwischen organischen und traditionellen bildhauerischen Mitteln fortsetzte".

In der Sammlung Deutsche Bank ist Gallaccio mit fotografischen Arbeiten vertreten, die sich gleichfalls mit dem Motiven von Veränderung und Zeit auseinandersetzen: Während sie mit ihrer Arbeit Ohne Titel (2000) den Verfallsprozess der Passfotos von Freunden der persönlichen Erinnerung gegenüberstellt, bietet Now the Leaves are Falling Fast die Neuinterpretation eines klassischen Themas: Mit ihrer Arbeit spielt Gallaccio auf das klassische Gemälde Ophelia (1851-52) des Prä-Raffaeliten John Everett Millais an, auf dem der Körper der von Hamlet verschmähten Geliebten nach ihrem Selbstmord einen Fluss hinab treibt.

Die Verleihung des mit 25.000 Pfund dotierten Turner Prize wird Ende des Jahres in London stattfinden und live von Channel 4 übertragen.