Rundgang Deutsche Bank Tokio

Die Deutsche Bank Tokio residiert im Sanno Park Tower in der Nähe des Shinto-Schrein Hie und des Parlamentsgebäudes. Er ist eines der bekanntesten Gebäude der Stadt. In ihrer dortigen Sammlung konfrontiert die Deutsche Bank japanische und europäische Nachkriegs- und Gegenwartskünstler. Andre Kunz lädt uns ein zu einem Rundgang


Blick nach Osten

Tokio entwickelt sich zur ersten Metropole der neuen Kunst des 21. Jahrhunderts: In keiner anderen Stadt zeigt sich so deutlich wie hier die Ambivalenz zwischen Tradition und Innovation, zwischen Ost und West. Margrit Brehm skizziert in einem Essay die Kunstszene in Tokio und die Entwicklung der zeitgenössischen japanischen Kunst von der Kalligraphie zum Tokyo-Pop.


Miwa Yanagi

Die Fotografin Miwa Yanagi benutzt den Computer wie die klassischen Maler die Lasur. Mit seiner Hilfe stellt sie jenen Eindruck porentiefer Reinheit her, an den uns die Werbefotografie gewöhnt hat. Miwa Yanagi entzieht sich dieser Ästhetik aber keineswegs. Sie gehorcht ihr - um sie zu besiegen. Das ist eine klassische japanische Kampfform, erklärt Arno Widmann.


Naoya Hatakeyama

Naoya Hatakeyama hat Kalksteinwerke, Flüsse in Stadtlandschaften, Tunnel und Sprengungen fotografiert. Seine Bilder handeln von der gigantischen Konstruktion, die man Zivilisation nennt. Hatakeyama fragt, wo sie beginnt und wo sie endet, woraus sie besteht und ob das Bild, das sie von sich selbst entwirft, vor ihren Abgründen standhält. Von Ulf Erdmann Ziegler


"Japan ist anders anders"

Das behauptet jedenfalls der Held in Cees Nootebooms Roman "Mokusei". Er beschreibt damit die Schwierigkeit, aus westlicher Perspektive die komplexe japanische Kultur zu verstehen, die durch die unterschiedlichsten Einflüsse geprägt wurde. Doch zugleich scheint Tokio auf dem Sprung, sich zur ersten Metropole der Kunst des 21. Jahrhunderts zu entwickeln. Einen Hinweis, dass der Blick gen Osten das Zeichen für einen tiefgreifenden Perspektivwechsel sein könnte, gab Biennale-Kurator Francesco Bonami, der den japanischen Künstler Takashi Murakami als Schlüsselfigur der heutigen Kunstszene propagierte. Nirgends werden so leidenschaftlich wie in Japan die Möglichkeiten der zeitgenössischen Kunst untersucht, die eigene Position im Zeitalter der globalen Informationsgesellschaft zu bestimmen. Dies reflektiert auch die Sammlung der Deutschen Bank Tokio, der das Schwerpunktthema dieser Ausgabe gewidmet ist. +++ Andre Kunz begibt sich auf einen Rundgang durch die Deutsche Bank im Sanno Park Tower, wo deutsche und japanische Künstler in einen Dialog treten. +++ Margrit Brehm skizziert die Entwicklung der zeitgenössischen japanischen Kunst von der Kalligraphie zum Tokyo-Pop. +++ Ulf Erdmann Ziegler porträtiert Naoya Hatakeyama, der mit seinen Fotografien die Abgründe der Zivilisation erforscht. +++ Arno Widmann beschreibt die Strategie der Künstlerin Miwa Yanagi als klassische japanische Kampfkunst. +++ Warum "Art at Work" in Japan ein neues Konzept ist, erklärt Toshihiro Umezaki von der Deutschen Bank Tokio.