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Dynamik und Modernität

Toshihiro Umezaki ist Vizepräsident der Deutschen Securities Limited in Tokio und Head of Corporate Real Estate & Services/Security. Er ist seit Juli 2003 für die Betreuung der Sammlung Deutsche Bank in Tokio verantwortlich. Andre Kunz sprach mit ihm über den Aufbau der Sammlung in Tokio und die Reaktionen der Mitarbeiter auf das Konzept der "Kunst am Arbeitsplatz".



Toshihiro Umezaki neben einer Fotografie von Yukio Nakagawa, Hakuchu No Zamuza, 1999

Andre Kunz: Herr Umezaki, mögen Sie Kunst?

Toshihiro Umezaki: Ja, ich bin seit meiner Kindheit interessiert an Kunst. Ich liebte es zu zeichnen und zu malen.

Kunz: Sie sind seit Juli 2003 für die Kunstsammlung der Deutschen Bank in Tokio zuständig. Hatten Sie schon etwas Zeit, um die Sammlung kennen zu lernen?

Umezaki: Mit einigen der wichtigsten Werke auf den verschiedenen Stockwerken habe ich mich schon vertraut gemacht. Aber für eine detaillierte Kenntnis werde ich sicher noch einige Monate brauchen.

Kunz: Sie haben rund 350 Werke in ihrer Sammlung. Wann wurden diese Werke angeschafft?

Umezaki: Der größte Teil wurde für den Umzug in dieses Gebäude Mitte 2000 angeschafft. Dabei wurden vor allem viele japanische Werke zugekauft, die heute fast zwei Drittel der Sammlung ausmachen.

Kunz: Arbeiteten Sie beim Kauf der japanischen Bilder mit einer Institution in Japan zusammen?

Umezaki: Nicht direkt. Wir stellten eine Kunstberaterin ein, Frau Yoshiko Isshiki, die für die Auswahl der Werke zuständig war. Bei den Werken der deutschsprachigen Künstler hat uns Herr Hütte, der Leiter der Kunstabteilung in Frankfurt beraten. Frau Isshiki und Herr Hütte haben dann auch zusammen die Präsentation der Werke in unseren Räumlichkeiten geplant.

Kunz: Verfügen Sie über ein spezielles Budget für den Ankauf von Kunst?

Umezaki: Die Werke deutschsprachiger Künstler stammen aus der Sammlung in Frankfurt und wurden dort gekauft. Für den Kauf der Werke japanischen Künstler stand Geld von der Abteilung Deutsche Bank Real Estate bereit. Die japanischen Werke kommen meist von jungen und aufstrebenden Künstlern. Sie sollen Dynamik, Modernität und Verlässlichkeit ausstrahlen.

Kunz: Haben Sie als Verantwortlicher der Kunstsammlung auch Kontakte mit der Kunstszene in Tokio?

Umezaki: Nur am Rande. Ich kenne einige junge Künstler. In Zukunft werde ich aber vermehrt den Kontakt suchen.

Kunz: Wie reagieren die Angestellten auf das Konzept "Kunst am Arbeitsplatz"?

Umezaki: Ich bin zwar erst kurz hier, aber mir ist aufgefallen, dass die Angestellten hier dank der vielen Werke in den Fluren und Büros sensibilisiert sind für den Wert von Kunst. In Japan ist das eher ungewohnt. Arbeitsplätze sind in der Regel schmucklos und funktional eingerichtet.