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William Kentridge mit dem Goslarer Kaiserring ausgezeichnet


William Kentridge, © Goodman Gallery

Bekannt wurde er mit künstlerischen Filmen, verfremdeten, handgezeichneten Werken, die sich unter anderem mit der zerstörten Minenlandschaft Südafrikas auseinandersetzen, dem Land seiner Herkunft, das den Hintergrund seiner hoch differenzierten politischen Kunst bildet. Nun wurde William Kentridge, der im Jahr 2005 als Auftragskünstler des Deutsche Guggenheim die Berliner Räume "bespielen" wird, mit dem Goslarer Kaiserring ausgezeichnet, einem der bedeutendsten Kunstpreise der Welt.

"Zeichnen und auslöschen, Konturen ziehen und verwischen, Schwärze anhäufen und Helligkeiten hineinreißen: Ein ständiger Prozess der Veränderung findet auf seinen Blättern statt, aufgezeichnet von der Kamera", so charakterisiert die Kunstkritikerin Katrin Bettina Müller die Arbeitsweise Kentridges.


Die leitmotivische Arbeit mit dem Thema der Apartheid nennt Kentridge dabei selbst als zentral für sein Werk: "Es ist mir nie gelungen, Johannesburg zu entkommen, und letztlich ist all meine Arbeit in dieser ausweglosen Provinzstadt verwurzelt. Ich habe nie versucht, die Apartheid zu illustrieren, doch sind die Zeichnungen und Filme gewiss unter dem Einfluss der verrohten Gesellschaft in ihrem Kielwasser hervorgebracht worden und speisen sich von ihr."


William Kentridge wurde 1955 in Johannesburg geboren. 1976 schloss er sein Studium an der Universität von Witwatersrand in den Fächern Politik und Afrikanistik ab. Viele Jahre lang hat er mit dem Theater experimentiert. Seit 1992 arbeitet er mit der berühmten Handspring Puppet Company zusammen. Seine Hauptaktivitäten aber liegen im Zeichnen und Filmen - sie wurden 1997 bei der Documenta X einem internationalen Publikum vorgestellt.


Mit dem Kaiserring reiht sich Kentridge in einen äußerst illustren Kreis von Künstlern ein - der erste Preisträger war Henry Moore im Jahr 1975. Seitdem wurden unter anderen Joseph Beuys, Max Ernst, Cindy Sherman, Jenny Holzer und Sigmar Polke ausgezeichnet.


Als Auftragskünstler für das Deutsche Guggenheim zeigte zuletzt Gerhard Richter seine Installation Acht grau.