In dieser Ausgabe:
>> "El Regreso de los Gigantes" in Buenos Aires
>> Robert und Sonia Delaunay im Centre Pompidou
>>  Haiku-Meister der amerikanischen Psyche
   >> Rosenquist: die Retrospektive
   >> Ein Interview mit James Rosenquist

>> Zum Archiv

 

Die Großstadt (La Ville de Paris. La femme et la tour, 1925, Sammlung Deutsche Bank), aber auch Naturbeobachtungen regten die beiden Künstler dazu an, neu über Licht, Farbe und Bewegung nachzudenken. An den neuen elektrischen Straßenlaternen in Paris beobachten die Delaunays "Lichthöfe, das Vibrieren von Licht, die Zusammensetzung der Farben und ihr konzentrisches Kreisen". Robert Delaunay studiert die "Reaktionen der Retina beim Hineinsehen in die Sonne. Er registriert Farben, Kontraste, nimmt Flecken in Form von Scheiben wahr sowie schwarze Punkte in der Sonne. Diese Beobachtungen werden die Basis für die systematische Arbeit an den Farbscheiben, in denen die Farben konzentrisch organisiert werden: in Simultankontrasten ( Rythme, joie de vivre, 1931, Sammlung der Deutschen Bank), Komplementärfarben und -gegensätzen, leuchtend und stumpf, warm und kalt, mit räumlicher Tiefenwirkung oder flächig-plan, der Folge von Rotationseffekten und elektrischen Sensationen eines Lichtdynamismus, der zeitgenössischer technischer Realität entspricht", schreibt Sandra Liebert in einem Essay über die künstlerische Avantgarde auf der Weltausstellung.



Sonia Delaunay: Rythme couleur, 1958
Centre Pompidou Collection, Musée national d'art moderne
Sonia Delaunay and Charles Delaunay Donation, 1964
©L & M Services B.V Amsterdam
Photo: CNAC-MNAM Dist. RMN


Wohl auf seine Liebe zu Rhythmus und Bewegung ist die Entstehung zahlreicher Gemälde und Serien Robert Delaunays mit sportlichen Sujets wie Football aus dem Jahre 1918 zurückzuführen.


Robert Delaunay: Football, 1918
Centre Pompidou Collection, Musée national d'art moderne
Sonia Delaunay and Charles Delaunay Donation, 1964
©L & M Services B.V Amsterdam
Photo: CNAC-MNAM Dist. RMN, Philippe Migeat


In den dreißiger Jahren schlossen sich die Delaunays der Gruppe Abstraction-Creation an, die die nicht-figurative Kunst verteidigte. Gegründet worden war sie von Auguste Herbin, Theo van Doesburg und Jean Helion. Von 1935 an war Robert zusammen mit Sonia mit den Vorarbeiten für die insgesamt 2000 Quadratmeter einnehmenden Wanddekorationen für die Pariser Weltausstellung von 1937 beschäftigt. Robert Delaunay starb am 25. Oktober 1941 in Montpellier. Sonia Delaunay, die in den zwanziger Jahren vor allem Theaterdekorationen, Stoffdrucke und Kostüme entworfen hatte, wandte sich ab den dreißiger Jahren wieder der Malerei zu. Sie führte große Tafeln für die Weltausstellung 1937 aus und blieb bis zu ihrem Tod 1979 künstlerisch aktiv.

Alexander Kraus

Robert et Sonia Delaunay. Im Centre Pompidou in Paris vom 1. Oktober 2003 bis 5. Januar 2004.

[1] [2]