Basel hat jetzt einen Strand:
die Art Basel logiert nun auch Miami

Wie vielleicht nur noch die Biennale in Venedig oder die Documenta in Kassel hat die jährliche Kunstmesse in Basel über drei Jahrzehnte zur Popularisierung der Künste beigetragen. Sie hat zwischen Kunst und Publikum einen Pakt geschmiedet, wie er in den Heroenzeiten der Avantgarden noch völlig unvorstellbar schien. Ihre größte Konkurrenz hat sie sich jetzt selbst geschaffen: die Art Miami könnte das Tor zur neuen Kunstwelt des 21. Jahrhundert sein, eine Kunstwelt, die schon längst nicht mehr eurozentrisch und auch nicht mehr us-zentriert ist, sondern die sich den Strömungen des Südens öffnet. Eine Rück- und Vorschau von Hans-Joachim Müller.


"Weg mit den Alpen,
freie Sicht aufs Mittelmeer"

Das Motto der Künstlerin Pipilotti Rist ist das bezeichnendste Merkmal der heutigen Kunst in einer auch wirtschaftlich eng mit der Welt vernetzten Schweiz: Weniger als unter einer eidgenössischen Perspektive positionieren sich die Schweizer Künstler im internationalen Kontext. Statt einem Phantom nationaler Einzigartigkeit nachzujagen, lassen sich Künstler wie Balthasar Burkhard, Fischli/Weiss, Sylvie Fleury oder Marianne Eigenheer auf individuelle Positionen ein und kommentieren den internationalen Kunstbetrieb aus ironischer Distanz. Einen Blick auf die Schweizer Künstler in der Sammlung Deutsche Bank wirft Andre Rogger.


Swiss made - Kunst in der Schweiz

"La Suisse n'existe pas", behauptete der Waadtländer Künstler Ben Vautier 1992 auf der Weltausstellung in Sevilla. Doch ihre Kunst existiert! Das beweist ein Blick in die Sammlung zeitgenössischer Schweizer Kunst der Deutschen Bank. +++ Die Art Basel bietet ein unverbrauchbares Spektakel, eine fünfte Jahreszeit, in der die Kunst und ihre Entourage über die Stadt herfallen. Doch die bedeutendste Kunstmesse der Welt wollte nie nur europäisch sein. In Miami Beach öffnet sie sich endgültig einer globalisierten Kunstwelt. +++ Verantwortlich für die Zürcher Sammlung der Deutschen Bank ist Renzo A. Berger. Kurz vor Weihnachten führt er uns durch die fünf Etagen des stattlichen Gründerzeitbaus am Zürcher Bahnhofquai und spricht über seine persönliche Liebe zur Kunst. +++ Im Magazin: Die Ausstellung "Richard Artschwager: Auf und Nieder / Kreuz und Quer" ist jetzt in das Museum moderner Kunst - Stiftung Wörlen in Passau gewandert. Im Interview erklärt Stiftungsgründer Hanns Egon Wörlen, warum er Menschen an die Kunst heranführen will. +++ Chronist der Pose: ein Porträt des Malers Peter Holl.