In dieser Ausgabe:
>> Nam June Paik Museum in Korea
>> Andy Warhol: Motion Pictures / Design seen at MoMA
>> Video on Demand

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Kunst auf Abruf:
Ein neues Internet- Videoarchiv dokumentiert Highlights des Kunstprogramms der Deutschen Bank



Ein Studiobesuch in Jeff Koons New Yorker Werkstatt, eine Modenschau im Deutsche Guggenheim in Berlin, Fähren vom Bosporus auf dem Frankfurter Main: Die neuen Video- on-demand Seiten machen die internationalen Kunstprojekte der Deutsche Bank Art erlebbar.

In den frühen Morgenstunden des 7. September 1986 rollte ein Tieflader vom Frankfurter Osthafen vor den Zwillingstürmen der Deutschen Bank an, um sich dort bei anbrechendem Tageslicht mit Hilfe eines überdimensionalen Krans seiner 80 bis 90 Tonnen schweren Last zu entledigen. Über die Bäume hinweg wurde die 4,50 Meter hohe Granit-Skulptur auf den Sockel gehoben. Nach über dreieinhalb Jahren Vorbereitungszeit war die Kontinuität von Max Bill am Ziel. Längst hat sich die wie ein Endlosband gedrehte Granitskulptur als Sinnbild des Kunstengagements der Deutschen Bank etabliert und gehört wie auch die Frankfurter Zwillingstürme zu den Wahrzeichen des Unternehmens.

Von Max Bills Skulptur Kontinuität (1986) bis zu Ayse Erkmens temporären Kunstprojekt Shipped Ships (2001): Fünfzehn Jahre Begegnungen mit der Kunst der Bank werden nun im Internet unmittelbar erfahrbar. Die Dokumentation über die Skulptur von Max Bill verfolgt den Weg des Kunstwerks von den Sprengungen in den Steinbrüchen in Sardinien, über den Transport über die Strasse von Gibraltar nach Rotterdam und den spektakulären Aufbau in Frankfurt. Mit dieser außergewöhnlichen Entstehungsgeschichte bildet die Reportage den ersten Auftakt eines Videoarchivs, in dem wichtige Projekte und Ereignisse aus dem Kunstprogramm der Deutsche Bank wieder erlebbar werden. Seit kurzem findet man im Navigationsmenü auf allen Internetseiten der Deutsche Bank Art den Button Service, über den man direkt zu Video-on-Demand kommt - einer neuen Seite auf der Künstler-Interviews, Dokumentationen von Performances und Reportagen kostenlos zum Anschauen und Downloaden zur Verfügung stehen.

Der Besucher kann mitverfolgen, wie das Deutsche Guggenheim in Berlin gebaut wird, blickt hinter die Kulissen der Eröffnungsausstellung von Robert Delaunay - Pariser Visionen (1997), schweift 1999 mit James Rosenquist in einem Papieranzug durch das wiedervereinte Berlin, erlebt eine ungewöhnliche Kunst-Modenschau im Deutsche Guggenheim oder sieht zu, wie Jeff Koons Gemälde-Serie Etheral - Easyfun (2000) am Computer und auf der Leinwand entsteht. Video-on-demand bietet zahlreiche O-Töne von Künstlern, Kuratoren, Besuchern, und Bankern und zeigt wie vielfältig und divergent das Leben mit der Kunst ist. Das Verlegen einer Wasserleitung in der Kunsthalle, eine gefällte Linde "Unter den Linden", der Transport eines Löffels mit Hustensaft und der Diebstahl einer Fahrradpumpe: Filmischen Dokumentation von "abenteuerlichen" Aktionen wie Andreas Slominskis Ausstellung 1999 im Deutsche Guggenheim werden Statements von Rolf Breuer, Hilmar Kopper, oder Thomas Krens, dem Direktor der New Yorker Solomon R. Guggenheim Foundation, gegenübergestellt.

Zu den einprägsamsten Dokumentationen gehört sicher auch die Reportage über Ayse Erkmens Projekt Shipped Ships. Für die Reihe Moment, mit der die Deutsche Bank Art temporäre Kunstereignisse im öffentlichen Raum realisiert, ließ die türkische Künstlerin 2001 Fährschiffe aus Japan, Istanbul und Venedig mitsamt ihrer Besatzung nach Frankfurt kommen, wo sie für mehrere Wochen den Betrieb auf dem Main aufnahmen. Der Videofilm macht nicht nur die logistischen Anforderungen des Projekts deutlich, sondern lässt im wahrsten Sinne des Wortes Momentaufnahmen entstehen, die den Reiz des Unternehmens ausmachen: Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen, Altersstufen und Herkunft, die sich für einen flüchtigen Augenblick zusammenfinden und ohne es zu merken, Bestandteil eines lebendigen Kunstwerks werden.