In dieser Ausgabe:
>> Nam June Paik in Berlin / Miwa Yanagi in Bremen
>> Report: Deutsche Bank Art auf der Art Frankfurt

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Deutsche Bank Art auf der Art Frankfurt 2004


Als Messe für junge Kunst und junge Galeristen präsentierte sich die Art Frankfurt auch in diesem Jahr mit einer umfassenden Übersicht der aktuellen Tendenzen auf dem Kunstmarkt. Der Fokus war dabei nicht mehr nur auf die heimische Szene gerichtet. Unter den 167 Galerien, die in diesem Jahr teilnahmen, fanden sich 39 aus dem Ausland, aus Frankreich, Spanien, den Vereinigten Staaten, Brasilien oder der Türkei. Auch die Deutsche Bank Art war unter dem Motto "Kunst - Werkstatt der Zukunft" mit einem Pressestand vertreten. Maria Morais über Begegnungen mit dem Publikum, außergewöhnliche Projekte und Höhepunkte der Messe.



Art Frankfurt 2004, Blick in Halle 1.2, Foto: Jens Liebchen

Das Publikum der Art Frankfurt wirkte entspannt, schlenderte, flannierte und hielt zuweilen überrascht inne. Die Bandbreite der in den Hallen unter dem Messeturm ausgestellten Werke war groß: Von der musealen Präsentation von Werken des Objektkünstlers Daniel Spoerri bei der Galerie Henze & Ketterer aus Bern, über den in seiner Einfachheit spektakulären Seidenvorhang von Sylvie Fleury, der bei der Frankfurter Galerie Michael Neff sanft von Ventilatoren bewegt wurde, bis hin zu den verstörenden Playmobilmännchen auf Jorge Villaba-Stroheckers Interpretation von Rembrandts Nachtwache bei der Erfurter Galerie Rothamel.


Art Frankfurt 2004, Galerie Henze & Ketterer mit Arbeit von Daniel Spoerri, Foto: Jens Liebchen

Diese Aufzählung lässt sich durchaus wie eine Miniaturausgabe der Messe lesen: Neben der verstärkten Präsenz junger Galerien und erstmals auf der Messe vertretenen renommierten Namen - wie auch die Galerie Henze & Ketterer - widmete sich das Programm der Art Frankfurt ebenso engagierten Projekten wie dem Leipziger "Laden für Nichts". Der Raum, der seit über sechs Jahren ohne finanzielle Ambitionen Ausstellungen und Kunstleben bietet, geht auf Reisen, da das Haus in Leipzig saniert wird. Die Frankfurter Messe, die sich zwischen den Giganten der Branche wie der Art Basel oder der Art Cologne behaupten muss, erweitert mit Experimenten der jungen Szene ihr Profil und bot sich gerne als erste Station für das Künstlerprojekt an.


Art Frankfurt 2004, Laden für Nichts,Foto: Jens Liebchen


Diese Ausweitung der Messe in Themenbereiche abseits kommerzieller Interessen spiegelt auch das veränderte Konzept der diesjährigen Curator's Choice wider. Anders als in den Vorjahren wurde die Ausstellungsreihe nicht von einem einzigen Kurator betreut, sondern von dem Verein "Camouflage" , dessen Mitglieder zeitgenössische Kunst aus ihrer afrikanischen Heimat vorstellen. Die von ihnen gezeigten Werke unterschieden sich kaum merklich von der sogenannten Westkunst. Doch die Bedingungen, unter denen Kunst in diesen Ländern entsteht, sind bei weitem schlechter. Das Fehlen einer Infrastruktur oder einer speziellen Förderung stellt afrikanische Künstler vor existenzielle Probleme, auf die der Verein mit Ausstellungen in verschiedenen Ländern Afrikas und Europas aufmerksam machen möchte. Ziel dabei ist es, die zeitgenössische afrikanische Kunstszene besser mit der internationalen Kunstszene zu vernetzen.



Art Frankfurt 2004, Curator's Choice, Foto: Jens Liebchen

Die Bedeutung nicht-öffentlicher Kunstförderung und unternehmerischen Engagements für Kunst manifestierte sich auf der Art Frankfurt auch auf andere Weise: Erstmals war die Deutsche Bank Art auf der Messe mit einem Pressestand vertreten, um die vielfältigen Facetten ihres Kunstprogramms vorzustellen: Ausstellungen aus der weltweit größten Unternehmenssammlung und im Deutsche Guggenheim, Kataloge, Editionen, Zeitschriften und das Online-Kunstmagazin. Bereits im letzten Jahr wurde damit begonnen, mit eigens designten Ständen den direkten Kontakt zu den Besuchern internationaler Messen zu knüpfen. Wie auch bei den Präsentationen auf dem letzten Art Forum Berlin, der Art Cologne und der TEFAF in Maastricht, wurden speziell angefertigte Presseboxen ans Publikum verteilt. Jede der in leuchtenden Farben gehaltenen Plastikboxen enthält eine von drei Postereditionen mit Arbeiten der in der Unternehmenssammlung vertretenen Künstler, Franz Ackermann, Marc Brandenburg und Miwa Yanagi, die bereits von Fans gesammelt werden (mehr zu den Postereditionen hier).

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