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Kunst und Ökologie:
Die Deutsche Bank begleitet "The Gates" in New York




The Gates, Project for Central Park, New York City, 2003
©Christo 2003, Sammlung Deutsche Bank

Auf einmalige Weise verbindet das Gates-Projekt von Christo und Jeanne-Claude Kunst und urbane Ökologie: 7500 Tore (Gates), von denen orangefarbene Kunststoffbahnen herabhängen, jede von ihnen fast fünf Meter lang, werden ab dem 12. Februar 2005 für 16 Tage im New Yorker Central Park aufgestellt – zu einer Zeit, da die Bäume keine Blätter tragen und es heftige Schneefälle geben kann. Angepasst an die Maße der Parkwege durchziehen die Tore auf 37 Kilometern ausgewähltem Fußweg den Central Park wie orangefarbene Adern. Ihre synthetischen, gewebten Paneele sind so befestigt, dass sie bei Wind zum nächstliegenden Tor wehen und den Winter-Park unter einem großen Farbschleier bedecken. Seit nun annähernd vierzig Jahren sind Christo und Jeanne-Claude für ihre spektakulären Verhüllungen von Landschaften und Bauwerken bekannt, zu denen auch 1995 auch der in silbern schimmerndes Aluminiumgewebe verpackte Reichstag gehörte. 5 Millionen Menschen sahen damals die Aktion und brachten durch ihren Besuch der Stadt Mehreinnahmen in Millionenhöhe. Auch für die 16 Tage, an denen die Gates den Central Park in ein temporäres Kunstwerk verwandeln, erwartet New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg mindestens 500.000 Besucher. Wie alle Aktionen des Künstlerpaares kostet The Gates weder die Stadt noch andere öffentliche Einrichtungen etwas. Auch Spenden und Sponsoring werden von Christo und Jeanne-Claude abgelehnt. Das Projekt wird gänzlich durch die Künstler getragen, die die notwendige Finanzierung durch die Verkäufe von eigenen Arbeiten und eigens für das Projekt gefertigten Entwürfen, Modellen, Zeichnungen, Radierungen und Editionen gewährleisten.

The Gates bietet Beschäftigung für hunderte von New Yorkern, die an der Errichtung des Kunstwerkes und Durchführung des Projektes beteiligt werden. Auch in anderer Hinsicht ist die Aktion ein Geschenk an die Stadt: Christo and Jeanne-Claude haben die Rechte am Merchandising für The Gates an die gemeinnützige Organisation NNYN (Nurture New York's Nature) abgetreten, die sich die Einnahmen mit der Naturschutzbehörde des Central Parks teilt. Als Mitglied von NNYN und Partner der The Gates Alliance for Central Park ist es daher der Deutschen Bank eine besondere Ehre und Freude, das neue Kunst-Projekt der beiden Künstler im New Yorker Central Park zu begleiten. Seit 2003 setzt sich Nurture New York's Nature (NNYN) gezielt dafür ein, die Erhaltung und Förderung von urbaner Natur als Bestandteil gesellschaftlicher Lebensqualität ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. In Zusammenarbeit mit Institutionen wie auch der City University of New York gibt NNYN Publikationen heraus, veranstaltet Workshops und Symposien und unterstützt diverse Kampagnen. Die Erwartungen der Künstler sind berechtigterweise groß. So teilen Christo und Jeanne-Claude auf der Webseite des Projektes mit: "Die 16-tägige Anwesenheit des Kunstwerkes, das jedermann kostenlos besichtigen kann, wird eine freudige Erfahrung für jeden New Yorker, die sicher im Gedächtnis bleiben wird – als ein Ausdruck von Demokratie, den auch Fredrick Law Olmsted beschwor, als er einen 'zentralen Park' für New York entwarf." Dass ökologisches Bewusstsein und künstlerische Großprojekte wie The Gates eine sinnvolle Symbiose ergeben können, zeigen zugleich die planerischen Details der Aktion: Nicht nur, dass die massive Konstruktion keine Löcher im Erdboden hinterlässt: auch die 4,799 Tonnen Stahl und die über 96 Kilometer langen Kunststoffbahnen werden nach dem Abbau der Tore restlos recycelt.


The Gates, Project for Central Park, New York City, 2003
©Christo 2003, Sammlung Deutsche Bank