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Zeichnungen und Skulpturen aus der Sammlung Deutsche Bank:
"Dialog Skulptur" im Kunstforum Seligenstadt


Karl Hartung, Mittlerer Torso, 1948 (Bronzeplastik)
Sammlung Deutsche Bank


"Alles ist Skulptur!", das hat bereits Joseph Beuys gesagt. Mit rund 100 ausgewählten Werken aus der Sammlung Deutsche Bank untersucht die Ausstellung Dialog Skulptur vom 24. Februar bis 24. April 2005 im Kunstforum Seligenstadt den Wandel des Skulpturbegriffs – von der Klassischen Moderne bis in die jüngste Gegenwart. Max Beckmann, Joseph Beuys, Bruce Nauman, Tony Cragg und Andrea Zittel sind nur einige der internationalen Künstler, die zeigen wie vielschichtig die künstlerische Auseinandersetzung hierbei ist.

In der Gegenüberstellung von Arbeiten auf Papier und Bildhauerei verfolgt Dialog Skulptur besonders die Wechselbeziehungen zwischen den Medien Zeichnung und Skulptur. Längst besitzt die Zeichnung nicht mehr nur eine vorbereitende Funktion, die den Sprung von der "flachen" Darstellung in die Dreidimensionalität der Skulptur vorbereitet. Wie kein anderes Medium dokumentieren Werke auf Papier die Prozesse und Arbeitsschritte künstlerischer Produktion. Notizen, flüchtige Ideen, erste Kompositionen, aber auch die autonome, bildhafte Ausarbeitung sind hier festgehalten. Während in den sechziger Jahren mit Minimal Art, Konzeptkunst und Fluxus die Skulptur eine Transformation vom Objekt zum Konzept durchlief, können auch zweidimensionale Arbeiten, Texte, Musik, Performances oder gesellschaftliche Interaktion zur Skulptur erklärt werden.



Tobias Rehberger, Tout pour les Femmes, 2001
Sammlung Deutsche Bank


Martin Kippenberger, Ohne Titel (Tisch), 1995 und
Ohne Titel (Stuhl), 1995
Sammlung Deutsche Bank


Während Arbeiten wie Ernst Barlachs Holzskulptur Schwangeres Mädchen (1924), Hans Arps The Shell of Venus (1958) oder Renee Sintenis’ Bronzefigur Daphne (1930) die Tradition der Klassischen Moderne reflektieren, fokussiert sich Dialog Skulptur besonders auf die Strömungen der internationalen Nachkriegskunst: Mit Joseph Beuys, Dieter Roth, Inge Mahn, Richard Artschwager oder Ulrich Rückriem werden künstlerische Positionen vorgestellt, die seit den Sechzigern den Aktionsraum der Plastik radikal erweiterten. Als Vertreter der jüngeren Generationen sind Künstler wie Günther Förg, Stephan Balkenhol, Olaf Metzel, Martin Kippenberger, Anish Kapoor, Karin Sander, Tobias Rehberger und Olafur Eliasson in der Austellung präsent. Ein weiteres Highlight ist Maquette for Sun Disc/Moon Shadow V (1956-58), die Stahlskulptur der prominenten amerikanischen Bildhauerin Louise Nevelson, die aus diesem Anlass erstmalig von New York nach Deutschland reist.

Seit ihrer Gründung konzentriert sich die Sammlung Deutsche Bank als weltweit größte Unternehmenssammlung vornehmlich auf Arbeiten mit und auf Papier, die in Bankgebäuden rund um den Globus und internationalen Museumsaustellungen präsentiert werden. Im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums der Sammlung gibt Dialog Skulptur nun Gelegenheit, die künstlerische Auseinandersetzung mit den Aspekten von Räumlichkeit und Körperlichkeit zu verfolgen und bietet zugleich einmalige Einblicke in ein Stück lebendige Sammlungsgeschichte.


Louise Nevelson, Maquette for Sun Disc/Moon Shadow V, 1976-78
Sammlung Deutsche Bank