In dieser Ausgabe:
>> Willkommen zu " 25"
>> Hall of Fame
>> Sammlung mit Aussicht
>> Visionäre Räume: Zaha Hadid

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Sammlung mit Aussicht:
Ariane Grigoteit über die Ausstellung 25 im Deutsche Guggenheim



Seit annähernd zwei Dekaden leitet Dr. Ariane Grigoteit nun schon die Sammlung Deutsche Bank. Als Kuratorin der Ausstellung „25“ hat sie prominente Wegbegleiter des Kunstprogramms der Bank gebeten, einen ganz persönlichen Blick auf ein viertel Jahrhundert Kunst- und Unternehmensgeschichte zu werfen. Im Interview mit Oliver Koerner von Gustorf erläutert sie das ungewöhnliche Konzept der Schau und erklärt warum die Kunst das Herz der Bank ist und dabei durchaus eine Herausforderung sein kann.



Dr. Ariane Grigoteit, 2005,
Foto: Lee Mawdsley, London

Die Sammlung Deutsche Bank feiert ihr 25-jähriges Bestehen mit einer Reihe verschiedener Aktivitäten. Dazu zählt auch die Jubiläums-Ausstellung "25". Was erwartet den Besucher im Deutsche Guggenheim?
Ausstellungsdesign: Blick ins Atrium im Deutsche Guggenheim,
Foto: Mathias Schormann



Ausstellungshalle, Foto: Mathias Schormann


Vermutlich zunächst eine Überraschung, denn erstmals wurde die Ausstellungshalle mit einer spektakulären Architektur in die angrenzenden Räumlichkeiten der Deutschen Bank erweitert. Am „Arbeitsplatz“ ist unsere Kunst seit 25 Jahren präsent und so wird sie auch hier in einer Auswahl vorgestellt: die größte Unternehmenssammlung der Welt in einer umfassenden Museumspräsentation – ihre Geschichte, ihre Wirkung, ihre Bedeutung für die Menschen, die mit ihr leben und sie prägen. Wir haben uns der Anfänge erinnert und sind der Frage nachgegangen, warum ein Geldinstitut wie die Deutsche Bank begann, in Kunst zu investieren. Wir haben Freunde und Wegbegleiter des Kunstprogramms nach ihren Ansichten gefragt und 25 Paten gebeten, uns mit für sie herausragenden Werken aus der Sammlung ihre persönliche Sicht zu schildern. In den vergangenen 25 Jahren war die Sammlung Deutsche Bank ja in Ausschnitten rund um den Globus präsent, in Wander- und Themenausstellungen, mit Leihgaben in Museen, mit Führungen in den internationalen Bankgebäuden und in unserem regelmäßig erscheinenden Internetmagazin. Aber noch nie gab es eine so umfassende und zugleich persönliche Sicht auf die Kunst in der Bank - auf die Essenz der Sammlung.




Beat Streuli, New York 01, 2002
Sammlung Deutsche Bank,
©Beat Streuli, Courtesy Galerie Eva Presenhuber, Zürich

25 Jahre, 25 Freunde, das klingt sehr symbolisch.

„Symbolik“ erscheint in diesem Zusammenhang vielleicht weniger angebracht. In der Schau 25 gibt es mit der Sektion „Curator’s Choice“ und Zaha Hadids Ausstellungsarchitektur tatsächlich 27 Positionen. Es sind über 300 Kunstwerke von gut 140 Künstlern zu sehen. Auch die 25 Paten, deren Zahl zugegebener Maßen vom Jubiläumsjahr inspiriert ist, prägten alle in besonderer Weise die Kunst- und Kulturaktivitäten der Bank. Deshalb wurden nicht nur Museumsdirektoren, internationale Kuratoren, Galeristen und langjährige Berater der Sammlung um eine Auswahl gebeten, sondern auch Vorstände der Bank. Nach Herbert Zapp, verantworteten hier die Kunst Hilmar Kopper, Rolf-E. Breuer und heute Tessen von Heydebreck. Sie alle haben ihre Auswahl mit individuellen Kommentaren charakteristisch begründet.



Anish Kapoor, Turning the World Upside Down III, 1996,
Sammlung Deutsche Bank, © Anish Kapoor, Courtesy Lisson Gallery

In diesem Sinne müsste „symbolisch“ hier vielleicht „demokratisch“ heißen, denn auch das Selbstverständnis unseres Kunstengagements ist demokratisch und untrennbar mit gesellschaftlichem, sozialen und vor allem persönlichem Engagement verbunden. Auch das Konzept der „Kunst am Arbeitsplatz“, das auf der Zugänglichkeit der Unternehmenssammlung für unsere Mitarbeiter und Besucher basiert, bringt dies zum Ausdruck. Natürlich gehören inhaltliche Debatten und kontroverse Haltungen dazu. Kunst ist auch sperrig und unbequem und erfordert die Bereitschaft, Neues zu wagen. Wir können es mit unserem Engagement nicht jedem recht machen wollen. Das gilt sowohl innerhalb des Unternehmens, als auch für die Ausstellungen im Deutsche Guggenheim. Während Ausstellungen von Künstlern wie Kasimir Malewitsch, Bill Viola oder jüngst die Jackson Pollock-Schau dort große Besuchermengen anziehen, muss es weiterhin möglich sein, in der Ausstellungshalle auch Künstler wie die junge Japanerin Miwa Yanagi zu zeigen, die nicht nur in Europa eine Neuentdeckung war.



Miwa Yanagi, Ohne Titel, 2004,
Sammlung Deutsche Bank,
©Miwa Yanagi

Apropos “bankintern“: Das Besondere an der Sammlung ist, dass sie nicht wie in einem traditionellen Museum oder wie in einer Galerie funktioniert. Sie muss sich auch am Arbeitsplatz behaupten. Wie spiegelt sich das in der Ausstellung wider?

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