In dieser Ausgabe:
>> Die unglaubliche Leichtigkeit Mariko Mori zu sein
>> Ina Webers Installation "Welcome to the Club"

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Play With Me, 1994
Courtesy of the artist and Deitch Projects

Sie bevölkern theatralische Kulissen mit Idealversionen Ihrer selbst.

Es dreht sich darum, wie Menschen ihre Zukunft erschaffen. Vielleicht besitzen wir einmal genug Vertrauen, eine ideale Welt zu erschaffen.

Ihre Arbeiten beziehen sich gleichermaßen auf die aktuelle japanische Subkultur und traditionelle Einrichtungen wie Tempel, sie verbinden Technologie mit Unterhaltung und Popkultur. In ihren Werken geht es oft um Zustände des Fließens und Schwebens.

Die japanische Subkultur ist sehr feierlich. Eine Play-Station-Figur ist sehr friedlich. Play Stations haben eine flache Oberfläche wie Ukiyo-e Gemälde. Die Tradition der Ukiyo-e Drucke und Gemälde beginnt in der Edo-Zeit. Sie waren sozusagen Vorläufer der heutigen Comics.


Birth of A Star, 1993
Courtesy of the artist and Deitch Projects


Es ist interessant, dass sie die Ukiyo-e erwähnen. Diese in Massen produzierten Holzschnitte für die Stadtbewohner, die sich keine Originale leisten konnten, waren als "Bilder einer fleißenden Welt" bekannt und stellten Szenen aus der Welt der Theater und Vergnügungsviertel dar. Die Themen Theater, Verkleidungen und Vergnügen spielen ja auch in Ihrer Arbeit eine wichtige Rolle. Ich sehe Sie aber auch in Beziehung zu Nam June Paik und seiner Zusammenarbeit mit Künstlern und Wissenschaftlern.

Er hat für die Kunst die Tür zu andern Bereichen geöffnet. Als ich zum Beispiel bei der NASA an die Tür klopfte, war ich überrascht, dass sie bereit waren, ihre Informationen mit mir zu teilen.

Laurie Anderson hat ähnliches erlebt. Sie war bei der NASA der erste und zugleich letzte "Artist in Residence".

Wow! Sie gaben mir alle Daten, die ich brauchte. Je mehr man teilt, desto mehr erforscht man das Leben. Es macht keinen Sinn, Informationen für sich zu behalten.



Nirvana (Videostill), 1997-98
Courtesy of the artist and Deitch Projects

Bei welchem Projekt spielte die NASA eine Rolle.

Bei Wave UFO . Ich wollte mit von Satelliten gemachten Naturaufnahmen arbeiten, aber meine Augen waren größer als der Magen. Ich konzentrierte mich dann wieder auf meine eigentliche Idee und habe diesen Teil der Arbeit verworfen.

Hatten Sie noch einmal Kontakt mit der NASA?

Sie haben mich eingeladen.

Ihre Projekte sind meist sehr aufwendig. Die Produktion des 3-D-Video Nirvana hat 1 Millionen Dollar gekostet und „Wave UFO“ 1,5 Millionen. Für Architekten oder Filmemacher sind derartige Budgets normal, aber in der Welt der Kunst sind sie sehr ungewöhnlich.

Diese Zahlen sind nicht ganz korrekt. Am Anfang habe ich nicht gedacht, dass es so viel kosten würde. Zahlen sind bei dem, was während der Projekte geschehen ist, aber nicht so relevant. Die Zusammenarbeit der Wissenschaftler und Ingenieure – das war einfach wunderschön. Und wie sahen wohl die Stundensätze beim Bau von Stonehenge aus?

Sie bauen also ein Monument.

(lacht) Wow. Ich war so glücklich über die Unterstützung. Allein hätte ich das alles nie verwirklichen können.

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