In dieser Ausgabe:
>> Eric Fischl: Räume für das Illegitime
>> Portrait: Anna Orlikowska
>> Was machen Sie im Sommer?
>> On the Road/ Off the Road

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Von Boston nach Miami:
Verborgene Schätze, fragile Skulpturen und venezianische Pools



Geballte Kunst-Highlights bietet eine Tour entlang der amerikanischen Ostküste. Vom geschichtsträchtigen Boston, dem intellektuellen Zentrum Neuenglands, führt sie über New York ins szenige Miami, wo es jenseits der Strandpromenaden jede Menge spannender Privatsammlungen und junger Galerien zu entdecken gibt.


Der Innenhof des Isabella Stuart Gardner Museums in Boston,
Foto: Courtesy Isabella Stewart Gardner Museum, Boston


Hinter der schlichten Fassade verbirgt sich eine wahre Schatzkammer: Meisterwerke von Botticelli bis Degas, Sargent und Whistler, gotische Glasfenster, Juwelen und flämische Gobelins. In den intimen Räumen des Bostoner Isabella Stewart Gardner Museum mischen sich die Stile und Epochen noch immer genau so eigenwillig, wie es die unkonventionelle Mäzenin vor mehr als 100 Jahren geplant hat. Ein Stück Venedig mitten in die Stadt: der Innenhof mit seinen säulengeschmückten Loggien, antiken Skulpturen und Mosaiken.


Detailansicht des Innenhofs des Isabella Stewart Gardner Museums,
Foto Courtesy Isabella Stewart Gardner Museum, Boston

Die eleganten Portraits von Sargent und Whistler sind auch in Americans in Paris zu sehen, einer Schau im Museum of Fine Arts mit Gemälden amerikanische Künstler, die an der Seine entstanden sind. Wer angesichts soviel hochklassiger Malerei Sehnsucht nach richtig üblem Trash bekommt, ist im Museum of Bad Art genau an der richtigen Adresse. Großmütter, die auf Blumenwiesen tanzen, verliebte Bäume und turtelnde Tauben – das MOBA glänzt mit "Kunst" wie aus einem John Waters Film.



Highlight aus dem Museum of Bad Art


Weiter nach New York, wo das Überangebot an Kunst-Highlights die Wahl immer wieder schwer macht. Das Guggenheim zeigt eine große Zaha-Hadid-Schau und c –Jackson Pollocks expressive Papierarbeiten, die 2005 schon im Deutsche Guggenheim zu sehen waren.



Zu sehen im New Yorker Guggenheim: Jackson Pollock, Number 4, 1948,
©2006 Pollock-Krasner Foundation/Artists Rights Society (ARS), New York


Wie Reste eines surrealen Spinnennetzes hängt Eva Hesses Rope piece von der Decke: Das Jewish Museum präsentiert die fragilen Latex- und Fieberglas-Skulpturen der New Yorker Künstlerin, die 1970 mit nur 34 Jahren verstarb und heute eine Ikone für die junge Künstlergeneration ist.



Eva Hesses Rope Piece im Jewish Museum,
©The Estate of Eva Hesse. Hauser & Wirth Zürich London

Hitchcocks Psycho auf 24 Stunden gedehnt: Im MoMA stehen die Videoarbeiten von Douglas Gordon auf dem Programm. Außerdem wird die provokative Kunst der Dadaisten mit über 400 Exponaten gefeiert. Nach dieser Mammutschau kann man zwischen Arbeiten von David Smith oder Pablo Picasso im Skulpturengarten relaxen und sich dort an der Gelato Bar Sorbets und Eiscreme der Kultmarke Il Laboratorio del Gelato gönnen.



Der Skulpturengarten des MoMA,
Foto: Tim Hursley


Per Subway nach Long Island City. Neben dem P.S.1 Contemporary Art Center findet sich hier auch das Noguchi Museum, wo die Ausstellung Best of Friends die künstlerischen Beziehungen zwischen R. Buckminster Fuller (Architekt, Erfinder, Künstler, Humanist und Visionär) und Isamu Noguchi beleuchtet. Den japanisch inspirierten Steingarten hinter seinem ehemaligen Studio hat der Bildhauer und Designers selbst gestaltet – eine Oase der Ruhe und Kontemplation.


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