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Your black horizon Art Pavilion
Das Kunstprojekt von Olafur Eliasson und David Adjaye auf der Insel Lopud



Schon bei seiner Premiere auf der letzten Biennale sorgte der Your black horizon Art Pavilion für Furore. Jetzt ist das Gemeinschaftsprojekt von Olafur Eliasson und David Adjaye auf der kroatischen Insel Lopud zu erleben. Mit einem hochkarätig besetzten, von der Deutschen Bank geförderten Symposion wurde die Lichtinstallation eröffnet. Die Initiatorin des Projekts, Francesca von Habsburg, sowie der Künstler und der Architekt des Pavillons diskutierten dabei mit internationalen Experten über das Potential temporärer Kunsträume.




Thyssen-Bornemisza Art Contemporary Art Pavilion
in Lopud, Kroatien (Außenansicht)
Foto: Michael Strasser
© Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, 2007



Nur ein schmaler Weg schlängelt sich von der Bucht den Hang hinauf. Your black horizon Art Pavilion – eine Gemeinschaftarbeit des Künstlers Olafur Eliasson und des Architekten David Adjaye liegt versteckt zwischen Zypressen, knorrigen Olivenbäumen und alten Feldsteinmauern. Aus der Ferne erinnert die Konstruktion an einen überdimensionalen Holzzaun. Dahinter erhebt sich ein baumbewachsener Hügel und unten strahlt das Meer in sattem Blau. Der Pavillon liegt inmitten eines verwunschenen Idylls: Lopud, eine kleine Insel ein paar Seemeilen vor der kroatischen Hafenstadt Dubrovnik.




Thyssen-Bornemisza Art Contemporary Art Pavilion
in Lopud, Kroatien (Außenansicht)
Foto: Michael Strasser
© Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, 2007



Your black horizon Art Pavilion ist ein programmatisches Auftragswerk für die von Francesca von Habsburg gegründete Stiftung T-B A21, das erstmals auf der 51. Biennale in Venedig zu sehen war. Gleichzeitig ist es das Pilotprojekt einer Initiative, die einen neuen Ansatz der Präsentation zeitgenössischer Kunst ins Leben gerufen hat. Es sollen weltweit eine ganze Reihe temporärer Pavillons entstehen, in denen Auftragsarbeiten rotierend gezeigt werden und so ein sich ständig erneuerndes Netzwerk schaffen. "Es ist für uns bei T-B A21 wichtig, die Bedeutung und den Wert von Projekten der Gegenwartskunst vor allem in 'entlegenen' Gegenden zu stärken – in Gegenden, die nicht so einfach zu erreichen sind wie regionale Zentren, in Communities, in denen die Bewohner nur selten mit zeitgenössischer Kunst in Berührung kommen", sagt Francesca von Habsburg, die sich schon lange für das kulturelle Leben in Kroatien engagiert.



David Adjaye, Francesca von Habsburg und Olafur Eliasson
Eröffnung des Thyssen-Bornemisza Art Contemporary Art Pavilion,
Lopud, Kroatien, 2007
Foto: Todd Eberle / Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, 2007


Anlässlich der Eröffnung des Art Pavilions fand in Dubrovnik das von der Deutschen Bank geförderte Symposion Patronage Over Space statt. Schauplatz waren die Lazareti, eine einstige Quarantänestation aus dem 17. Jahrhundert am Rande der Altstadt, die heute für vielfältige kulturelle Aktivitäten genutzt wird. Ein prominent besetztes Podium diskutierte hier über die Beziehungen zwischen Kunst und Architektur und die Einbindung innovativer Projekte wie dem Art Pavilion in lokale Strukturen.



Symposium "Patronage of Space", Lopud, Kroatien, 2007
Christ Inman, Olafur Eliasson, Francesca von Habsburg,
Andreas Ruby, Jorge Otero-Pailos, David Adjaye, Matthew Ritchie
Foto: Mateo Rilovic/ Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, 2007


Neben der Initiatorin Francesca von Habsburg, Olafur Eliasson und David Adjaye sprachen der Künstler Matthew Ritchie, der Kurator Hans Ulrich Obrist, der Architekt Dinko Peracic sowie Denkmalschützer und Architekturtheoretiker wie Beatriz Colomina, Mark Wigley und Andreas Ruby.
Eliasson und Adjaye betonten die enge Zusammenarbeit bei ihrem Projekt, das sie in einem künstlerischen Dialog gemeinsam weiterentwickelt hätten. Obrist, der auch für den alljährlichen Sommerpavillon der Londoner Serpentine Gallery mitverantwortlich ist, hob hervor, dass ihn Pavillons gerade wegen ihrer "begrenzten Lebensspanne" interessierten. Als temporäre Konstruktionen, die speziell für bestimmte Arbeiten entworfen werden, seien sie besonders eng mit der Kunst, die sie umhüllen, verzahnt. Für Andreas Ruby besitzen Pavillons das Potential, neue, engere Beziehungen zwischen Betrachtern und Kunstwerken zu etablieren als herkömmliche Museen es können. Dabei sei vor allem wichtig, dass sie offen angelegt und in den Kontext vor Ort eingebunden sind. Dann allerdings besäßen gerade solche zeitlich begrenzten Projekte das Potential, das Publikum auch an unbekannte Orte abseits der ausgetretenen Kunstpfade zu locken. Wie etwa nach Lopud.


Olafur Eliasson und David Adjaye
Eröffnung Thyssen-Bornemisza Art Contemporary Art Pavilion, Lopud, Kroatien, 2007
Foto: Mateo Rilovic / Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, 2007


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