Stan Douglas im Interview

Die romantische Vorstellungen von den unberührten Landschaften des Nordens verbinden sich mit einem dunklen Kapitel der Kolonialgeschichte - Stan Douglas' Videoinstallation "Nu.tka." ist ein Highlight der Schau "True North" im Deutsche Guggenheim. Im Interview mit Frank Wager erläutert der Künstler seine ebenso komplexe wie ästhetische Inszenierung.


Karen Kilimnik

Refugien der Sehnsucht: Karen Kilimnik evoziert einen nostalgischen Kosmos voll Schönheit und Dekadenz. Dabei betreibt sie ein doppelbödiges Spiel: Hinter ihren erlesenen Oberflächen verbirgt sich eine Auseinandersetzung mit Klischeebildern von Weiblichkeit und Images aus der Kunstgeschichte. Tim Ackermann stellt die amerikanische Künstlerin vor.


Elger Esser

Annäherungen an vergangene Zeiten: Elger Esser vergrößert alte Postkarten zu Panoramen, die von der verlorenen Einheit mit der Natur künden. in seinen elegischen Aufnahmen spiegelt sich die Erhabenheit der romantischen Malerei. In "True North" ist derzeit eine großformatige Arbeit des deutschen Fotokünstlers zu sehen. Ein Essay von Alexander Pühringer


Adriana Czernin

Ihre Frauenfiguren scheinen vergeblich gegen eine Übermacht von Ornamenten zu kämpfen. Trotz ihrer Vorliebe für die üppige Ästhetik des Fin de siècle ist die junge bulgarische Künstlerin Adriana Czernin aber keine Wiedergängerin von Gustav Klimt oder Egon Schiele. Im Gegenteil. Kito Nedo hat sie getroffen - natürlich in Wien.


Other Voices, Other Rooms

Unser Bild des Nordens ist noch immer von den Gemälden der Romantik geprägt, von erhabenen Schneelandschaften fernab menschlicher Zivilisation. "True North", die aktuelle Schau im Deutsche Guggenheim, hinterfragt diese stereotype Sicht. Denn im Gegensatz zu ihren Vorläufern beziehen die Arbeiten von Stan Douglas, Olafur Eliasson, Elger Esser, Thomas Flechtner, Roni Horn, Armin Linke und Orit Raff kritische Standpunkte zu Geschichte, Umwelt und Politik. Die aktuelle Auseinandersetzung mit kunstgeschichtlichen Traditionen steht auch im Fokus der neuen Ausgabe von db artmag +++ Stan Douglas’ bestechend schöne Videoinstallation "Nu.tka." setzt sich mit einem dunklen Kapitel der Kolonialgeschichte auseinander. Im Interview erläutert der kanadische Künstler seine ebenso komplexe wie ästhetische Inszenierung +++ Elger Essers elegische Landschaftsaufnahmen künden von der Sehnsucht nach der verlorenen Einheit mit der Natur. Ein Essay von Alexander Pühringer +++ Kosmos voll Schönheit und Dekadenz – Karen Kilimnik kreiert Idealbilder vergangener Zeiten, um sie sofort wieder zu zerstören. Tim Ackermann stellt die amerikanische Künstlerin vor +++ Frauenfiguren, die in Fin de siècle-Mustern zu ertrinken drohen. Adriana Czernins Zeichnungen scheinen die Ästhetik des Fin de siècle in die Gegenwart zu transportieren. Kito Nedo hat die Künstlerin in Wien getroffen