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Jean-Michel Basquiat, Red Skull, 1982
Courtesy Haunch of Venison


Hauser & Wirth – eine der einflussreichsten Galerien Europas, die auch Ellen Gallagher vertritt – präsentierte auf der TEFAF zwei beklemmend wirkende Pietas der belgischen Künstlerin Berlinde De Bruyckere neben einer ebenfalls 2007 entstandenen Großskulptur von Louise Bourgeois. The Magic Flame, eines der raren frühen Ölgemälde von Jackson Pollock, ging schon zum Auftakt der Messe für 8 Millionen Dollar an einen europäischen Sammler. Die Londoner Galerie Haunch of Venison wartete mit einer 2005 entstandenen Videoarbeit von Bill Viola auf und Red Skull (1982), einem neo-expressiven Gemälde von der achtziger Jahre-Ikone Jean-Michel Basquiat.



TEFAF 2008
Foto Loraine Bodewes

Im Maastrichter Messezentrum kamen natürlich auch die Kenner Alter Meister und der Klassischen Moderne zu ihrem Recht. Das teuerste Exponat stammte dieses Jahr von Vincent van Gogh. Einen Monat vor seinem Selbstmord im Juli 1890 entstand L'Enfant à l'Orange – es zeigt den Sohn des Handwerkers, der später den Sarg des Künstlers zimmern sollte. Das Porträt war bei Dickinson aus London für über 30 Millionen Euro zu haben. Der Genfer Händler Jan Krugier allerdings präsentierte einen kubistischen Picasso von 1911, dessen genauer Preis diskret verschwiegen wurde, der aber angeblich sogar noch teurer war. Dazu hatte das Kunsthaus noch sechs Gemälde von Max Beckmann aus allen Werkphasen im Angebot.




François Boucher , The Enchanted Home:
A Pastoral Landscape surmounted by Cupid, 1740-42,
Courtesy Stair Sainty Ltd

Der Gesamtwert der Kunstwerke und Antiquitäten, die bei der TEFAF zu kaufen waren, betrug – exklusive der Juwelen-Sektion! – mehr als eine 1 Milliarde US-Dollar. Dazu trugen auch die Altmeistergemälde entscheidend bei. Neben van Dycks erst vor kurzen wiederentdeckten Martyrium des Heiligen Sebastian (1622), das einst König Philip IV von Spanien gehörte, oder François Bouchers blaugetönter Landschaft mit fliegendem Cupido, zog vor allem Lucas Cranachs Gemälde Phyllis und Aristoteles(1530) begehrliche Blicke auf sich. Die junge Verführerin im roten Samtkleid reitet auf dem Rücken des greisen Philosophen. Während Aristoteles verzweifelt zu seiner "Peinigerin" hinaufschaut, hat sie schon ihr nächstes Opfer im Visier – den Betrachter. Diese fast ironisch anmutende Darstellung der Macht der Frau über den Mann wäre wahrscheinlich auch ein Bild, an dem Jeff Koons seine Freude hätte.


Lucas Cranach der Ältere, Phyllis and Aristotles, 1530,
Courtesy Bernheimer-Colnaghi

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