In dieser Ausgabe:
>> The Great Game to Come / Carmen Berr Retrospektive / Kunst privat!
>> Deutsche Bank fördert Ausstellungsprojekte in Liverpool / Auszeichnung für Deutsche Bank in Polen / Jan Voss Ausstellung / Nachruf Robert Rauschenberg

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Carmen Berr – Ich kann doch nicht immer nur zeichnen!
Deutsche Bank unterstützt studentisches Ausstellungsprojekt



Carmen Berr, Strumpfgürtel, "Dein ist mein ganzes Herz", o. J.,
Sammlung Deutsche Bank


Die Deutsche Bank fördert nicht nur junge Kunst, sondern auch Projekte junger Kunsthistoriker – wie etwa die Ausstellung Ich kann doch nicht immer nur zeichnen!. Studenten der Frankfurter Johann Wolfgang Goethe-Universität organisierten sie im Rahmen eines Seminars, das akademische Lehre mit der praktischen Arbeit eines Kunsthistorikers verbindet. Die Schau widmet sich dem künstlerischen Nachlass von Carmen Berr. Die 2006 verstorbene Künstlerin ist mit über hundert Papierarbeiten, darunter auch einige Serien, in der Sammlung Deutsche Bank vertreten. Seit 1990 widmete sie sich vorwiegend kleinformatigen Serien auf Millimeterpapier, in denen sie Einflüsse der Pop Art, die klaren Formen des späten Henri Matisse und die Ästhetik von Kinderzeichnungen und Comics zu einem ganz eigenständigen Stil verbindet. Häufig versieht sie ihre Zeichnungen mit ironischen Titeln wie Ich bin ein armer Mann. Hilf mir! oder Bleib´ locker, Senora!




Carmen Berr, Strumpfgürtel in 6 Rot-Tönen,
aus: Reizwäsche auf Millimeterpapier, 1991


Für die Kunstgeschichtsstudenten galt es, eine komplette Ausstellung selbst zu realisieren – von der Konzeption über Sponsorenakquise und Pressearbeit bis zum den Führungen. Dieser dezidiert praxisorientierte Ansatz verbindet das Projekt mit den anderen Förderungsaktivitäten der Deutschen Bank wie dem Villa-Romana-Preis, der mit einem 10-monatigen Arbeitsstipendium in dem Florentiner Künstlerhaus und einer Ausstellung im Deutsche Guggenheim verbunden ist. Oder "Wallraf der Museumsbus", ein innovatives Jugendprojekt, dass Schülern die kostenlose Begegnung mit der Kunst im Wallraf-Richartz-Museum ermöglicht.



Carmen Berr, Erinnerungen Nr. 38,
aus: Oase der Glückseligkeit, 1990/91



Die Carmen Berr-Retrospektive findet im Satellit statt, dem neben Schirn und Frankfurter Kunstverein gelegenen Projektraum der Galerie Anita Beckers. Hier können die Kunstgeschichtsstudenten ihre Schau mitten im Zentrum der Stadt präsentieren. Ich kann doch nicht immer nur zeichnen! ermöglicht es den Besuchern, eine vielen noch unbekannte Künstlerin zu entdecken. Nach ihrem Studium der Bildhauerei bei Michael Croissant an der Frankfurter Städelschule fokussierte sich Carmen Berr rasch auf das Medium Zeichnung. Häufig reflektiert sie dabei private Erfahrungen – zwischenmenschliche Beziehungen, Sexualität, die Rolle der Frau. In der Serie Urlaub mit dir wäre schön (1995 – 2003) erzählt sie, manchmal scheinbar naiv, manchmal provozierend direkt, die Geschichte einer Urlaubsreise, bei der Sehnsüchte nach – auch sexueller – Freiheit mit von Männern geprägten Normen kollidieren. Die bewusst einfache Lesbarkeit ihrer Arbeiten ermöglicht es dem Betrachter, Carmen Berr individuelle Erfahrungen nachzuvollziehen.



Carmen Berr, Corsage - Nervensäge III, o. J.,
Sammlung Deutsche Bank


Carmen Berr
Ich kann doch nicht immer nur zeichnen!
15. Mai bis 12. Juni 2008
Satellit, Projektraum der Galerie Anita Beckers
Braubachstraße 15
60311 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten
Mittwoch 16 - 20 Uhr
Freitag, Samstag: 14 - 18 Uhr

Führungen mittwochs und samstags um 17 Uhr

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