In dieser Ausgabe:
>> Villa-Romana-Preisträger 2009 / Joseph Beuys und seine Schüler / Collier Schorr in der Villa Romana / Deutsche Bank fördert Assoziation für Neuro-Asthetik / Tatsuo Miyajima
>> Kunstauktion für Deutsche Bank Africa Foundation / Kunstraum Deutsche Bank Salzburg / Joe Lewis: NYFA Fellow / Pyramid Awards London

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Reise ins Labyrinth
Surreale Inszenierungen im Kunstraum der Deutschen Bank in Salzburg


Der Garten der Pfade, die sich verzweigen: der Titel der kommenden Ausstellung im Kunstraum der Deutschen Bank in Salzburg ist einer Story Jorge Luis Borges entlehnt. In der gleichnamigen phantastischen Kurzgeschichte ermordet ein deutscher Spion während des Zweiten Weltkriegs in England einen Wissenschaftler. Im Garten des Opfers steht ein Labyrinth, in dem der Spion das Werk seines Großvaters erkennt. Motive wie Labyrinthe, Spiegel und Gärten sind kennzeichnend für Borges verschachtelten Erzählstil. Er gilt als Vorläufer der Postmoderne und ist einer der meistzitierten Autoren im Poststrukturalismus. Die Raummetaphern seiner Prosa bestehen aus Codes, die er aus verschiedenen Referenzen an die Philosophie, Mythologie, Religion, Kunst oder Literatur webt.





Fabian Marti The Future, 2008
Courtesy Galerie Thaddaeus Ropac

Wie in den Erzählungen des argentinischen Schriftstellers, verknüpfen auch die Künstler der Ausstellung unterschiedliche Wirklichkeitsebenen und narrative Ansätze miteinander. Die von Heike Munder, der Leiterin des Migros Museums in Zürich, kuratierte Schau vereint Arbeiten mehrerer Generationen. Die Bandbreite der Positionen reicht hierbei von den konzeptionellen Werken des mittlerweile legendären Künstlerkollektivs Art & Language bis hin zu einer aufwendigen Rauminstallation der jungen Britin Spartacus Chetwynd, die den Fantasiewelten von Hieronymus Bosch und Boris Vallejo gewidmet ist.


Spartacus Chetwynd
Hieronymous & Vallejo - Salzburg 2008, 2008
Courtesy Galerie Thaddaeus Ropac

Neben düsteren Fotografien von Fabian Marti, die zum Teil Ektoplasma-Formen aus frühen Gespensterfilmen in Erinnerung rufen, werden in Salzburg auch internationale Newcomer wie die schottische Bildhauerin Karla Black oder die Londoner Künstlerin Kerstin Kartscher zu sehen sein. Letztere präsentiert eine surreale Installation aus Zeltbahnen, Netzen, einer riesigen Glasflasche und einem Waschtisch, die wie das provisorische Lager eines mysteriösen reisenden Forschers wirkt. Die Ausstellung wird von der Galerie Thaddaeus Ropac realisiert.

Der Garten der Pfade, die sich verzweigen
25. Juli - 30. August 2008

MO bis SA von 10:00 - 18:00 Uhr
Kunstraum Deutsche Bank
Schwarzstraße 30
5020 Salzburg


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