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Unser Erfolg beruht auf Qualität - Frieze Direktorin Amanda Sharp im Interview

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"Unser Erfolg beruht auf Qualität"

Frieze Direktorin Amanda Sharp im Interview



Gemeinsam mit Matthew Slotover begründete Amanda Sharp 2003 die Frieze Art Fair. In rasanter Geschwindigkeit hat sich die Londoner Messe seitdem zu einem der bedeutendsten Kunstevents entwickelt. Die Deutsche Bank fördert die Frieze seit fünf Jahren als Hauptsponsor. Über die Zusammenarbeit mit der Bank und das Erfolgsgeheimnis der Messe hat sich Oliver Koerner von Gustorf mit Frieze-Co-Direktorin Amanda Sharp unterhalten.




Oliver Koerner von Gustorf: Warum haben Sie sich für die Deutsche Bank als Hauptsponsor der Frieze Art Fair entschieden?

Amanda Sharp: Das lag auf der Hand, denn wir wissen ja alle, dass die Deutsche Bank die weltweit größte Unternehmenssammlung zeitgenössischer Kunst besitzt. Man muss nur an ihre lange Tradition in der Förderung von Gegenwartskunst denken oder daran, wie sie mit Galerien und jungen Künstlern zusammenarbeitet. Es ist wirklich außergewöhnlich, dass man in den Bankgebäuden der Kunst selbst dort begegnet, wo mit Aktien gehandelt wird, oder dass Konferenzräume nach Künstlern benannt sind. Kunst gehört hier wirklich zur Unternehmenskultur. Deshalb versteht und schätzt die Deutsche Bank auch das, was wir auf der Frieze machen. Das trägt auch sicher zu dieser starken Verbindung bei, von der beide Partner profitieren.

Wenn Sie auf die fünfjährige Partnerschaft mit der Deutschen Bank zurückblicken, wie hat sich diese Zusammenarbeit entwickelt?

Sie ist definitiv intensiver geworden und das gegenseitige Verständnis hat sich vertieft. Wir sehen jedes Jahr, dass die Bank mehr in die Messe investiert und davon ihrerseits stärker profitiert. Es gibt ganz konkrete Beispiele dafür, etwa den Deutsche Bank Education Space, oder wie die Bank die Frieze zum Anlass nimmt, viele wichtige Kunden einzuladen. Ich glaube inzwischen besteht eine sehr starke Verbindung zwischen diesen beiden Markenzeichen, sowohl in der Unternehmens- als auch in der Kunstwelt.

Die Frieze ist inzwischen eines der weltweit wichtigsten Kunstevents. Wie erklären Sie sich diesen enormen Erfolg?

Er beruht auf Qualität. Als wir anfingen, bewegten wir uns ja schon lange in der Kunstszene. So war es uns wichtig, die Messe als erstklassige Veranstaltung zu etablieren und keine Kompromisse einzugehen. Glücklicherweise konnten wir auf Grund unserer Verbindungen an die besten Galerien herantreten und mit ihnen über unsere Vorstellungen sprechen. Von Anfang an waren sie an der Idee interessiert, dass sich die Messe auf lebende Künstler und zeitgenössische Positionen fokussiert und dass sie im Herzen dieser lebendigen Metropole stattfindet.

Während der Frieze ist London ja besonders aufregend. Warum funktioniert das hier so gut? Anderswo sind die Institutionen nicht so kooperativ.

Noch bevor wir uns an die Galerien wendeten, sprachen wir mit den Museen. Wir erklärten ihnen, dass die Messe auch für sie ein Gewinn wäre. Dass wir mit einer großartigen Auswahl von Galerien die wichtigsten Sammler nach London locken würden, wovon auch sie profitieren könnten. Wir fragten, ob sie ihre wichtigsten Ausstellungen in diese Zeit legen könnten – und genau das versuchen sie jetzt. Auch die Tatsache, dass wir einen Hintergrund als Kunstkritiker haben, unterscheidet uns von anderen Messen. Wir haben Künstlergespräche und Auftragsarbeiten initiiert und arbeiten mit Architekten zusammen, für die Design ebenfalls wichtig ist. Wir wollen einen Raum kreieren, der die Besucher schon beim Eintreten in Spannung versetzt. Wir versuchen, dass die Messe in jeder Hinsicht ein toller Ort ist. Am allerwichtigsten sind aber natürlich die Galerien und die Kunst. Das ist die Grundlage. Wenn man großartige Galerien hat und auf ein fokussiertes Programm von hoher Qualität statt auf ein überdimensioniertes Angebot setzt, dann kann man sich die Messe sogar an nur einem Tag ansehen.

Kommen wir zum kuratierten Programm der Messe, den Frieze Projects, denTalks und den Filmen. Welche Idee steckt hinter diesem Konzept?

Als wir darüber nachdachten, warum wir gerne auf Kunstmessen gehen, kamen wir zu dem Schluss, dass wir dort Leute treffen, Ideen austauschen und einfach dazulernen. Sie sind Plattformen für Kreativität, wo eine Menge passiert. Wir haben uns mit der Frage auseinandergesetzt, was wir dem noch hinzufügen könnten. Angefangen haben wir ja mit dem Frieze Magazine und deshalb lag es nahe, ambitionierte Talkrunden zu initiieren. Wir dachten auch darüber nach, wie wir die Messe als Umfeld für die künstlerische Produktionen nutzen könnten – als Gelegenheit, Künstler einzuladen, dort neue Werke zu realisieren. Diese Auftragsarbeiten gehören seit Anfang an zu den erfolgreichsten Programmpunkten der Messe. Die Qualität der Frieze Projects ist außerordentlich hoch, was man auch daran erkennt, dass Künstler auf Grund dieser temporären Messeprojekte für den Turner Prize nominiert wurden. Das sagt uns, dass wir ein wirklich gutes Programm machen. Es entsteht auch nicht in Zusammenarbeit mit den Galerien, die auf der Messe vertreten sind, sondern völlig autonom. Zusätzlich verleihen wir jedes Jahr den Cartier Award und die Liste der Bewerber für diesen Kunstpreis ist jedes Mal sehr lang. ganze achtzig von 600 Künstlern kamen dabei in die engere Auswahl. Normalerweise würde man ja mit nur drei oder vier interessanten Positionen rechnen. Das beweist, dass auch die Künstler die Messe sehr ernst nehmen. Und in der Zusammenarbeit mit den Galerien sehen wir, dass sich die Frieze für sie von den üblichen Kunstmessen unterscheidet. Auch die Galerien realisieren an ihren Ständen besondere Projekte, die unser Programm wunderbar ergänzen.

Lassen Sie uns über die weltweite Konkurrenz zwischen den Kunstmesssen sprechen. Während es immer wieder Gerüchte um eine weitere Expansion der Art Basel gibt und die Messe in Miami noch größer werden soll, erwirbt der John-F.-Kennedy-Neffe Christopher mit seiner Immobilienfirma die Volta Show Basel, die Art Chicago und die New Yorker Armory Show. Wie positioniert sich die Frieze in diesem Konkurrenzkampf?

Wir setzten auf Qualität. Wir wollen das was wir machen weder ausschlachten noch verwässern. Deshalb haben wir momentan keine Expansionspläne und möchten auch keine Messen aufkaufen. Augenblicklich haben wir genau die richtige Größe. Natürlich gibt es seitens der Galerien eine starke Nachfrage nach mehr Raum – und ich spreche hier nur von den Galerien, die bereits auf der Messe vertreten sind. Es bewerben sich ja drei Mal mehr Galerien als wir überhaupt unterbringen könnten. Dazu zählen viele gute Galerien, die wir aus Platzmangel leider ablehnen müssen. Doch ich bin überzeugt, dass wir uns genau auf das konzentrieren müssen, was wir im Augenblick tun, um uns jedes Jahr verbessern zu können. Ich persönlich bin nicht davon überzeugt, das jetzt die Zeit ist, neue Messen zu lancieren, trotz neuer Märkte und expandierender Messen. Im Grunde genommen, sollte man einfach das tun, worin man wirklich gut ist.

Und was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich freue mich auf viele, viele Messen und hoffe, dass jede ein wenig interessanter und besser wird als die letzte.






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