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Eine längst überfällige Rehabilitierung: Pressestimmen zu Picturing America
Moment des Aufbruchs: Der Meister von Flémalle und Rogier van der Weyden

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"Eine längst überfällige Rehabilitierung"
Pressestimmen zu Picturing America



Rückschrittlich und uninteressant – so urteilten viele amerikanische Kritiker der siebziger Jahre über den Fotorealismus. Heute aber sehen die Reaktionen auf die detaillierten Schilderungen der amerikanischen Wirklichkeit ganz anders aus. Mit „Picturing America“ widmet das Deutsche Guggenheim den Fotorealisten eine umfassende Schau – und diesmal sind die Kritiker einhellig begeistert.




"Die Ausstellung Picturing America zieht den Besucher wie mit Zauberschlag in eine andere Welt – fernab von Märzwetter und Krisenticker", schreibt Jens Bisky in der Süddeutschen Zeitung. Die Kritikerdebatten um den Fotorealismus sollten "den Besucher dieser ungeheuer amüsanten Ausstellung nicht kümmern. Ein Meisterwerk wie Richard Estes Telephone Booths, 1967, bedarf keiner theoretischen Krücken (…) - es schlägt den, der Augen hat, sich des Lichts zu erfreuen, unmittelbar in den Bann." Die Gemälde der Fotorealisten "locken den Betrachter in ein Labyrinth aus Natur und Kunst, Wirklichkeit und Schein, in einen Irrgarten des Glanzes und der Spiegelungen, in dem man sich höchst vergnügt verlieren kann." In der Berliner Zeitung zieht Jennifer Allen Parallelen zwischen der Entstehungszeit der fotorealistischen Arbeiten und heute. "Das Timing hätte nicht besser sein können. Die neue Ausstellung im Deutsche Guggenheim Berlin wirkt ganz zeitgemäß, so, als ob die Wirtschaftkrise nicht nur die täglichen Nachrichten beherrschte, sondern auch ihre eigene Geschichte thematisieren wolle, (…) die Zeit, als Ölkrise, Terrorismus und Disco den Takt bestimmten. Und wie heute waren die USA damals in einen aussichtslosen Krieg verstrickt." Auch für Gabriela Walde von der Berliner Morgenpost besitzen die Werke der Fotorealisten eine "irritierende Aktualität, eine ungewollt ironische Note und ungemein hellseherische Kraft: die US-Ikonen – wie das Kultobjekt Auto – wanken."

Die art widmet Picturing America einen umfangreichen Vorab-Bericht. "Eine spannende Wiederentdeckung", so Claudia Bodin und sie zitiert die Kuratorin der Schau, Valerie Hillings, vom New Yorker Guggenheim Museum: "Die Fotorealisten entwickelten eine Sprache, deren Elemente in der Kunst heute nahezu allgegenwärtig sind." Etwa, wie Bodin erläutert, in den Fotoarbeiten von Cindy Sherman, Richard Princes Auseinandersetzung mit den Images der Werbung oder den hyperrealistischen Gemälden von Jeff Koons. Vernissage TV berichtete von der Ausstellungseröffnung und interviewte einige der angereisten Künstler wie Robert Bechtle oder Ron Kleeman. Für Jens Hinrichsen vom Tagesspiegel bietet die Ausstellung die "Möglichkeit zur Revision von Vorurteilen. Speisen sich viele Klischees über den Fotorealismus doch aus der Tatsache, dass man die Arbeiten meist nur aus Reproduktionen kennt." Er schwärmt vom nostalgischen Aspekt der Schau: "Fastfood, Silbersandaletten, Familienaufstellung am Chevrolet: Die Ausstellung Picturing America lädt zur Zeitreise in die Siebziger, auf Großleinwand und in Farbe." Marcus Woeller von der taz begeistert sich dagegen für die Auseinandersetzung der Fotorealisten mit den "medialen Verschiebungen der Realität an sich". Für ihn sind sie damit Baudrillards Simulacrum auf der Spur". "Die monatelange Beschäftigung der Künstler mit ihrer fotografischen Vorlage ähnelt dem Close-Reading der poststrukturalistischen Textkritik. Dem Fotorealismus geht es somit viel mehr um die Auslotung der formalen Kriterien eines Bildes, als um dessen semantische Pracht." Das "Best-of-Photo-Realism" im Deutsche Guggenheim stellt für Woeller eine "längst überfällige Rehabilitierung" dieser Kunstrichtung dar. Auch Arno Widmann verbindet in der Frankfurter Rundschau die Gemälde der Fotorealisten mit den Medientheorien ihrer Zeit. In der Ausstellung werden sie als "Medienkunst kenntlich. Es geht nicht um Abbildung, sondern es geht um die Thematisierung der Abbildung. Wir bekommen vorgeführt, dass wir die Welt nicht sehen. Wir nehmen sie über Bilder wahr." (…) "The medium is the message des Kanadiers Marshall McLuhan war 1967 erschienen. Die kalifornischen Fotorealisten entrissen diese Erkenntnis den Buchdeckeln und brachten sie auf die Leinwand." Widmanns Fazit: "Die kalifornischen Fotorealisten legten Wert darauf, die Kopie sichtbar zu machen. Nicht nur das Kopierte. Aus dieser Doppelbewegung wächst ihre Kunst. Wer durch die Ausstellung geht, den befällt der Verdacht, dass diese riesigen Ölbilder die vielfach verspiegelte Welt unserer Gegenwart, die Explosion der Realität in immer neuen Medien vorwegnehmen."






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