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Grey Area - Julie Mehretus Auftragsarbeit für das Deutsche Guggenheim
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Grey Area
Julie Mehretus Auftragsarbeit für das Deutsche Guggenheim


Nach Künstlern wie Gerhard Richter, Jeff Koons und zuletzt Anish Kapoor hat jetzt Julie Mehretu eine Auftragsarbeit für das Deutsche Guggenheim realisiert. In ihrem spektakulären Gemäldezyklus „Grey Area“ setzt sie sich mit urbanen Räumen, Krieg, Zerstörung und nicht zuletzt ihren Eindrücken von Berlin auseinander.


Migration und Megacitys: Heute gestaltet sich die urbane Lebenswelt für Millionen von Menschen brisanter denn je zuvor. Angesichts drängender Umwelt-, Klima- und Energieprobleme ist die Stadt des beginnenden 21. Jahrhunderts zum Schauplatz globaler Konflikte und Hoffnungen geworden. Die Erfahrung von Entwurzelung und der rapide Wandel der Städte bilden auch die zentralen Themen im Werk von Julie Mehretu. Die 1970 in Äthiopien geborene, in New York lebende Künstlerin gilt als eine der wichtigsten Neuentdeckungen der amerikanischen Malereiszene. Zu Recht: Ihre von chinesischer und japanischer Kalligrafie ebenso wie von Barockzeichnungen, Landschaftsmalerei, Comics und Graffiti beeinflussten Arbeiten verbinden die Untersuchung urbaner Realitäten mit völlig neuen künstlerischen Ausdrucksformen.

Für das Deutsche Guggenheim hat Julie Mehretu eine aufsehenerregende Auftragsarbeit geschaffen: den siebenteiligen Gemäldezyklus Grey Area, zu deutsch Grauzone. Ganze zweieinhalb Jahren hat sie an den großformatigen Leinwänden gearbeitet und dabei sogar ihr Studio temporär von New York nach Berlin verlegt – in die Stadt, die sie zu ihrer jüngsten Serie inspiriert hat. So überlagern sich auf dem Gemälde Berliner Plätze (2008-2009) gestische Passagen mit abstrakten und architektonischen Formen zu einem kaleidoskopischen Panorama der deutschen Hauptstadt und ihrer Geschichte. Believers Palace (2008-09) dagegen thematisiert den Krieg im Irak. Der Palast im Zentrum von Bagdad diente vor allem der Tarnung des darunterliegenden Bunkers, den Saddam Hussein Anfang der 1980er Jahre anlegen ließ. In ihrem Gemälde zitiert Mehretu Elemente der Palastarchitektur, während sie in Atlantic Wall (2008-09) computergenerierte Renderings der Innenräume von Bunkern aus dem 2. Weltkrieg integriert.

Julie Mehretus Arbeiten sind Hybride aus Zeichnung und Malerei. Aus der Distanz wirken sie wie imaginäre Landkarten, die innerhalb eines Werkes ganz unterschiedliche Aggregatzustände annehmen: filigrane Verästelungen, wolkenartige Ballungen und Explosionen, scharfkantige, geometrische Flächen. Nähert man sich, erkennt man jedoch urbane Chiffren: Fragmente von Gebäuden, Straßenblöcke, typische Berliner Fassaden von Gründerzeit-Häusern. Zugleich radiert Julie Mehretu einzelne Teile ihrer Gemälde aus. Die so entstehenden grauen Verwischungen werden dann wieder überzeichnet. Dieser Effekt hat etwas Geisterhaftes und fungiert zugleich als Analogie zum realen Wandel nicht nur der deutschen Hauptstadt. In einer Art archäologischer Rekonstruktion erlebt der Betrachter die urbanen Räume auf Julie Mehretus Bildern als sich auflösende, fast imaginäre Szenerien, in die sich Krieg, die Gewalt der Moderne" und die unaufhaltsame Dynamik der Gegenwart ebenso eingeschrieben haben wie die Spuren der Vergangenheit. Simultane Erfahrungen von Zerstörung und Neuanfang haben Grey Area geprägt – Erfahrungen, die auch untrennbar mit der Geschichte Berlins verbunden sind.

Julie Mehretu: Grey Area
Auftragsarbeit für das Deutsche Guggenheim, Berlin
28.10.2009 – 06.01. 2010




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