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Beuys and Beyond: Werke aus der Sammlung Deutsche Bank im Dialog mit chilenischer Gegenwartskunst
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Beuys and Beyond – Teaching as Art
Werke aus der Sammlung Deutsche Bank im Dialog mit chilenischer Gegenwartskunst


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Die Ausstellung "Beuys and Beyond – Teaching as Art" veranschaulicht nicht nur eines der spannendsten Kapitel bundesdeutscher Kunst. Die Schau, die durch sieben renommierte lateinamerikanische Museen tourt, beschreitet zugleich neue Wege. Den Arbeiten aus der Sammlung Deutsche Bank werden im jeweiligen Gastmuseum Werke einheimischer Künstler gegenübergestellt.


Chile ist gerade dabei, sich von den Folgen des katastrophalen Erdbebens zu erholen, das das Land Ende Februar erschüttert hat. Gerade in einer solch schwierigen Situation ist der Fortbestand des kulturellen Lebens von entscheidender Bedeutung. Deshalb haben sich die Deutsche Bank und das Museo de Artes Visuales (MAVI) dazu entschlossen, ihr gemeinsames Ausstellungsprojekt Beuys and Beyond – Teaching as Art gerade jetzt dem Publikum zu präsentieren. Eigentlich sollte die Schau bereits Anfang März eröffnen, um das diesjährige 200. Jubiläum der Unabhängigkeit Chiles zu begehen. Doch durch die aktuellen Ereignisse wurde die Eröffnung der Ausstellung am 18. März gleichzeitig zu einer Feier der Mitmenschlichkeit. Jose Miguel Alcalde, Chief Country Officer der Deutschen Bank Chile, verkündete in seiner Rede, dass das Unternehmen schon 1,5 Millionen Dollar für Wiederaufbauprojekte wie etwa CasaBásica gesammelt hat. Die Non-Profit-Organisation erbaut neue Häuser für Menschen, die durch das Erdbeben obdachlos geworden sind.

Nach Rückkehr der Giganten (2003/2004) mit figurativer deutscher Malerei und der Fotografieschau More than Meets the Eye (2006/2007) ist Beuys and Beyond die dritte Ausstellung aus der Sammlung Deutsche Bank, die durch bedeutende Museen Lateinamerikas tourt. Die von der Deutschen Bank organisierte Ausstellung intensiviert die Zusammenarbeit mit den lateinamerikanischen Partnermuseen: Den ausgewählten Papierarbeiten von Joseph Beuys und seinen Schülern werden Werke eines einflussreichen einheimischen Künstlers und seiner Schüler gegenübergestellt. Die Auswahl wird von einem Kurator des jeweiligen Gastmuseums getroffen.

So haben die MAVI-Kuratorinnen Ana Maria Yaconi und Andrea Brauweiler Druckgrafiken von Eduardo Vilches gemeinsam mit Zeichnungen und Skulpturen seiner Schüler Mónica Bengoa, Arturo Duclos, Rodrigo Galecio und Iván Navarro. Vilches wie auch Beuys haben die Kunst ihrer Länder stark geprägt. Die Ermutigung zum Dialog sowie die Unterstützung des Austauschs von Ideen und Konzepten verbinden diese beiden Künstler und Lehrer – und haben zugleich das Konzept der Ausstellung inspiriert.

Wie groß der Einfluss des charismatischen "Schamanen" Beuys war, verdeutlicht das Werk von Jörg Immendorff. Bereits während der Zeit an der Düsseldorfer Akademie hat er seinen Professor häufig porträtiert und sich so mit dessen Einfluss auseinandergesetzt. Eine spätere Beuys-Darstellung findet sich auf der Zeichnung EINSAM+DOOF der Unbesiegbare Jörch, Dein Notenschlüssel (1995). Sie zeigt Immendorff als kleinen Jungen an der Hand von Beuys. Dieses Motiv übernimmt er auch für eine seiner letzten Bronzeskulpturen, Komm Jörch, wir gehen. Sie entsteht 2005, zwei Jahre vor seinem Tod – als Hommage an seinen Lehrer und Vanitas-Bild des damals bereits schwerkranken Künstlers. Neben Immendorffs oft dezidiert politischen Arbeiten stehen auch Norbert Tadeusz' Werke für die figurativen Tendenzen unter den Beuys-Schülern. Neben Landschaften und Interieurs hält Tadeusz 1964 auch eine der frühen Aktion seines Professors auf einer Serie von Bleistiftskizzen fest. Von Imi Knoebels und Blinky Palermos reduzierten Abstraktionen bis zu den Fotoarbeiten von Katharina Sieverding und Lothar Baumgarten – die Arbeiten aus der Sammlung Deutsche Bank zeigen die ganze künstlerische Bandbreite der Beuys-Schüler.

Auch Vilches geht es nicht darum, seine Schüler in eine bestimmte künstlerische Richtung zu drängen. Er selbst gilt als einer der bedeutendsten Grafiker Chiles. Ein Fulbright Stipendium ermöglicht es ihm, 1963 in die USA zu gehen. In Yale setzt er sein Studium bei Joseph Albers fort, dessen Farbtheorien Vilches' Werk beeinflussen. Hier kommt er auch mit Vertretern des Abstrakten Expressionismus wie Kline, Motherwell oder Rothko in Berührung. Vilches' druckgrafische Arbeiten belegen seine Vorliebe für archaische Formen, die zwischen Abstraktion und Figuration oszillieren. Auf weißen Hintergründen erscheinen sie als zumeist schwarze Silhouetten, deren unregelmäßige Konturen von der Handschrift des Künstlers zeugen.

Seit 1965 unterrichtet Vilches an verschiedenen chilenischen Hochschulen. Sein wohl bekanntester Schüler ist Ivan Navarro, dessen komplexe Neonskulpturen für den chilenischen Pavillon auf der Venedig-Biennale 2009 international für große Aufmerksamkeit sorgten. Neben dem analytischem Zugang zu Farbe und der starken Sensibilität für Materialien schätzt Navarro vor allem Vilches' große persönliche Integrität. Rodrigo Galecio ist in der Ausstellung mit einer Serie von Zeichnungen und einer Skulptur vertreten. Als Hommage an Beuys und Vilches entstanden diese Arbeiten speziell für die Schau im MAVI.

Obwohl Vilches eher ruhige Art des Unterrichts und die Weigerung, Kunst und politisches Engagement zu vermischen, im Gegensatz zu den Auffassungen von Beuys stehen, hat der Chilene seine Studenten doch ähnlich stark geprägt. Neben der Möglichkeit, bedeutende Arbeiten deutscher und chilenischer Gegenwartskünstler im Dialog zu erleben, illustriert Beuys and Beyond – Teaching as Art somit auch zwei ganz unterschiedliche Modelle, kreatives Potential und künstlerische Entwicklung zu fördern.

Beuys and Beyond – Teaching as Art
18. März – 9. Mai 2010
Museo de Artes Visuales, Santiago de Chile

nächste Station:

1. Juni – 19. Juli 2010
Centro Cultural la Recoleta, Buenos Aires




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