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Künstlerin des Jahres: Die Presse zur Auszeichnung von Wangechi Mutu
Die Presse zur Whitney Biennale 2010
Die Presse über Utopia Matters im Deutsche Guggenheim

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"Ein gigantisches Glücksgefühl"
Die Presse zur Whitney Biennale 2010


Sie gilt als bedeutendste Plattform für amerikanische Gegenwartskunst. Die Whitney Biennale registriert nicht nur die neuesten Tendenzen, sondern auch gesellschaftliche Befindlichkeiten. Die aktuelle Ausgabe der Schau, die erneut von der Deutschen Bank unterstützt wird, ist bei Kritikern wieder heiß umstritten. Kein Wunder, dokumentiert die Ausstellung doch alle zwei Jahre den sehr subjektiven Blick der jeweiligen Kuratoren auf den Stand der Dinge in Sachen US-Kunst.


"Kein Schnick-Schnack. Die Gürtel sind enger geschnallt. (…) Spektakel sind out. Vieles von dem, was 'in' ist, erscheint ruhig und hermetisch." So charakterisiert Holland Cotter die aktuelle Whitney Biennale. Der New York Times-Kritiker spricht von einer "soliden und bedachten" Schau und begeistert sich vor allem für die Videoinstallationen – besonders Parole, eine "herausragende" Arbeit von Sharon Hayes, die auch in der Sammlung Deutsche Bank vertreten ist, oder die "fesselnde" Installation We Love America, and America Loves Us der Bruce High Quality Foundation. Eine Arbeit, der Kriston Capps von Guardian dagegen nicht viel abgewinnen kann. Ihre Botschaft sei "plump und wenig subtil". Capps stellt aber fest, dass die 75. Ausgabe der Biennale einen "Meilenstein sowohl für das Whitney wie für die ganze Kunstszene darstellt: erstmals in der Geschichte werden mehr Künstlerinnen als Künstler im Rahmen der Biennale gezeigt". Für ihn eine "Korrektur, die lange überfällig war". Ingeborg Wiensowski allerdings fragt sich im Spiegel, "ob deshalb in den meisten Arbeiten ein persönlicher und leiser Ton vorherrscht? Nichts rockt, keine Punkband spielt, nichts Skandalöses oder Sexuelles ist zu sehen, ironische Kommentare gibt es nicht und Kritik an gesellschaftlichen und politischen Zuständen kommt eher sensibel daher." Eine neue Bescheidenheit konstatiert auch Claudia Bodin von der Art. "Während sich die Biennale 2006 lärmend, sexy und in wieder aufgelegter Punk-Rock-Manier präsentiert hatte und sich die Künstler 2008 mit komplizierten Geschichten um sich selbst drehten, hielten die diesjährigen Teilnehmer inne, um ihre Umwelt zu reflektieren."

Diese Tendenz erklärt Biennale-Kurator Francesco Bonami im Interview mit Dan Fox von der Frieze: "Ich glaube, viele Künstler haben sich gerade in die Intimität ihrer eigenen Lebenswelt zurückgezogen. (…) Statt auf politischen Aktivismus zu setzen, blicken sie in sich und hoffen, so Mittel und Wege zu finden, um die äußeren Umstände zu verändern." Und im Gespräch mit Lisa Phillips, der Direktorin des New Museums in New York City, für das Interview Magazine erklärt der Kurator, dass er bei den Vorbereitungen zu der Ausstellung "nur auf wenige erotische oder heroische Motive gestoßen ist, dafür aber auf viele äußerst präzise, introvertierte Arbeiten." Als "altem Profi der Kunstwelt", so Howard Halle von Time Out New York, gelingt es Bonami und seinem Co-Kurator, Gary Carrion-Murayari, diese "Arbeiten zu einem kohärenten Ganzen zusammenzufügen." "Anstatt der üblichen hochgetunten, Blockbuster-artigen Versuche, einen Zeitgeist einzufangen, der sich angeblich von dem vor zwei Jahren herrschenden unterscheidet, offeriert diese Schau ein wirkliches Meisterstück zum Thema Kuratieren." (…) "Es ist die kleinste Auswahl seit 1989, zweifellos eine Konzession an die Rezession, aber sie lässt den Werken (darunter auch – tief durchatmen! – Gemälde) genug Raum, um ihre Wirkung zu entfalten."

Das sieht Lance Esplund vom Wall Street Journal ganz anders: Die aktuelle Ausgabe Whitney Biennale sei "ebenso dünn wie bedrückend". "Einige ihrer Künstler scheinen ihre schwache Obsessionen mit der Kultur, der Bilderwelt und den Ereignissen im Amerika der sechziger Jahre zu kultivieren – das hat wenig mit dem aktuellen Zeitgeist zu tun, sondern mit einer distanzierten und ambivalenten Nostalgie". Richard Lacayo vom Time Magazine fällt dagegen das knappe Urteil "nicht schlecht": Besonders Nina Bermans dokumentarische Foto-Serie über einen im Irak-Krieg verstümmelten Soldaten, Kate Gilmores kraftvolle Videoinstallation und die Gemälde von Lesley Vance "sollte man keinesfalls verpassen". Auch Linda Yablonsky von Bloomberg ist von Bermans Serie sehr beeindruckt. Auf dieser "ausdrücklich anti-heroischen" Schau "bleibt es der dokumentarischen Fotografie (…) vorbehalten, für Gänsehaut zu sorgen". Jerry Saltz spricht im New York Magazine von einer "Obama-Biennale: abwechselnd bewegend und frustrierend, herausfordernd und enttäuschend – und ein großer Fortschritt im Vergleich zu dem, was vorher war." "Sie ist reich an Überraschungen und neuen Namen, folgt nicht zu vielen Trends und sie ist außerdem – Gott sei Dank! – übersichtlich." Und außerdem erfüllt ihn die Biennale mit guter Laune: "Wegen der schier unbegrenzten Fülle an Kreativität in Amerika verließ ich das Museum mit einem gigantischen Glücksgefühl."




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