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Wangechi Mutu im Deutsche Guggenheim

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"Hohepriesterin einer neuen Ethnohybridität"
Die Presse über Wangechi Mutu im Deutsche Guggenheim


Als "Künstlerin des Jahres" der Deutschen Bank hat Wangechi Mutu das Deutsche Guggenheim in ein spektakuläres Gesamtkunstwerk verwandelt. Ihre erste große Schau in Deutschland begeisterte nicht nur das Publikum, sondern auch die Presse.


Auf Facebook, Twitter und in zahlreichen Blogs wurde auf My Dirty Little Heaven hingewiesen, Arte und Vernissage TV widmeten der Schau Beiträge, der Wirtschaftsdienst Platow Brief riet zum Besuch der Ausstellung, Focus empfahl die Edition und auch internationale Magazine und Zeitschriften vom Wall Street Journal bis zur Zambia Post berichteten über Wangechi Mutu und ihr Projekt für Berlin. Nur selten zuvor ist eine Schau im Deutsche Guggenheim auf so enorme Resonanz gestoßen. Selbst Boulevardmedien schrieben über My Dirty Little Heaven – mit Schlagzeilen wie "In diesen Bildern lauert das Böse" (Bild) oder "Ihre Palette ist der Porno" (BZ). Die beiden großen deutschen Kunstmagazine berichteten wesentlich differenzierter: In Monopol charakterisierte Claudia Steinberg die Figuren auf Mutus Papierarbeiten als "Frauengestalten von ramponierter Schönheit", (...) collagierte und gemalte Schimären, die über groteske Anatomien und Verstümmelungen triumphieren". Für Claudia Bodin von der Art "drehen sich ihre Arbeiten um die Weiblichkeit, insbesondere um die auf exotische Sexsymbole reduzierten afrikanischen Frauen, und wie die Medien mit diesen Bildern spielen". Art in America widmete der Künstlerin anlässlich ihrer beiden Ausstellungen im Deutsche Guggenheim und der Art Gallery of Ontario ein ausführliches Porträt. "Mutu bezieht sich auf wichtige soziale und kulturelle Themen. Die hässlichen Wahrheiten überlässt sie allerdings dem Diskurs, wenngleich sie diese auch in ihren Arbeiten andeutet – etwa die stereotypen Darstellungen von "exotischen" Afrikanern", so Stephanie Cash. "Viele Betrachter bewundern ganz einfach ihre fantastischen Kompositionen und erkennen nicht die subtile Kritik, die hier im Spiel ist." Für Astrid Mania von Artnet dagegen sind Mutus kritische Inhalte ganz offensichtlich: "Wangechi Mutus Collagen sind Spiegel, die den Blick des westlichen Betrachters auf die afrikanische Frau zurückwerfen."

Eva Karcher von der deutschen Vogue betrachtet Mutu wegen ihrer "polymorph perversen Zwittergestalten" und dem "surrealen Glamour", der jede Art von Anbiederung an gängige Muster der Repräsentation verweigere, als "Hohepriesterin einer neuen Ethnohybridität aus dem Geist der großen Hannah Höch". Auch Nicola Kuhn vom Tagesspiegel erkennt in der Dada-Künstlerin eine Wesensverwandte: "Hannah Höch hätte ihre Freude an dieser Künstlerin gehabt. (…) Die Deutsche Bank hat Mutu zu ihrer "Künstlerin des Jahres" benannt; eine Etage des Hauptsitzes in Frankfurt soll später mit ihren Werken gestaltet werden. Das Bankhaus hat sich damit einen Störenfried ins Haus geholt, wenn auch einen attraktiven." "Man muss der Jury applaudieren, weil sie den Preis dieser in Europa praktisch unbekannten Künstlerin verliehen hat", bemerkt Ingeborg Wiensowski in ihrem Porträt der Künstlerin im KulturSpiegel. "Die Deutsche Bank hat Wangechi Mutu jetzt zu ihrer "Künstlerin des Jahres" erklärt", fügt Peter Richter in der FAS hinzu, "und das muss man schon deswegen gutheißen, weil das in Berlin interessante Rückkopplungseffekte mit sich bringt: Hier haben Dadaisten wie Hannah Höch der Collage als Kunstform eine frühe Blüte verliehen – immer auch mit afrikanischen Einsprengseln."

Als "Recycling-Lady des globalen Kunstbetriebes" erscheint Mutu Gabriela Walde. In der Berliner Morgenpost schwärmt sie von ihrem "hybriden Universum, in dem sich alles zu mischen scheint, eine Herausforderung für den europäischen Blick". In der Online-Ausgabe der Art spricht Kiti Nedo angesichts der "gnadenlos und gekonnt montierten" Collagen von einem "fluiden Universum", das "mehr von der Zukunft der Körper und ihren Gesellschaften weiß, als manchem Betrachter vielleicht lieb ist". Und auch für Harry Nutt (Frankfurter Rundschau) addieren sich Mutus "verstörend-schöne Arbeiten" zu "einer Art fiktiver Kosmologie". Für Maria Grazia Meda von der Vogue Italia kreiert die Künstlerin dagegen "eine andere Dimension, in der die Grenze zwischen Traum und Alptraum kaum spürbar ist". In der Süddeutschen Zeitung bringt Laura Weißmüller Mutus bevorzugte künstlerische Technik mit einem ihrer zentralen Themen in Verbindung: "Die Frage nach der Herkunft, der kulturellen Identität taucht immer wieder auf. Doch ähnlich wie in einer Collage lässt sich darauf keine vollständige Antwort geben. Das Zerstückelte, Zusammengesetzte ist ihr Wesen."

Tim Ackermann betont in der Welt die visuelle Kraft von Mutus Installation im Deutsche Guggenheim: „Sie erinnert an das innerste Heiligtum eines unbekannten religiösen Kultes". Auch Rose-Maria Gropp von der FAZ betont diesen Aspekt von My Dirty Little Heaven: "Jeder begreift sofort, ohne ein einziges Wort, dieses starke Bild, in dem Not und Verschwendung gerinnen. (…) In der Armut und Armseligkeit, von der die Installation erzählt, glüht ein Kern, im Unvollkommenen der Keim zur künftigen Verwandlung. Wangechi Mutu macht sich beides zunutze, Pathos und Ironie: eine schwarze Frau, hoch gebildet, westlich sozialisiert, mit Wut im Leib und mit einer Botschaft. Es wird aufregend, wohin sie ihre Schöpferkraft führt."




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