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There is No Looking Glass Here
Die aktuelle Ausstellung in der Wall Gallery der Deutschen Bank



Antoinette Mason, die "Madwoman in the Attic", gilt als eine der mysteriösesten Figuren der viktorianischen Literatur. In Charlotte Brontës 1847 erschienenen Roman Jane Eyre verkörpert diese "verrückte Frau in der Dachkammer" das Fremde, das Exotische. Brontës Figur regte Jean Rhys zu ihrem Buch Sargassomeer an. 1966 erschienen, erzählt es die Geschichte der aus Jamaica stammenden Antoinette, die mit dem Gutsbesitzer Mr. Rochester verheiratet ist, aus einer post-kolonialen Perspektive - als Drama einer "weißen Kreolin", die an der Aggression und Kälte sowohl der "weißen" als auch der "schwarzen" Gesellschaft zerbricht. Rhys vielschichtiger Kurzroman lieferte die Inspiration für die aktuelle Ausstellung in der Wall Gallery der Deutschen Bank New York. Gastkuratorin Kimberli Gant, bis vor kurzem Director of Exhibitions am Museum of Contemporary African Diasporan Arts in Brooklyn, hat 11 Künstler gebeten, sich mit dem Buch und seinen Themen wie Entwurzelung, gesellschaftliche Repressionen oder Rassismus auseinanderzusetzen. Unter dem Titel There is No Looking Glass Here präsentiert die Schau eine Auswahl von ganz unterschiedlichen Werken in diversen Medien, die teilweise extra für das Ausstellungsprojekt entstanden sind.

Andrea Chungs Arbeit Residue lässt ein verfärbtes Seidenkleid als Metapher für die Klassenunterschiede in der jamaikanischen Gesellschaft erscheinen. Denn die Romanheldin Antoinette stammt aus einer verarmten Familie ehemaliger Sklavenhalter und wird sowohl von den wohlhabenden Weißen als auch der schwarzen Bevölkerung abgelehnt. Chung hat ein weißes Kleid teilweise mit braunem Zucker eingefärbt - als Verweis auf das von der Hautfarbe abhängige "Kastensystem" in den vom Kolonialismus geprägten Karibikstaaten. Während Derrick Adams Skulptur Hidden Entrance Antoinettes Gefangenschaft im Anwesen ihres britischen Ehemanns thematisiert, hat der Fotokünstler Bayeté Ross Smith fiktive Reisedokumente für das Paar geschaffen. Er spricht dabei Fragen nach ethnischer und sozialer Identität an. Für seine Skulptur Anaruka hat Charl Landvreugd eine klassische Porträtbüste mit glänzendem schwarzem Lack überzogen und mit Federn und Kristallen geschmückt - sie sozusagen "kreolisiert". "Anaruka" bedeutet auf Suaheli "fliegen" und spielt auf die traditionellen religiösen Vorstellungen in Landvreugds Geburtsland Surinam an: Ein Luftgeist bringt die Seelen der Verstorbenen zu ihrem Schöpfer. Antoinette hat den Landsitz, auf dem sie von ihrem Mann als "Geistesgestörte" gefangen gehalten wurde, in Brand Gesetzt und hat sich vom Dach des brennenden Gebäudes gestürzt. Landvreugds Arbeit deutet ihren tragischen Selbstmord als Akt der Befreiung.




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