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„Gelb ist eine absolut positive Farbe“
Ein Interview mit den brasilianischen Street Artists
Os Gêmeos


Fliegende Fische, möblierte Köpfe: Seit 1987 erschaffen Os Gêmeos ein knallbuntes, fantastisches Universum. Jetzt präsentiert das ICA in Boston die erste, von der Deutschen Bank geförderte museale Einzelausstellung der brasilianischen Zwillinge in den USA. Bereits 2009 unterstützte die Bank ihr Ausstellungsprojekt „Vertigem“ im Museu de Arte Brasileira, São Paulo. Im Interview berichten Os Gêmeos über ihre aktuelle Schau und erklären, was Graffiti- und Hip-Hop-Kultur für sie bedeuten.


Achim Drucks: Mit Ihrer Ausstellung „Vertigem“ haben Sie das Museu de Arte Brasileira in São Paulo in ein psychedelisch-surrealistisches Wunderland verwandelt. Was erwartet das Publikum im ICA?

Os Gêmeos: Die Ausstellung für das ICA ist im Vergleich dazu viel reduzierter gehalten. Genau genommen ist sie völlig anders als das Projekt für das MAB in Brasilien oder auch jede andere unserer bisherigen Ausstellungen. Der Kurator Pedro Alonzo wollte etwas machen, das sich stärker auf die Leinwände konzentriert. Sie sollten eher als „Fenster“ verstanden werden. Die Besucher sollen sich auf jede Arbeit individuell einstellen können. Das war eine völlig neue Erfahrung für uns! Weiße Wände! Und dann auch noch Leinwände an der Wand.

Sie realisieren in Boston aber auch ein großes Wandbild im öffentlichen Raum.

Ja, das zählt ebenfalls zu den Dingen, die wir total gerne machen; und die Städte erlauben uns das. Die Stadt ist doch dazu da, benutzt zu werden, auf eine spielerische, angenehme und positive Art benutzt zu werden! Jedes Mal, wenn wir im öffentlichen Raum arbeiten, lassen wir uns ganz auf den Ort ein, auf die Leute dort, die jeweilige Kultur und die Stadt!

Haben Sie eine genaue Vorstellung von den Wandarbeiten, wenn Sie mit der Arbeit beginnen oder entwickelt sich das Bild während des Arbeitsprozesses?

Wir zeichnen sehr viel, eigentlich ständig. Wenn wir eine neue Arbeit in Angriff nehmen, transformiert sie sich immer weiter, aber immer zum Positiven hin. Dabei wird natürlich improvisiert, aber auch viel Erfahrung und minutiöse Feinarbeit angewendet.

Sie haben von Anfang an zusammen gearbeitet.

Das stimmt, wir haben schon immer zusammen gearbeitet! Schon im Bauch unserer Mutter! Immer haben wir alles geteilt. Erklären können wir das gar nicht, es ist für uns einfach ganz selbstverständlich. Anders würden wir uns auch gar nicht wohl fühlen. Wir machen jede Arbeit zusammen – one world, one voice!

Gibt es Unterschiede zwischen den Arbeiten, die Sie für Galerien oder Museen realisieren, und den Arbeiten in den Straßen?

Ja, es ist jedes Mal anders, wir machen nichts zweimal. Wir probieren immer etwas Neues aus und suchen nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten. Auf der Straße lassen wir uns ganz auf die Umgebung ein, auf die Oberfläche, die wir bemalen, auf die Stadt …
Im Museum oder in der Galerie verhält es sich anders. Dort erschaffen wir einen Kosmos, in dem die Besucher völlig eintauchen und sich tatsächlich mit allen Sinnen auf unsere Welt einlassen können – es gibt Sound, Licht, Bilder, Videos, Performances, Malerei und Installationen.

Die gelbhäutigen Figuren sind fast so etwas wie Ihr Markenzeichen geworden. Wie ist dieses Motiv entstanden?

Wir identifizieren uns damit. Gelb ist eine absolut positive Farbe!

Mit Banksy oder Shepard Fairey ist Street Art immer erfolgreicher geworden, nicht nur kommerziell, sondern auch was ihre Präsenz in Museen anbetrifft. Was halten Sie von diesem Trend?

Wir glauben daran, dass jede Bewegung Veränderungen nach sich zieht. Barry McGee, Banksy und auch andere Künstler, die von der Street Art kommen, haben mit ihrer Arbeit viele Türen aufgestoßen und neue Möglichkeiten eröffnet. Das Universum der Kunst befindet sich im Umbruch. Wir spüren das und nehmen diese Veränderungen auch wahr. Es scheint, dass auch die Galerien und Museen weltweit die Kraft erkennen, die von diesen Künstlern ausgeht..Einige Galerien haben das natürlich bereits vor Jahren kapiert! Heute beziehen sich viele konzeptuell ausgerichtete Galerien, aber auch renommierte Museen mit ihren Ausstellungen auf Künstler aus der Graffiti-Szene. Es ist natürlich auch etwas, das die Kinder einer neuen Generation sehen und konsumieren wollen – eben Dinge, mit denen sie sich identifizieren.

Anfangs arbeiteten Sie weit entfernt von New York, dem damaligen Zentrum von Urban Art. Wie hat das den Stil Ihrer Arbeit beeinflusst?

Das Meiste haben wir in Brasilien, in São Paulo, gelernt, indem wir improvisiert und alles in uns aufgesogen haben. So haben wir unseren Stil entwickelt – und auch einen Großteil der Motive, die immer wieder in unseren Arbeiten auftauchen. Als wir dann 1999 zu reisen begannen, haben wir ganz bewusst nach neuen Einflüssen gesucht und den Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten gesucht.

Sie begannen bereits als Teenager im São Paulo der späten 1980er zu malen. Was hat Sie damals an der Graffiti- und Hip-Hop-Kultur so begeistert?


Ganz klar die Freiheit und Kraft, die Graffiti auszeichnet. Da sagt dir keiner, wie, wo oder weshalb du etwas machen sollst. Es ist einfach eine ganz direkte Kommunikationsform.




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