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Baselitz – Immendorff – Schönebeck
Arbeiten aus der Sammlung Deutsche Bank in der
Villa Wessel



Mit Eugen Schönebeck wird gerade einer der interessantesten deutschen Künstler der 1960er Jahre wiederentdeckt. Im Frühjahr 2011 widmete ihm die Frankfurter Schirn eine umfangreiche Retrospektive, die Galerie Nolan Judin präsentierte eine Auswahl seiner Papierarbeiten – für zahlreiche Kritiker eines der Highlights des letzten Berliner Kunstwinters. Gemeinsam mit seinem Künstlerfreund Georg Baselitz steht Schönebeck für eine figurative Kunst, die sich radikal von den als unverbindlich empfundenen Abstraktionen des Informel und Tachismus absetzte, die in den späten 50ern die europäische Szene dominierten. Auch Jörg Immendorff bedient sich einer erneuerten gegenständlichen Malerei – für ihn war sie das geeignete Medium, um seine gesellschaftskritischen Inhalte zu transportieren.

Diese Rückkehr zur Figuration lässt sich ab September in der Ausstellung Baselitz – Immendorff – Schönebeck nachvollziehen. Der Kunstverein Villa Wessel in Iserlohn präsentiert ausgewählte Druckgrafiken, Zeichnungen und Aquarelle der drei Künstler aus der Sammlung Deutsche Bank. Schönebecks Tuschezeichnungen zeigen mutierte Wesen, die sich zwischen der Welt der Toten und der Lebenden bewegen. In diesen grotesk übersteigerten Bildern verarbeitet der Künstler das Grauen, das er als Kind am Ende des 2. Weltkriegs miterlebt hat. Mit seinen charakteristischen auf dem Kopf stehenden Werken ist Baselitz vertreten. In den Landschaften und Porträts des Künstlers erscheint das Motiv weniger als bildnerische Umsetzung eines persönlichen „Seherlebnisses“, sondern vielmehr als Auslöser für den Akt des Malens bzw. Zeichnens an sich. Dezidiert politisch ist dagegen Immendorffs Serie von Linolschnitten zu verstehen: Mit Motiven wie dem Brandenburger Tor, Grenztürmen oder Hammer und Zirkel aus der Staatsflagge der DDR widmet sich Naht (1982) einem seiner zentralen Themen, der Teilung Deutschlands.

Dieses gemeinsam von der Sammlung Deutsche Bank und dem Kunstverein Villa Wessel initiierte Projekt unterstreicht, dass die Deutsche Bank zielgerichtet auch kleinere Institutionen unterstützt, die sich abseits der großen Städte für zeitgenössische Kunst engagieren.

Baselitz – Immendorff – Schönebeck
Arbeiten aus der Sammlung Deutsche Bank

31.8. – 4.11.2012
Villa Wessel, Iserlohn




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