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Cai Guo-Qiang mit dem Praemium Imperiale geehrt


Er gilt als Nobelpreis der Künste. Der mit rund 160.000 Euro dotierte Praemium Imperiale wird alljährlich an bedeutende Künstler in den Bereichen Malerei, Skulptur, Architektur, Musik, Film/Theater verliehen. Mit Cai Guo-Qiang wird erstmals ein Chinese mit dem 1989 auf Anregung des japanischen Kaiserhauses gestifteten Preis ausgezeichnet. Cai erhält den Praemium Imperiale in der Kategorie Malerei. Seine „Gunpowder Drawings“, die durch Schießpulverexplosionen auf großformatigen Papieren entstehen, haben die Grenzen des Mediums radikal erweitert. Mit dem Preis ehrt die Stiftung Japan Art Association Künstler für ihr Lebenswerk und die weltweite gesellschaftliche Bedeutung ihrer Werke. Feierlich verliehen wird der Praemium Imperiale am 23. Oktober in Tokio durch seinen Ehrenschirmherren Prinz Hitachi. Neben Cai werden dieses Jahr u.a. auch der dänische Architekt Henning Larsen und der US-Komponist Philip Glass ausgezeichnet. Bislang wurden 119 Künstler geehrt, darunter Tony Cragg, Christo und Jeanne-Claude, Rebecca Horn, Anish Kapoor, Sigmar Polke und Gerhard Richter, die alle auch in der Sammlung Deutsche Bank vertreten sind.

Cai ist eng mit dem Kunstengagement der Deutschen Bank verbunden: Im Deutsche Guggenheim war 2006 sein Ausstellungsprojekt Head On zu sehen. Den dreiteiligen Werkkomplex aus der Sammlung Deutsche Bank hatte der Künstler eigens für Berlin konzipiert. Das Video Illusion II zeigt eine von Cais Pyro-Inszenierungen, für die er ein kleines Haus in einem schillernden Feuerwerk in die Luft fliegen ließ. Die wandgroße Schießpulverzeichnung Vortex entstand im Atrium des Deutsche Bank Gebäudes Unter den Linden. Die titelgebende Installation Head On – 99 lebensgroße Wölfe, die gegen eine Mauer aus Glas stürmen – war direkt von der Geschichte der deutschen Hauptstadt inspiriert. Nach ihrer Premiere in Berlin wurde sie im Rahmen der großen Cai-Retrospektive auch in den Guggenheim-Dependancen in New York und Bilbao gezeigt. Danach wurde das Wolfsrudel zudem in Peking, Taipeh und Singapur präsentiert. Im Hauptsitz der Deutschen Bank in Frankfurt ist Cais Werk eine ganze Etage gewidmet. Neben Vorzeichnungen zu Head On, sind hier die 2000 entstandenen Projektskizzen für die Deutschen Bank-Kunstreihe Moment zu sehen, bei der Kunstaktionen im öffentlichen Raum realisiert wurden.

1957 im chinesischen Quanzhou geboren, ging Cai Guo-Qiang 1986 zunächst nach Japan, seit 1995 lebt er in New York. 2005 kuratierte er den ersten Pavillon Chinas bei der Biennale in Venedig. Im Sommer 2008 konnten Hunderte Millionen von Fernsehzuschauern Cais spektakuläre Inszenierungen erleben: als Director of Visual and Special Effects gestaltete er das Feuerwerk für die Eröffnungs- und Abschlussfeier der Olympischen Spiele in Peking.




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