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New. New York - Junge Kunst aus Brooklyn im Essl Museum

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New. New York
Junge Kunst aus Brooklyn im Essl Museum


Das Essl Museum gilt als eines der bedeutendsten österreichischen Foren für internationale Gegenwartskunst. Die Deutsche Bank Stiftung ist Partner des Hauses und fördert die Ausstellungsreihe „emerging artists“. Alle zwei Jahre stellt sie vielversprechende junge Positionen vor, so auch in der aktuellen Schau „New. New York“.


Auf die Frage, wie sie einem Fremden ihre Arbeit erklären würde, antwortete Letha Wilson: „Ich würde das so ausdrücken – ich nehme eine wunderschöne Landschaftsfotografie und haue ihr dann eine rein.“ Tatsächlich wirkt die Fotoinstallation Rock Face (2011), die sie in der Ausstellung New. New York zeigt, als wäre hier ein Komet vom Himmel gefallen. Ein riesiger Felsbrocken drückt sich brachial in das Panorama einer amerikanischen Westernlandschaft. Die Fotografie wölbt sich nach innen und erlangt eine fast körperlich spürbare, dreidimensionale Tiefe. Wilson demonstriert hier auf paradoxe Weise zweierlei: die Begrenzungen und unbegrenzten Möglichkeiten der Fotografie in der Kunst. Dass ihre Installation gleich zu Beginn von New. New York zu sehen ist, erscheint programmatisch. Denn die von der Deutsche Bank Stiftung geförderte Schau im Essl Museum liefert eine Bestandsaufnahme der aktuellen Szene, die sich in Brooklyn formiert hat. Doch es geht nicht nur um neue Trends oder die Bedeutung New Yorks als globaler Kunstmetropole. Die Ausstellung zeigt in erster Linie, wie hier arbeitende Künstler mit Medien, Materialien, Genres experimentieren, um neue Formen und Formate zu entwickeln. Das Spektrum von New. New York reicht dabei von Malerei und Objektkunst über konzeptionelle Installationen bis hin zum Dokumentarfilm.

Das 1999 gegründete Essl Museum hat sich zum Ziel gesetzt, junge Künstler mit neuen Sichtweisen zu fördern. Das in Klosterneuburg bei Wien gelegene Haus bietet ihnen eine öffentlichkeitswirksame Plattform, gerade durch die Ausstellungsreihe „emerging artists“. Sie stellt Künstler und Regionen vor, die der Kunstmarkt erst noch entdecken muss. Viele der gezeigten Künstler haben den Zugang zur internationalen Kunstszene gefunden. Deshalb engagiert sich die Deutsche Bank Stiftung für „emerging artists“ und unterstützte in diesem Rahmen auch die Ausstellungen Austria Contemporary und India Awakens, eine international stark beachtete Schau mit Künstlern aus Indien.

Für New. New York hat der Künstlerkurator John Silvis hat vor allem im Brooklyner Bezirk Bushwick Ateliers und Kunsträume durchforstet und 19 Künstler verschiedener Generationen ausgewählt. Auffällig ist dabei, wie oft sich die Künstler mit Kunsthandwerk und Design beschäftigen. Seit 12 Jahren kreieren die Brüder Steven und William Ladd ihre hyperästhetischen Objekte. Sie sammeln Gegenstände und verpacken sie in kunstvoll gefertigten Boxen, die sie zu turmartigen Skulpturen aufeinanderstapeln. Neben solch formalen Experimenten nähern sich die präsentierten Künstler auch immer wieder der gesellschaftlichen Realität New Yorks an: In A Way In (2012) begleitet die Videokünstlerin Shelly Silver einen alternden chinesischen Homosexuellen bei seiner Rückkehr nach Chinatown und entwickelt dabei eine Topografie des Viertels und seiner Bewohner. New. New York, das ist kein bemüht neuartiger, sondern eher ein alternativer, einfühlsamer Blick auf die Stadt und ihre Künstler.

New. New York
23. 11. 2012 – 31. 3. 2013
Essl Museum
Klosterneuburg bei Wien




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