Hauptstadt der Kunst
Deutsche Bank erneut Partner der Berlin Art Week

Bereits mit ihrer dritten Ausgabe hat sich die Berlin Art Week als fester Termin im Kalender der internationalen Kunstwelt etabliert. Kein Wunder. Berlin gilt als einer der wichtigsten Produktionsorte für zeitgenössische Kunst. Seinen Ruf als inoffizielle Kunsthauptstadt Europas verdankt Berlin aber auch den rund 300 Galerien, einer wachsenden Zahl von Projekträumen und nicht zuletzt den zahlreichen Museen und Institutionen. Für die Berlin Art Week bündeln einige der wichtigsten Akteure jetzt erneut ihre Kräfte. Anlässlich der Messen abc und Positions haben sie ein vielfältiges Programm aus neuen Ausstellungen, Performances, Screenings und Talks organisiert. Neben elf etablierten Institutionen wie Neue Nationalgalerie, Hamburger Bahnhof, KW Institute for Contemporary Art, Haus der Kulturen der Welt oder Deutsche Bank KunstHalle beteiligen sich auch neun Off Spaces. Die Deutsche Bank ist auch dieses Jahr Partner der Berlin Art Week.

Schauplatz der abc sind wieder die Hallen am Gleisdreieck, wo rund 110 internationale Galerien ausschließlich Einzelpositionen vorstellen. Auf der Künstlerliste finden sich zahlreiche Namen, die auch in der Sammlung Deutsche Bank vertreten sind: Mike Bouchet, Fernando Bryce, Bernhard Martin, Charlotte Posenenske, Tobias Rehberger und Wiebke Siem. Neu im Messeprogramm sind die abc gallery nights mit zahlreichen Eröffnungen der teilnehmenden Berliner Galerien.

Durch Kunstprojekte wurden in der Hauptstadt schon zahlreiche ungenutzte Gebäude mit neuem Leben erfüllt. Für die diesjährige Berlin Art Week wird das ehemalige Kaufhaus Jandorf in Mitte reaktiviert. In den lichtdurchfluteten Räumen des denkmalgeschützten Gründerzeitbaus präsentiert die Positions, ehemals Preview, rund 50 Galerien. Die Messe versteht sich vor allem als Forum für aufstrebende junge Künstler aus Berlin.

Ganz international ist das Ausstellungsangebot der Institutionen, die sich bei der Berlin Art Week engagieren: In den KW sind gleich zwei der interessantesten jungen Videokünstlern zu sehen, die sich beide mit dem Einfluss von Internet, digitalen Bildern, YouTube-Blogs und Trash-TV auf die visuelle Kultur von heute auseinandersetzen. Die Britin Kate Cooper zeigt, wie per Computer generierte, makellose Werbebildern den Blick auf weibliche Körper verändern. Dagegen lotet Ryan Trecartin, der Jungstar der US-Szene, mit seinen grell bunten, hyperschnell geschnittenen „Digital-Happenings“ die Grenzen unseres Aufnahmevermögens aus. Bereits 2008 war Trecartin in der von Collier Schorr kuratierten Schau Freeway Balconies im Deutsche Guggenheim, heute Deutsche Bank KunstHalle, vertreten. Für seine erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland konzipierte der wohl eigenwilligste Vertreter der "Post-Internet-Art" ein neues, ortsspezifisches Environment.

Die KunstHalle präsentiert zur Art Week ein Preview von Meschac Gabas Museum of Contemporary African Art. Sieben dieser zwölf Räume umfassenden, interaktiven Installation sind in Berlin zu sehen. Mit seinem alternativen Museum stellt der aus Benin stammende Künstler kulturelle Abgrenzungen zwischen dem Westen und Afrika in Frage. Vor dem offiziellen Start der Schau am 20. September sind im Rahmen der Aktion Meschac Gaba @ Unter den Linden bereits Museums-Restaurant und -Shop direkt vor der KunstHalle zu erleben. Außerdem stehen im Humanist Space acht goldene Fahrräder zur Verfügung. Auf Touren zu Themen wie „Religiöse Vielfalt“ oder „Kunst im Spannungsfeld zwischen Street Art, musealer Institution und Privatsammlung“ tragen sie Gabas Kunst ins Alltagleben der Stadt.

Das Haus am Waldsee widmet Michael Sailstorfer eine Werkschau. Der Konzeptkünstler unter den jungen deutschen Bildhauern verwandelt Bushaltestellen in Einzimmerwohnungen und Bäume in Wurfgeschosse. Existenziell wird es dagegen in der Neuen Nationalgalerie, wo eine Retrospektive von Moshe Gershunis gestisch-expressiver Malerei auf dem Programm steht. No Father, No Mother ist die erste große Ausstellung des israelischen Künstlers in einem europäischen Museum seit mehr als 30 Jahren. Die Berlinische Galerie ist zwar wegen Renovierungsarbeiten geschlossen, doch das Gebäude hat zur ArtWeek einen Ableger bekommen – in Form einer riesigen transparenten Kunststoffblase, die von der Gruppe raumlabor berlin entwickelt wurde. In diesem sogenannten Küchenmonument wird unter anderem ein „Diskursives Dinner“ ausgerichtet, bei dem über alternative Architekturmodelle diskutiert werden soll.

Von entscheidender Bedeutung für das Profil des Kunststandorts Berlin sind auch die zahlreichen Projekträume, in denen die aktuellen Diskurse und Debatten geführt werden. In den rund 150 Off Spaces findet die Aufbauarbeit statt, von der die gesamte Kunstszene der Stadt profitiert. Rund 50 von ihnen bewarben sich als temporäre Partner der Art Week. Eine mit der Künstlerin Mathilde ter Heijne, dem Kritiker Kolja Reichert und der Kuratorin Anna-Catharina Gebbers prominent besetzte Jury wählte neun von ihnen aus. Darunter team titanic mit dem Austauschprojekt PROFIT | PROPHET, das Künstler aus Kairo und Berlin zusammenbringt. Oder L’oiseau présente mit rip, cut – grow, einer Präsentation, die sich ganz dem Material Papier widmet: Fragile, wuchernde Arbeiten von unterschiedlichen Künstlern erobern den Ausstellungsraum im Ballhaus Ost.  

Die Zusammenarbeit aller an der Art Week beteiligten Partner macht die ganze Bandbreite der Kunstmetropole Berlin erlebbar – in einem konzentrierten Programm. Für die Deutsche Bank, die ihre KunstHalle auch als Forum für die kreative Szene der Stadt versteht, ist es von daher nur konsequent, sich erneut für die Berlin Art Week zu engagieren.


Berlin Art Week
16. – 21.09.2014