Eko Moves
Deutsche Bank engagiert sich für Ausstellungsprojekt in Lagos

Eko – so wird Lagos von den Yoruba genannt, einer der drei größten Bevölkerungsgruppen Nigerias. Mit geschätzt 21 Millionen Einwohnern ist Lagos eine der am schnellsten wachsenden Megacities weltweit. Hier entstand Yetunde Ayeni Babaekos Projekt Eko Moves – eine Serie von Fotografien, in denen sich das ganze Chaos dieser gigantischen Metropole spiegelt, vor allem aber der ungeheure Optimismus ihrer Bewohner. Zugleich setzt die nigerianische Künstlerin einen hoffnungsvollen Kontrapunkt zu den bedrückenden Bildern, die nicht erst seit der Ebola-Krise den Blick auf den afrikanischen Kontinent prägen.

Eine Auswahl von 25 Arbeiten aus Eko Moves ist jetzt, gefördert von der Deutschen Bank, im Wheatbaker Hotel zu sehen. Seit seiner Eröffnung 2011 zeigt das auf Ikoyi, einer Insel in der Lagune von Lagos, gelegene Haus regelmäßig nigerianische Gegenwartskunst. So stand hier auch eine Schau des Fotografen Kelechi Amadi-Obi auf dem Programm, der in Okwui Enwezors richtungsweisender Ausstellung Snap Judgement - New Position in Contemporary African Photography vertreten war.

Für Eko Moves wagte Yetunde Ayeni Babaeko ein Experiment: Sie fotografierte Tänzer mitten im Alltagsleben von Lagos – am Strand vor der Skyline der Stadt, aber auch auf Straßenmärkten, an Bushaltestellen oder im „Dustbin Estate“, einem auf einer riesigen Müllkippe gelegenen Slum. „Dieses Projekt bedeutete für mich eine große Herausforderung, denn meine Kamera und ich mussten unsere ‘Komfortzone‘ verlassen und damit arbeiten, was Lagos uns bot“, erklärt die Fotografin, die ihre Ausbildung in Deutschland absolvierte. ”Es war erstaunlich, wie die Tänzer mit ihren Performances Brücken zu den Menschen auf den Straßen schlugen.“ Das Projekt realisierte sie gemeinsam mit der Society for the Performing Arts of Nigeria, einer Tanzkompanie, die seit fast zehn Jahren unter anderem Workshops für benachteiligte Kinder und Jugendliche organisiert.

Ayeni Babaekos Inszenierungen leben von der Spannung zwischen den Tänzern und ihrer Umgebung. Es wirkt fast surreal, wenn eine Ballerina im klassischen weißen Tutu zwischen den improvisierten Bretterhütten des „Dustbin Estate“ posiert oder ein junger Street Dancer an einer Bushaltestelle zum Luftsprung ansetzt. Ob sie nun vom klassischen Ballett oder vom Hip Hop kommen, für die jungen Leute auf Ayeni Babaekos Bildern ist Tanz weit mehr als ein Beruf: „Ich sehe Tanz als Kunstform für gesellschaftliche Veränderung und nicht nur als Entertainment.“ „Tanz ist nicht mein Job, er ist für mich wie die Luft, die ich atme. Ohne Tanz kann ich nicht leben“, erklären sie. In ihren Choreografien kommunizieren sie mit der Stadt und den Menschen, drücken ihre Hoffnungen, Sehnsüchte und Ambitionen aus. Und wenn sie bei ihren energetischen Sprüngen in der Luft schweben, scheinen sie nicht nur der Schwerkraft zu trotzen, sondern auch den oft harten Realitäten des Lebens in ihrer Heimatstadt.

Eko Moves
30.11.2014 – 15.02.2015
The Wheatbaker
Lagos, Nigeria