Drawing Now
Die Albertina definiert den aktuellen Status Quo der Zeichnung

Vor 40 Jahren stand im New Yorker MoMA und in der Albertina in Wien die Ausstellung Drawing Now auf dem Programm. Sie dokumentierte, wie vor allem die Künstler der Minimal- und Concept Art den Aufstieg der Zeichnung zum autonomen Medium vorangetrieben hatten. Mit Drawing Now: 2015 knüpft die Albertina jetzt an diese bahnbrechende Schau an und zeigt eine aktuelle Bestandsaufnahme der Zeichenkunst. Seit ihrer Gründung sind Zeichnungen auch ein Schwerpunkt der Sammlung Deutsche Bank und so zählen auch Sammlungskünstler wie Silvia Bächli, Michaël Borremans, Amy Cutler und Julie Mehretu zu den 36 ausgewählten Positionen, die in Wien zu sehen sind.
 
Das Spektrum von Drawing Now: 2015 reicht von David Shrigleys reduzierten, comic-artigen Animationen bis zu konzeptuellen Arbeiten von Tacita Dean oder Andrea Bowers politisch engagierten, fotorealistischen Zeichnungen von Anti-Kriegs-Demonstrationen. Nikolaus Gansterer begreift Zeichnung als performativen Akt, während Monika Grzymala für ihre Rauminterventionen Kilometer von schwarzem Klebeband verspannt und die Linie so in die Dreidimensionalität überträgt. Für die Ausstellung wird sogar auf der Fassade des Museums „gezeichnet“: Mit orangen Gurten akzentuiert Rainer Prohaska einzelne architektonische Elemente des Albertinapalais – eine Intervention, die sich auch als legale Street Art verstehen lässt. Auf jeden Fall signalisiert Drawing an Orange Line, dass die Zeichnung längst auch die Straßen erobert hat.

Drawing Now: 2015
29.05. – 11.10. 2015
Albertina, Wien