Wölfe in Japan
Cai Guo-Qiangs „Head On“ im Yokohama Museum of Art

Ein Rudel von 99 lebensgroßen Wölfen stürmt gegen eine Mauer aus Glas. Mit Head On schuf Cai Guo-Qiang eine seiner eindringlichsten Installationen. 2006 war die Auftragsarbeit für die Sammlung Deutsche Bank erstmals in Berlin zu sehen. Seitdem begeisterte sie das Publikum auch in New York, Bilbao, Taipeh, Singapur und Brisbane. Jetzt gastiert die Installation in Japan, wo sie im Rahmen der Ausstellung There and Back Again im Yokohama Museum of Art zu sehen ist. Zwar sind Cais Wölfe von Berlin und seiner Geschichte inspiriert, doch ihre Botschaft ist allgemeingültig: „Ich wollte die universelle menschliche Tragödie abbilden“, so der Künstler, „die aus blindem Vorwärtsstürmen resultiert, aus der Kompromisslosigkeit, mit der wir versuchen, unsere Ziele durchzusetzen.“

Der in New York lebende Chinese ist eng mit Japan verbunden: Hier perfektionierte er in den 1980er Jahren die künstlerischen Techniken, die ihn berühmt gemacht haben, wie seine Feuerwerkperformances und die mit Schießpulver produzierten Zeichnungen. Für Yokohama entstand dann auch sein mit 8 x 24 Metern bislang größtes Gunpowder-Drawing. Nighttime Sakura ist in der Empfangshalle des Museums zu sehen und widmet sich einem der wichtigsten Symbole der japanischen Kultur – der Kirschblüte, die gleichermaßen für Schönheit, Aufbruch und Vergänglichkeit steht. Parallel zu There and Back Again initiierte Cai auch das Art Island, eine Online-Plattform für Kinder. Neben virtuellen Workshops und Spielen bietet sie auch die Möglichkeit bei Projekten zusammenzuarbeiten und Ideen auszutauschen.  Ziel von Art Island ist es, die Verständigung im Ostasiatischen Raum zu fördern – über alle politischen und kulturellen Grenzen hinweg.

Cai Guo-Qiang: There and Back Again
11.07. –18.10. 2015
Yokohama Museum of Art