HONEY, I REARRANGED THE COLLECTION
Deutsche Bank ist Partner der neu eröffneten
Hamburger Kunsthalle

Es werde Licht: Noch bis vor kurzem betrat man die Hamburger Kunsthalle durch einen eher düstereren Korridor. Nach der umfassenden Modernisierung gelangen die Besucher jetzt in ein großzügiges, lichtdurchflutetes Foyer mit Blick auf die Alster. Vor allem aber hat der Umbau der Kunsthalle 500 Quadratmeter mehr Präsentationsfläche gebracht, so dass die Dauerausstellung um rund 80 Werke auf mehr als 800 Exponate aufgestockt werden konnte. Zu erleben sind in dem Museum 700 Jahre Kunstgeschichte – von mittelalterlichen Altären bis zu aktuellen Positionen. Als Partner der Kunsthalle förderte die Deutsche Bank unter anderem die Ausstellungen Feministische Avantgarde der 1970er Jahre und WHEN THERE IS HOPE. Zur Neueröffnung engagiert die Bank sich gleich für zwei Projekte: die zweiteilige Ausstellung Zeichnungsräume und die neue Sammlungspräsentation HONEY, I REARRANGED THE COLLECTION. Diesen Titel übernahm Kuratorin Brigitte Kölle von einer Serie des Konzeptkünstlers Allen Ruppersberg – ironische Zeichnungen und Statements zu den Versuchen, Ordnung in die Kunst zu bringen. Kölles neu geordnete Sammlung für Gegenwartskunst kreist um das Thema „Magie der Dinge. Von der Tücke des Objekts“.

Trotz zunehmender Digitalisierung wird unser Alltag noch immer von Objekten bestimmt. Gebrauchsgegenstände, Waren und Statussymbole prägen unser Leben. In Kapiteln wie „Das Eigenleben der Dinge“, „Das Ding als Ware“ oder „Ordnung und Bedeutung“ erzählt die Ausstellung von den unterschiedlichen Beziehungen zwischen Mensch und Ding. Das Spektrum reicht dabei von Andy Warhols Campbell's Soup Cans bis zu Andreas Gurskys Fotografie einer schier unendlich wirkenden Müllhalde in Mexiko. Stehen Warhols Suppendosen für die standardisierte Massenproduktion in einer Konsumgesellschaft, lenkt Gursky den Blick auf die hässliche Kehrseite der verführerischen Warenwelt. Die Tücken des Objekts setzte niemand so gut ins Bild wie Anna und Bernhard Blume. Ihre 5-teilige Arbeit Küchenkoller zeigt eine von herumfliegenden Kartoffeln bedrohte Hausfrau – Chaos erobert das kleinbürgerliche Heim.
 
Wie das Medium Zeichnung immer stärker in die dritte Dimension vordringt, den Raum erobert oder sich in Form von Animationen in Bewegung setzt, zeigt die Ausstellung Zeichnungsräume. Während der erste Teil die Entwicklung ab den 1950er Jahren bis hin zu aktuellen Positionen veranschaulicht, stehen im zweiten Teil ab November 2016 Wandzeichnungen, Rauminstallationen und virtuelle Animationen im Vordergrund. Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählen Hanne Darbovens in den späten 1960ern in New York entstandene Konstruktionszeichnungen, in die sich die dortigen Hochhausarchitekturen eingeschrieben haben. Für ganz aktuelle Tendenzen stehen Carolin Jörg und Michael Fragstein. Ihr Projekt Der zweite Blick zeigt, wie die Computertechnik das Medium Zeichnung revolutioniert hat. Abstrakte Tuschezeichnungen hängen nicht nur gerahmt an der Wand, sondern geraten auf dem Bildschirm eines Tablets in Bewegung und werden zusätzlich noch mit Sounds unterlegt. Zeitgemäß sind solche Arbeiten nicht mehr nur in Museen und Galerien zu sehen, sondern auch auf Internet-Plattformen wie „Lines Fiction“, auf denen Künstler ihre Zeichnungen und Animationen online präsentieren.

HONEY, I REARRANGED THE COLLECTION
#1 Magie der Dinge. Von der Tücke des Objekts
30.04.2016 – 29.01.2017

Zeichnungsräume. Positionen zeitgenössischer Graphik

Teil I: 30.04. – 30.10.2016
Teil II: 25.11.2016 – 21.05.2017

Kunsthalle Hamburg